WILDBLUMEN ermöglichen eine bunte Vielfalt auf den Wiesen: Ins Projekt „Blühender Naturpark“ werden Kinder eingebunden, denen diese Lebensräume für Insekten erklärt werden – und die dann selbst das Saatgut ausbringen dürfen. Foto: Jochen Denker

Dialog beginnt am 23. Januar

Neue Themen im Fokus beim Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord

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Mit dem Naturparkplan 2030 will der Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord ins neue Jahrzehnt gehen. Ein öffentlicher Auftakt am 23. Januar in Bad Wildbad markiert den offiziellen Beginn des Dialogprozesses. Pünktlich zum 20-jährigen Naturpark-Bestehen im Dezember soll der neue Leitfaden für die Naturparkarbeit verabschiedet werden.

Und trotz dieses arbeitsreichen Vorhabens stehen beim Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord in diesem Jahr weitere Großprojekte wie die Entwicklung eines neuen Naturparkportals in Hornberg an. Zudem heißt es für das Team, die bisherigen Erfolgsangebote wie „Blühender Naturpark“, „Geo-Touren“ oder „Wilde Sau“ weiter zu betreuen und fortzuentwickeln.

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Status quo wird erstellt

Blick ins neue Jahrzehnt: „Wir haben den Prozess zur Naturparkplanung im vergangenen Jahr mit der Auswertung von Studien und regionalen Konzepten angestoßen; zudem gab es Interviews mit Schlüsselpersonen, einen Workshop mit den Naturpark-Mitarbeitern sowie eine Dokumentenrecherche, in der der Status quo ermittelt wurde“, fasst Naturpark-Geschäftsführer Karl-Heinz Dunker die Vorarbeit zusammen.

Dass eine Plan-Fortschreibung notwendig ist, darüber besteht für ihn und Naturpark-Mitarbeiterin Christina Cammerer, Humangeografin mit Schwerpunkt Stadt- und Regionalforschung, kein Zweifel: „In der ursprünglichen Planung von 2003 standen Wanderungen und Wanderwege, die klassische Besucherlenkung im Vordergrund; nun will man den geänderten Rahmenbedingungen Rechnung tragen und die Themen Klimaschutz, Naturschutz und Artensterben in den Fokus rücken“, sagt Christina Cammerer, die für das Projekt „Naturpark 2030“ zuständig ist.

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Startschuss

Am 23. Januar geht es nun darum, den offiziellen Startschuss für den Dialogprozess zu geben. Nach Bad Wildbad eingeladen sind alle Mitglieder, Partner und Interessenten, die ihre Anregungen formulieren können, erläutert Cammerer: Generell sollen an diesem Tag Abläufe geklärt werden, ebenso die Frage, wie und wo man sich einbringen kann. Nach diesem Großauftakt folgt eine Infotour zu Mitgliedsgemeinden und -städten.

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Video wird produziert

Hier will man einen innovativen Weg gehen: Derzeit wird ein Video produziert, in dem erklärt wird, warum sich der Naturpark diese Zukunftsfragen stellt, welche Ansätze verfolgt werden, wie das weitere Prozedere ist. „Es ist eine Info-Tour zu unseren 106 Städten und Gemeinden, die auf diesem Weg weiter eingebunden werden sollen“, so Cammerer.

Gemeinsam würden Ziele abgesteckt. Es folgen Ideen-Werkstätten für Akteure und Gemeinderäte. Bis Mai soll dieser Komplex abgeschlossen sein. Bis September stehen dann die Ideen-Tour zu Naturpark-Schulen, eine Vertiefungs-Werkstatt mit Experten, die Ideen-Werkstatt „Junge Unternehmer“ und ein Partner-Treffen auf dem Ablaufplan.

Verschiedene Perspektiven

Eines ist diesen Ansätzen gemeinsam: Unterschiedliche Perspektiven werden eingenommen. Zusammen mit Fachexperten und der Geschäftsstelle sollen die verschiedenen Themenfelder quergedacht werden. „Wir lassen uns natürlich auch von Experten aus dem naturwissenschaftlichen Bereich begleiten“, betont Dunker.

In einer öffentlichen Zwischenbilanz werden am 23. September in Loßburg die bislang erzielten Ergebnisse vorgestellt – und es wird gefragt, wie sich die formulierten Leitlinien und Ziele strategisch umsetzen lassen. Es folgt die Werkstatt „Naturpark-Geschäftsstelle“, wenig später wird der Gesamtvorstand des Naturparks Priorisierungen vornehmen und letzte Fragen abklären. Im Dezember ist es dann so weit: Der Naturpark-Plan 2030 soll verabschiedet werden.

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Auftakt in Bad Wildbad

Nun steht als erstes Großereignis der 23. Januar an. Klaus Mack, Naturpark-Vorsitzender und als Bürgermeister von Bad-Wildbad Gastgeber der Auftaktveranstaltung, bezeichnet die Naturparkplanung als Grundlage der Arbeit in den nächsten zehn Jahren: „Wesentliches Element ist, wie der Beteiligungsprozess gestaltet werden kann, weil das Naturparkprojekt von unten her getragen wird“.

Im Gegensatz zum Nationalpark, der verordnet wurde, „haben wir uns als Verein gegründet. Und genau deshalb ist es wichtig, Strategien und Ziele gemeinsam zu erarbeiten, Bürger und Kommunen auf den Weg mitzunehmen“. Das gelte besonders für junge Menschen, so Mack mit Blick auf die fortschreitende Digitalisierung. „Wir erhoffen uns auf diesem Weg zudem Antworten auf die Frage, wie man junge Leute wieder in die Natur bringt“.