Ein Fitnessstudio möchte in die ehemalige Raiffeisenhalle in der Meister-Erwin-Straße einziehen. Anwohner befürchten eine chaotische Parksituation. | Foto: Ulrich Coenen

Umnutzung Raiffeisenhalle Bühl

Sorge vor chaotischer Parksituation

Die Pläne, die ehemalige Raiffeisenhalle in der Bühler Meister-Erwin-Straße in ein Fitnessstudio umzuwandeln, machen Anwohnern der umliegenden Straßen Sorgen. Sie befürchten eine erhebliche zusätzliche Verkehrsbelastung und eine Verschärfung der Parksituation. Deshalb haben sie eine Unterschriftenaktion gestartet. Mittlerweile 165 Anwohner haben sich daran beteiligt. Die Aktion zielt auf die „Vermeidung einer chaotischen Parksituation im Gebiet Wasserbett (Steinfeldweg/Steinstraße/Meister-Erwin-Straße) aufgrund nicht ausreichender Pkw-Stellflächen bei der Nutzungsänderung des Anwesens Meister-Erwin-Straße 29“. Eine Nutzungsänderung dürfe nur genehmigt werden, „wenn eine ausreichende Anzahl an Parkplätzen durch den zukünftigen Betreiber ausgewiesen werden kann.“

„Situation schon angespannt“

Bei verkaufsoffenen Sonntagen oder bei Betriebsversammlungen eines Großunternehmens in der Großsporthalle sei weit und breit kein Parkplatz mehr zu finden. Was an solchen einzelnen Tagen zu akzeptieren sei, könne durch das Fitnessstudio zur Regel werden, befürchten die Anwohner. Sie berichten gegenüber dem Acher- und Bühler Boten von einer ohnehin schon angespannten Situation in ihrem Wohngebiet. „Während der Woche ist durch die Musikschule alles blockiert“, klagt ein Anwohner. Vor zwei Jahren habe die Stadtverwaltung zugesichert, den Parkplatz bei der Musikschule neu zu gestalten und klarer einzuteilen. Außer provisorischen Maßnahmen sei seither aber nichts geschehen. Die Meister-Erwin-Straße sei oft zugeparkt, die Autos stünden mit laufendem Motor vor dem Musikschulgebäude. Diese Situation könnte sich nun noch verschärfen, befürchtet der Anwohner: „Das Fitnessstudio setzt noch einen drauf.“ Denn dieses werde im Verhältnis zur Musikschule noch deutlich mehr Verkehr generieren.

Anwohner sehen ihre Interessen nicht beachtet

Die Anwohner sehen vor diesem Hintergrund ihre Interessen nicht beachtet und wollen deshalb mit der Unterschriftenliste, die an Oberbürgermeister Hubert Schnurr übergeben werden soll, auf ihr Anliegen aufmerksam machen. Eine Lösung könnte aus ihrer Sicht darin bestehen, die Meister-Erwin-Straße bis zur Steinstraße zur Anwohnerstraße zu machen, um so ein ungezügeltes Parken zu verhindern.
Auf ABB-Anfrage machte Corina Bergmaier, die Leiterin der städtischen Stabsstelle Baurecht/Wirtschaftsförderung, deutlich, dass die Stadt in dieser Frage keinerlei Ermessensspielraum habe. Die Entscheidung, wie viele Stellplätze gefordert werden, basiere auf einer übergeordneten Gesetzgebung und habe sowohl die Fläche als auch die geplante Nutzung im Blick: „Die Stellplatzverordnung schreibt vor, wie solche Zahlen errechnet werden. Im Falle von Spielflächen und Sporthallen ist pro 25 Quadratmeter ein Stellplatz nachzuweisen.“ Nach einem bestimmten Punkteschlüssel fließe auch die Frage der Anbindung an den Öffentlichen Personennahverkehr ein.

Bauantrag relativ weit

Unterm Strich ergebe sich bei der Raiffeisenhalle ein Bedarf von 17 Stellplätzen, der Bauherr wolle aber 25 ausweisen. „Wir können nicht mehr fordern, als die Stellplatzverordnung hergibt“, betont Bergmaier. Der Bauantrag ist nach ihren Worten im Übrigen schon „relativ weit“, lediglich einige Details seien vor der Genehmigung noch zu klären. Ein gemeinderätliches Gremium müsse mit dem Thema nicht befasst werden.