Rettungswagen im Einsatz
Die Rettungsleistelle in Rastatt ist nach den Irrfahrten mehrerer Rettungswagen in Mittelbaden in die Schlagzeilen geraten. | Foto: Jens Büttner/Archiv

Rettungsdienst in Mittelbaden

Notarzt muss ausschließlich für Patienten da sein

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Die Versorgung von Notfallpatienten in Mittelbaden kommt nicht aus den Schlagzeilen. Gleich mehrfach konnten Patienten nach einem Herzinfarkt oder in sehr kritischen Situationen in der Schwangerschaft nicht in das nächste auf ihren Fall spezialisierte Krankenhaus eingeliefert werden (siehe Links zu den jeweiligen BNN-Beiträgen unten auf dieser Seite). Die Intensivstationen der wegen der räumlichen Nähe eigentlich zuständigen Klinik hatten sich jeweils bei der Integrierten Leitstelle in Rastatt abgemeldet, weil ihre Kapazitäten erschöpft waren.

Nur in Ausnahmen

Das ist nicht gut, aber in Ausnahmefällen nicht in jedem Fall zu vermeiden. Keine Klinik kann unendlich viele Plätze auf Intensivstationen bereit halten. Deutlich bedenklicher ist, dass die Menschen in lebensbedrohlichen Situationen zum Teil mehrere Stunden im Rettungswagen verbringen mussten. Weil nach Absage des eigentlich zuständigen Krankenhauses unklar war, wohin die Patienten alternativ gebracht werden sollten, fuhr der Rettungswagen zunächst orientierungslos in Richtung Offenburg und dann wieder in Richtung Karlsruhe. Einer landete schließlich im 160 Kilometer entfernten Lörrach. Unterwegs telefonierten Notarzt und Rettungssanitäter mit den Krankenhäusern der näheren und weiteren badischen Region, welches denn nun ihren Patienten aufnehmen könne.

Bessere Koordination

Es ist die Aufgabe der Rettungsleitstelle in Rastatt, diese lebensrettenden Einsätze zu koordinieren. Natürlich hat Jörg Peter als im Landratsamt zuständiger Dezernent in der Donnerstagsausgabe dieser Zeitung mit Recht darauf hingewiesen (siehe BNN-Interview), dass der verantwortliche Notarzt im Rettungsfahrzeug die letzte Entscheidung trifft. Er kann, wenn es ihm notwendig erscheint, eine eigentliche abgemeldete Klinik ansteuern, selbst auf die Gefahr hin, dass dort irgendwann Betten auf dem Flur stehen. Es ist sicher sinnvoll, wenn sich ein Notarzt direkt aus dem Rettungsfahrzeug mit seinen Kollegen in der Klinik über einen kritischen Fall austauscht.

Keine Irrfahrten

Es darf aber nicht sein, dass er endlos mit verschiedenen Krankenhäusern telefonieren muss, um einen geeigneten Platz zu finden. In der Zwischenzeit fährt das Rettungsauto zunächst sinnlos in Richtung Süden, dann wieder nach Norden, um schließlich orientierungslos auf einem Parkplatz in Bühl zu landen. Es sollte, nein es muss Aufgabe der Rettungsleitstelle sein, einen Krankenhausplatz zu finden. Das Personal an Bord ist ausschließlich für die Patienten da.