Der Kiosk im Schwarzwaldbad wird mit großem finanziellem Aufwand saniert und erweitert. Zu Beginn der neuen Freibadsaison im Mai soll er fertig sein. | Foto: Bernhard Margull

Fertig zur Freibad-Saison

Stadt Bühl investiert eine halbe Million Euro in die Sanierung des Schwimmbad-Kiosks

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Der Kiosk des Bühler Schwarzwaldbades ist seit vielen Jahren ein Sanierungsfall. Jetzt handelt die kommunale Sportstätten GmbH und investiert eine halbe Million Euro. Vor allem die Küche wird modernisiert und erweitert. Pünktlich zum Start der neuen Freibad-Saison im Mai soll alles fertig sein.

„In der Hochsaison bewirten wir an einem Tag mehr Gäste als das Festzelt beim Zwetschgenfest!“ Aus Sicht von Jörg Zimmer ist die Sanierung des Kiosks im Schwarzwaldbad mehr als überfällig. Der Geschäftsführer der Bühler Sportstätten GmbH investiert 500.000 Euro in dieses Projekt, das bis zum Beginn der Freibadsaison Mitte Mai abgeschlossen sein soll. „Der Zeitplan ist sportlich“, räumt Zimmer im Gespräch mit der Redaktion ein.

Hallenbad wurde vor 20 Jahren renoviert

Zu Beginn des Jahrtausends wurde das Hallenbad renoviert. „Eigentlich hätten wir damals auch gleich den Kiosk in Angriff nehmen sollen“, sagt Zimmer. „Das ist natürlich immer auch eine finanzielle Frage. Und natürlich braucht man auch ein Konzept.“

Bis zu dieser Hallenbad-Sanierung vor zwei Jahrzehnten gab es im Schwarzwaldbad nämlich noch ein richtiges Restaurant, das konsequenterweise „Schwarzwaldstube“ hieß. Das wurde damals aufgegeben. In einer Zeit, in der sich die Gastronomie in Mittelbaden ohnehin schwer tut, sah man keine große Zukunft.

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Vom Restaurant zum Kiosk geschrumpft

Der Gastraum wurde der Wärmehalle zugeschlagen. Doch Tische und Stühle blieben stehen, sodass sich die Badbesucher, die sich in dem nun zum Kiosk geschrumpften Restaurant Speisen und Getränke holten, immer noch setzen konnten. Auch an der anderen Seite des Kiosks im Bereich der Eingangshalle des Schwimmbades blieben Tische und Stühle stehen.

Die Elektroinstallation ist längst museumsreif

Geschäftsführer Jörg Zimmer

Doch die Küche macht Zimmer und dem Pächter schon seit vielen Jahren keine Freude mehr, und das gleich aus mehreren Gründe. „Die Lüftung war schon immer problematisch“, berichtet der Geschäftsführer. „Die Elektroinstallation ist längst museumsreif.“

Jetzt wird gehandelt. Anfang Dezember haben die Bauarbeiten begonnen. Weil die halbe Million Euro knapp bemessen ist, musste das Personal des Schwimmbads bei der Neugestaltung der Terrasse im Außenbereich selbst anpacken. Dort wurden die Treppenstufen entfernt, die immer wieder zu Unfällen geführt haben.

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Kapazität der Küche soll sich verdoppeln

Die Arbeiten im Bereich der Küche, die durch das Versetzen der Fassade in Richtung Außenbereich deutlich größer werden soll, wurden an Fachfirmen vergeben. Um die Gebäudetechnik kümmern sich die Stadtwerke.

„Ich gehe davon aus, dass sich die Kapazität der Küche nach Abschluss der Arbeiten mindestens verdoppelt“, sagt Zimmer. Das sei im Hinblick auf die mehreren tausend Badegäste im Freibad an Spitzentagen auch dringend notwendig. Bisher gab es zahlreiche Engpässe.

Es reicht heute nicht mehr, Pommes und Bratwurst anzubieten.

Jörg Zimmer

Das begann bereits bei den Lager- und Kühlmöglichkeiten. „An Spitzentagen musste der Pächter zum Teil mehrfach täglich Nachschub holen, weil im Kiosk kein Platz war“, berichtet der Geschäftsführer. Das galt vor allem für die völlig unzureichenden Kühlmöglichkeiten. Der Kioskbetreiber musste Kühlboxen stapeln. „In Zukunft haben wir deutlich mehr Kühlmöglichkeiten für Frischware“, verspricht Zimmer.

Es soll auch Salate geben

Sanierung und Erweiterung sind aus Sicht der Sportstätten GmbH keine Kür-, sondern ein Pflichtprogramm. „Die Kunden wollen mehr Qualität“, erklärt der Geschäftsführer. „Es reicht heute nicht mehr, Pommes und Bratwurst anzubieten.“ Vor allem Salate sind gefragt. „Um die zuzubereiten, braucht man Platz“, stellt Zimmer fest.

Den gab es bisher nicht. Vor allem die Wand zwischen Küche und Vorraum, die keine statische Funktion hatte, störte die Betriebsabläufe erheblich. Sie wird jetzt rausgerissen. „Wir wollen in Zukunft Speisen sachgerecht produzieren und verkaufen“, fordert der Geschäftsführer. „Und zwar mit großem Tempo.“ Dann kann die neue Freibad-Saison ja kommen.

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