DAS TICKET ZUR JUGEND-DEM hat die Bühler Schwimmerin Emely Kölmel gelöst. | Foto: Schwimmteam TV Bühl

Emely Kölmel darf zur DM

Spagat zwischen Schule und Schwimmen

Anzeige

Zwei Mal Gold und einmal Silber auf Landesebene, jetzt zweitbeste Schwimmerin des Jahrgangs 2003 in Süddeutschland über 50 Meter Brust. Klar, dass sich Emely Kölmel vom TV Bühl für die deutschen Jugendmeisterschaften hohe Ziele gesetzt hat. Die 16-jährige Bühlerin, die gerade ihren Abschluss an der Carl-Netter-Realschule macht, will in die Finals, und leistet derzeit den Spagat zwischen Schule und Schwimmen.

Ziel sind die Finals

Vom 28. Mai bis 1. Juni finden in Berlin die nationalen Titelkämpfe statt, und am Start ist die gesamte Elite der deutschen Schwimm-Jugend. Angesichts der starken Konkurrenz aus zahlreichen Leistungszentren zum Beispiel dem Olympia-Stützpunkt Heidelberg sei es für den TVB umso bemerkenswerter, eine Schwimmerin in den Teilnehmerlisten der DM zu haben, sagt Cheftrainer Christian Hensel. Er traut es seinem Schützling durchaus zu, sich im Reigen der besten Acht zu platzieren.

Ich glaube, dass ich es irgendwie schaffe

Die junge Bühlerin geht über 50, 100 und 200 Meter Brust an den Start. Druck macht sie sich nicht, es ist vielmehr die positive Grundeinstellung, die die 16-Jährige trägt. „Ich glaube daran, dass ich es irgendwie schaffe“, sagt sie. Und der Trainer ergänzt: „Es ist wichtig, auf sich selbst zu schauen.“ Denn es gebe viele Faktoren, die ein Sportler gar nicht beeinflussen könne: Die physische und mentale Fitness der Gegner gehört da dazu. Doch genau das mache eine Schwimmerin wie Emely Kölmel aus, die sich sehr gut auf sich fokussieren könne.

ÜBER DIE SILBERMEDAILLE freute sich Emely Kölmel bei den Süddeutschen Meisterschaften. | Foto: Schwimmteam TV Bühl

Und dann spielt natürlich die Tagesform mit hinein, wie bei der süddeutschen Vizemeisterschaft über 50 Meter Brust in Freiburg. Da habe er beim Einschwimmen gesehen, dass Emely an diesem Tag vorne mitmischen könne, so Hensel. Zum einen seien die Zeiten gut gewesen, zudem war die Bühlerin gut drauf. Natürlich kommt kein Erfolg ohne konsequentes Training. „Sechs mal pro Woche Wassertraining, ein Mal Kraft, dazu einmal Trockenübungen am Zugseil“, beschreibt die Leistungssportlerin ihr Pensum, das sie vor den Süddeutschen absolvierte.

Weiter intensives Training

Und es wird in den nächsten Wochen nicht weniger werden. 14 Tage wird die 16-Jährige noch einmal ganz intensiv zu Werke gehen, die letzten sieben Tage vor dem „Showdown“ in der Bundeshauptstadt wird die Intensität herunter gefahren. „Dann geht es nur noch darum, im Wettkampf die nötige Spritzigkeit zu haben“, erklärt der Coach.

Emely hat als Sportlerin eine ganz professionelle Einstellung!

Emely Kölmel, die neben Schule und eigenem Training auch noch eine Gruppe Nachwuchsschwimmer coacht, hat in den vergangenen Monaten in Sachen Leistung einen großen Sprung nach vorn gemacht. Ihre Bestzeiten schwamm sie nicht mehr bei eher sekundären Einladungswettkämpfen sondern vor allem bei den großen Turnieren. Und sie habe, so Hensel, gelernt, nach Rückschlägen nicht alles in Frage zu stellen. Doch zum Erfolg gehöre auch, nach Erfolgen nicht abzuheben. „Da hat Emely eine ganz professionelle Einstellung.“

 Nicht die erste Teilnahme an einer Jugend-DM

Die Bühler Top-Athletin hat aber durch noch eine Gewissheit zusätzliche mentale Stärke gewonnen: Sie weiß, dass sie nicht vom Start weg die Schnellste ist, eine gewisse Anlaufphase braucht, aber im weiteren Rennen dann in der Regel die Schnellste im Feld ist. Das gebe die nötige Sicherheit, sagt die 16-Jährige. Den Spagat zwischen Leistung im Klassenzimmer und im Schwimmbecken sei in der Vergangenheit immer machbar gewesen, berichtet die sympathische, junge Frau vor der vierten Teilnahme an der Jugend-DM und ergänzt: „Dieses Jahr sei es schon schwieriger gewesen, aber es hat ganz gut funktioniert.“

Ein Organisationstalent

Emely Kölmel ist ein Mensch, der sein Leben gut organisieren kann. Nach dem Realschulabschluss will sie ihre schulische Laufbahn am Wirtschaftsgymnasium fortsetzen – und das vielleicht als eine der acht besten Jugendschwimmerinnen der Nation.

Als Trainerin ein Gewinn

Chefcoach Hensel freut sich mächtig über die Erfolge seines Schützlings. Dem Verein könne nichts besseres passieren, als wenn eine Leistungsträgerin wie Emely Kölmel auch den Nachwuchs trainiert. Das habe bei der nachrückenden Schwimmgeneration Vorbildfunktion, „da schauen die Kleinen dann auch auf.“