Weitere Ansiedlungen zeichnen sich im Gewerbepark entlang der Söllinger Start- und Landebahn ab. So will die Firma greenfield development im zehn Hektar großen A-Sektor (unten links) investieren, der dann vollständig belegt sein wird. | Foto: pr

greenfield development

Projektentwickler zieht es in den Baden-Airpark

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Nach einem eher ruhigen Jahr 2015 zog seit Anfang 2016 die Nachfrage nach Gewerbeflächen im Baden-Airpark merklich an. Jochen Mössinger, der Bereichsleiter Immobilien und Technik, spricht von „Erfolg versprechenden Anfragen“ und Verhandlungen, die kurz vor dem Abschluss stehen, allen voran die Gespräche mit der greenfield development GmbH. Der Projektentwickler und Investor für Industrie- und Logistikimmobilien mit Sitz in Düsseldorf will im Frühjahr eine 40 000 Quadratmeter große Fläche im A-Sektor des Airparks auf Basis eines Erbbaurechtsvertrages übernehmen. 20 Jahre nach der zivilen Umwandlung der einstigen kanadischen Air Base werden dann über 90 Prozent der ursprünglich zu vermarktenden Gewerbeflächen (circa 142 Hektar) vergeben sein.

125 Firmen und 2500 Mitarbeiter

Am 17. Mai 1997 hob der erste Charterflug vom Baden-Airport nach Palma de Mallorca ab, und parallel zur zivilen Luftfahrt startete auch die Vermarktung des Gewerbegebiets, die dann 2001 – mit der Gründung der Baden-Airpark GmbH – intensiviert wurde. Die Entwicklung ist „planmäßig gut gelaufen“, bilanziert Mössinger mit Blick auf die heute 125 ansässigen Firmen mit über 2 500 Mitarbeitern. Als realistisches Ziel bis 2020 nennt er die Schaffung von 500 weiteren Arbeitsplätzen im Baden-Airpark.
Das strukturstarke Gebiet Mittlerer Oberrhein, die gute Konjunkturlage in der Technologieregion Karlsruhe und die Tatsache, dass freie Gewerbeflächen in der Region rar seien, wirkten und wirken sich laut Mössinger positiv auf die Entwicklung des Baden-Airparks aus.

Neue Hallen im A-Sektor geplant

Im Sektor A, der die Ansiedlung von Logistikfirmen vorsieht, ist jedoch bald das „Ende der Fahnenstange“ erreicht. Die bereits ansässige Fachspedition Dischinger hat angekündigt, ihr Optionsrecht auszuüben und wird dann auf einer Erweiterungsfläche von circa 30 000 Quadratmetern eine neue Halle erstellen. In unmittelbarer Nachbarschaft will sich die Firma greenfield development ansiedeln. Das Unternehmen plant laut Auskunft des Airpark-Bereichsleiters den Bau von zwei Hallen, die wiederum an einen großen Logistiker aus dem Hamburger Raum vermietet werden sollen. Dieser wiederum arbeitet im Just-in-time-Geschäft unter anderem für große Unternehmen wie Daimler und sorgt für einen schnellen Warenumschlag. Mössinger hofft, dass der Vertrag mit greenfield development Anfang 2017 in trockenen Tüchern ist. Dann sei der insgesamt circa zehn Hektar große A-Sektor vollständig belegt.

Zoll zieht ins Airpark Business Center

Kleinere Flächen mit insgesamt rund 5,5 Hektar gibt es seinen Angaben zufolge noch im Sektor B des Gewerbeparks, der dem Dienstleistungsbereich vorbehalten ist. Auch hier tut sich etwas: Wie bereits berichtet, zieht das Zollamt Baden-Baden zum 1. April 2017 von der Ooser Bahnhofsstraße in das Airpark Business Center, in dem dann künftig unter anderem die Landespolizei, die Bundespolizei sowie der Zoll unter einem Dach ansässig sind. Das 6 000 Quadratmeter Nutzfläche umfassende Gebäude sei dann voll belegt. In der mittelfristigen Planung der Baden-Airpark GmbH gebe es die Option auf einen angrenzenden Erweiterungsbau.
Die Reserveflächen im Sektor C (Innovations- und Handelszentrum) sollen vorläufig weiterhin als Parkplätze für die Fluggäste zur Verfügung stehen. Mittelfristig könnte dort ein Parkhaus entstehen, so Mössinger, allerdings: „Dazu brauchen wir einen Investor.“ Gemeinsam mit dem Zweckverband Söllingen strebt die Baden-Airpark GmbH im kommenden Jahr in einem Teil des Sektor C eine Bebauungsplanänderung an, um dort mittelständischen Handwerksbetrieben, die nicht in den Dienstleistungssektor (B) passen, die Gelegenheit einer Ansiedlung zu ermöglichen.
Fünf Reservierungen in einer Größenordnung von insgesamt 16 000 Quadratmetern gibt es für Interessenten im D-Sektor. Dies sind in erster Linie Handwerksfirmen. „Wir profitieren hier von unseren Mitgesellschaftern“, meint Mössinger angesichts der Tatsache, dass unter anderem auch Betriebe aus Baden-Baden einen Umzug erwägen, wenn sie im Gewerbegebiet an der Oos keine Entwicklungsmöglichkeiten haben. Aktuell gibt es hierzu Gespräche mit einer Firma im Bereich Gefahrgutschulungen, einer Kfz-Werkstatt, einer Autoaufbereitungsfirma, einem Unternehmen im Bereich Sandstrahltechnik und einer Firma, die im Bereich des Fertighausvertriebs tätig ist.

Sektor E bereits komplett vergeben

Im E-Sektor (Industriebetriebe) fehlt der Baden-Airpark GmbH indes schon jetzt die Möglichkeit, Interessenten Grundstücke anzubieten. Außer der Reservefläche der bereits ansässigen Firma Rauch Landmaschinenfabrik für die Erweiterung der Produktion und eines Bürogebäudes für die Umsiedlung der Verwaltung aus Sinzheim in den Baden-Airpark ist dieser Bereich des Gewerbeparks mittlerweile komplett vermarktet.

Vermarktungskonzept für Restflächen

Die Grundstücke im Baden-Airpark werden generell entweder verkauft oder per Erbbaurechtsvertrag verpachtet. Letzteres sei für die Baden-Airpark GmbH vorteilhafter, da durch die Erbbauzinsen langfristige Einnahmen anstatt der einmaligen Einnahme generiert werden, erläutert Bereichsleiter Jochen Mössinger. Alles in allem gibt es im Airpark noch circa zehn Hektar freie Flächen, davon fünf im B-Sektor und drei im C-Sektor. Der Karlsruher Gewerbeimmobilienmakler Kunz-Schulze erhielt den Auftrag, im Jahr 2017 ein Vermarktungskonzept für diese Restflächen auszuarbeiten.

Hoffnung auf „Schlüssel-Investor“

Die Baden-Airpark GmbH erhofft sich dadurch, einen „Schlüssel-Investor“ an Land ziehen zu können. Bisher scheiterte dies jedoch vor allem an der „stark verbesserungsbedürftigen ÖPNV-Anbindung“ des Baden-Airparks, so Mössinger. Wie wichtig diese Infrastruktur ist, zeigt auch das Ergebnis der aktuellen Firmenumfrage, laut der die Wichtigkeit des öffentlichen Personennahverkehrs noch vor der Autobahnanbindung eingestuft wird. Ganz oben auf der Skala der Kriterien steht übrigens die Breitbandanbindung. Hier ist die Baden-Airpark GmbH aktuell dabei, über den Zweckverband Söllingen den Beitritt zum IKZ Breitbandprojekt Mittelbaden vorzubereiten, um die Weichen für eine Verbesserung in diesem Bereich zu forcieren.
Zum 1. Januar 2018 kündigt die Baden-Airpark GmbH auch die Einführung einer neu konzeptionierten Gastronomie an, die sowohl die vier Einheiten im Flughafen-Terminal als auch das derzeit geschlossene Restaurant „Da Vinci“ umfassen soll.