Erfolgreiches Gründertrio: Sebastian Hust, Hendrik Seiler und Sebastian Niewöhner (von links) haben sich beim Studium kennengelernt und gemeinsam das Unternehmen Talentcube auf die Beine gestellt. | Foto: pr

Vimbucher Jungunternehmer

Spannung vor Gang in „Höhle der Löwen“

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Das Studium ist beendet, die Suche nach der richtigen Arbeitsstelle läuft – und die Erfahrungen dabei werden zur Grundlage eines eigenen, mittlerweile erfolgreichen Unternehmens. So ließe sich der Weg des aus Vimbuch stammenden Jungunternehmers Hendrik Seiler in wenigen Worten beschreiben. Die Geschichte, die dahinter steht, birgt aber viel mehr Facetten – eine davon ist eine Fernsehsendung, von der sich Talentcube, so der Name des Start-ups, einen weiteren Schub verspricht. Am Dienstag, 21. November, steht Seiler gemeinsam mit seinen Geschäftspartnern Sebastian Hust und Sebastian Niewöhner in der „Höhle der Löwen“ – in der ab 20.15 Uhr auf Vox zu sehenden Sendung hoffen sie darauf, dass einer der „Löwen“ anbeißt, sprich: in ihr Unternehmen investiert.

Im Studium kennengelernt

Kennengelernt hat sich das Trio während des Studiums. Seiler hatte an der Bühler Carl-Netter-Realschule die Mittlere Reife und 2007 am Technischen Gymnasium das Abitur abgelegt. Das duale Studium der Wirtschaftsinformatik, in Kooperation mit Porsche, führte ihn nach Stuttgart. Die Idee zu Talentcube entstand aus einer Masterarbeit zum Thema „Mobile Recruiting“, in der die Schwachstellen aktueller Bewerbungsprozesse untersucht und Optimierungsansätze durch den Einsatz von Smartphones abgeleitet wurden. Daraus wurde ein Unternehmen, das mit einer Bewerbungsplattform sowohl Bewerber als auch Firmen im Blick hat, dabei neue Wege beschreitet und als „Europas führende Lösung für mobile Video-Bewerbung“ firmiert.

Rasches Wachstum

Die Firmengeschichte begann in Esslingen, unterstützt von einem Förderprogramm des Bundeswirtschaftsministeriums; Ende 2015 ging die erste Produktversion live, und schließlich zog das Start-up nach München, wo es in den Genuss einer Förderung durch die Ludwig-Maximilians-Universität kam. Dort ist das Unternehmen rasch gewachsen und zählt mittlerweile rund 100 Kunden. Diese reagieren damit auf die Smartphone-Affinität potenzieller junger Mitarbeiter. „Das klassische Anschreiben“, sagt Seiler, „macht viel Aufwand, bringt aber meist wenig.“ In vielen Unternehmen werde allenfalls oberflächlich hinein geschaut. Gerade in Fällen, wo der Lebenslauf nicht linear verlaufe oder auch keine Top-Noten vorzuweisen seien, komme es gar nicht erst zum Bewerbungsgespräch. Die Talentcube-App wolle dagegen die Persönlichkeit in den Mittelpunkt rücken und den Personalchefs die Möglichkeit geben, frühzeitig die richtigen Kandidaten für zeitintensive Bewerbungsgespräche zu finden. „Wir haben eine Plattform entwickelt, auf der Bewerber ganz einfach ihre Daten und Dokumente einstellen – und in der sie sich mit einer Videovorstellung dem potenziellen Arbeitgeber präsentieren können.“ Das besondere Merkmal: Unternehmen hinterlegen zu ihrer Stellenausschreibung drei individuelle Fragen, die der Bewerber im Video beantwortet. Darauf können sich die interessierten Kandidaten nicht vorbereiten, weshalb die Firmen schon vor dem Bewerbungsgespräch einen authentischen und persönlichen Eindruck der Kandidaten erhalten. Diese wiederum können unabhängig von ihrem Lebenslauf mit Wissen, Ausstrahlung und ihrer Persönlichkeit punkten.

Zwölf Mitarbeiter

Das Unternehmen zählt mittlerweile zwölf Mitarbeiter (eingestellt wurde natürlich nach Bewerbungen über die eigene Plattform) und wurde im September bei der Kölner Fachmesse „Zukunft Personal“ mit dem Innovationspreis „Recruiting & Consulting“ ausgezeichnet. Jetzt hoffen Seiler und seine Partner auf den nächsten Schritt. „Wir haben uns nach Kontakten mit anderen Start-ups bei der ,Höhle der Löwen‘ beworben und nach einem Probedreh relativ schnell die Rückmeldung erhalten, dass wir dabei sein werden“, berichtet Seiler. Was aus der fast eineinhalbstündigen Vorstellung geworden ist, ist ein streng gehütetes Geheimnis – am Dienstag ab 20.15 Uhr wird es gelüftet.

Die Unterhaltungssendung „Die Höhle der Löwen“ läuft seit 2014 bei Vox. Sie ist der deutsche Ableger des britischen Reality-TV-Formats „Dragon’s Den“. In der Show haben Firmengründer Gelegenheit, bei prominenten Investoren um Kapital für das Wachstum ihres Unternehmens zu werben. Ein solcher „Pitch“ besteht meistens aus der Präsentation des Produktes und einer Investitionssumme, die von den Kandidaten vorgeschlagen wird (Talentcube aus München nannte eine 20-prozentige Firmenbeteiligung für 400 000 Euro). In der Sendung werden aber nur Ausschnitte dieser Präsentation gezeigt. Als potenzielle Investoren, in der Sendung „Löwen“ genannt, wirken in der aktuellen Staffel der Tech-Investor Frank Thelen, der Finanzunternehmer Carsten Maschmeyer, die deutsch-amerikanische Teleshopping-Expertin Judith Williams, die CSU-Politikerin und ehemalige Miss Germany Dagmar Wöhrl und der Unternehmer Ralf Dümmel mit, der als Spezialist für Non-Food-Produkte auf dem deutschen Markt erfolgreich ist.Die „Löwen“ bringen sich, sofern ein Kandidat sie überzeugen konnte, in dessen Firma mit einer finanziellen Investition sowie mit ihrem speziellen Fachwissen und ihrer unternehmerischen Erfahrung ein.