Beliebter Fußweg bei Steinbach: Nach Ansicht von Stadt- und Ortschaftsrat Günter Seifermann sollte er schleunigst für den Nutzung mit Rollatoren und Kinderwagen ausgebaut werden. | Foto: Bernhard Margull

Fußweg in Steinbach umstritten

Pfad durch Obstwiesen wird Zankapfel

Es ist nur ein Trampelpfad. Trotzdem erhitzt er die Gemüter. Von einem „miserablen Zustand des Fußweges zwischen Steinbacher Sommer- und Hänferstraße“, spricht der streitbare Stadt- und Ortschaftsrat Günter Seifermann (Grüne) in einer Email an die Redaktion. Beliebt, aber inzwischen völlig verwahrlost sei dieser Weg zwischen dem Baden-Badener Stadtteil Steinbach und der alten Bundesstraße 3, meint er und sieht Handlungsbedarf.

Ausbau erst 2019

Da ist man im Rathaus mit dem Kommunalpolitiker aus dem Rebland einer Meinung. Aus diesem Grund wurde die Sanierung des Weges in den aktuellen Doppelhaushalt 2018/19 eingestellt. In Angriff genommen werden soll das Projekt aber erst im nächsten Jahr.

Seifermann fordert schnelles Handeln

Damit ist Seifermann nicht einverstanden. „Der aktuelle Zustand des Fußweges ist für Passanten unzumutbar und gefährlich“, schrieb er am 11. April an das Fachgebiet Park und Garten. „Gehhilfe oder Kinderwagen können dort nicht mitgeführt werden, und älteren/behinderten Menschen ist die Nutzung mangels ausreichender begehbarer Breite nicht mehr möglich. Ich glaube kaum, dass Sie unter diesen Umständen mit den im Doppelhaushalt 2018/19 bereits eingestellten Haushaltmitteln noch immer zuwarten können. Bitte werden Sie deshalb kurzfristig tätig und stellen die ursprüngliche Wegbreite noch in diesem Frühjahr wieder her. Die Alternative wäre nämlich ansonsten, den Weg an den Zugängen aus Sicherheitsgründen zu sperren oder zumindest ‘Benutzung auf eigene Gefahr´ auszuschildern.“

Keine Schlaglöcher

Matthias Ott vom Fachgebiet Park und Garten antwortete Seifermann am 20. April. Seine Abteilung sieht keinen „dringenden Handlungsbedarf“. „Wir haben uns den Weg Anfang dieser Woche angeschaut und können sagen, dass sich der Zustand des Weges seit der Mittelanmeldung vom Mai 2017 nicht sonderlich verschlechtert hat“, berichtet er in seiner Mail. „Er hat zwar nur eine geringe Breite, ist jedoch eben und frei von Schlaglöchern. Der Weg ist als normaler, schmaler Feldweg gedacht und war nie für die Nutzung mit Rollatoren oder Rollstühlen konzipiert.“

Nicht oberste Priorität

Gartenamtschef Markus Brunsing bekräftigt auf Anfrage dieser Zeitung die Haltung seiner Behörde. Der Ausbau des Fußweges habe nicht höchste Priorität. Der Weg sei immer relativ schmal gewesen, weil er eben als Fußweg und nicht als Wirtschaftsweg für Traktoren angelegt worden sei. „Bereits 2013 war der Weg Thema im Ortschaftsrat Rebland“, erinnerte Brunsing. „Wir haben verschiedene Varianten vorgestellt. Damals gab es lange Diskussionen. Das Gremium hat mit breiter Mehrheit entschieden, den Weg vorerst nicht auszubauen.“ Offensichtlich konnte sich Seifermann seinerzeit mit seiner Meinung nicht durchsetzen.
In der Zwischenzeit habe sich aber gezeigt, dass ein breiterer Ausbau gewünscht werde, konstatierte Brunsing. „Der Weg wächst von beiden Seiten zu“, berichtete der Gartenbauamtsleiter. „Allerdings haben wir seinen Zustand kürzlich kontrolliert. Er ist in Ordnung. Es gibt keine Löcher oder Stolperfallen.“

Rund 10.000 Euro Baukosten

Brunsing betonte, dass der Fußweg im nächsten Jahr saniert werden soll. Der Termin steht nicht fest, weil die exakte Planung seiner Behörde jeweils erst zum Jahresbeginn gemacht wird. „Der Ausbau kostet rund 10 000 Euro“, berichtete Brunsing. „Das ist eine Summe, die ich außerhalb des Haushaltsplans nicht mal eben so abzweigen kann.“ Schon aus diesem Grund sei es nicht möglich, das Projekt vorzuziehen.
Der 430 Meter lange Trampelpfad soll im nächsten Jahr wieder auf seine ursprüngliche Breite von einem Meter ausgebaut werden. Die Wiesen werden dazu seitlich abgeschabt. Der Weg erhält eine wassergebundene Decke mit Absplittung. Ähnliche Fußwege gibt es in der Lichtentaler Allee. „Dann kann man den Weg auch mit Rollator oder Kinderwagen benutzen“, sagte Brunsing.

Rebland-Ortsvorsteher Ulrich Hildner kennt die Diskussion um den Fußweg und erinnert sich noch gut an die Diskussion im Ortschaftsrat vor fünf Jahren. Im Hinblick auf eine angebliche Gefährdung von Benutzern meint er: „Ich verlasse mich auf die Einschätzung unseres Fachamtes.“