Der Kuppenheimer Denis Smuda (links) und Bühlertals Isuf Avdimetaj, die sich in der Verbandsliga-Hinrunde auf dem Mittelberg dieses Kopfballduell lieferten, müssen sich vorerst noch in Geduld üben. | Foto: Steuerer

SBFV informiert Vereine

Südbadens Fußballer lassen Entscheidung über den Fortgang der Saison noch offen

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Wann und wie wird wieder Fußball gespielt? Dieses Thema treibt sowohl den Profi- als auch den Amateurbereich um. Der Südbadische Fußball-Verband (SBFV) informierte seine Vereine in den vergangenen Tagen mittels Video-Konferenzen über den Stand der Dinge.

Während etwa der Bayrische Fußball-Verband auf seiner Homepage verkündete, dass man nach dem Zwei-Drittel-Votum der Mitgliedsvereine gewillt sei, die Saison 2019/20 auf jeden Fall zu Ende zu spielen, gibt es von den südbadischen Spitzenfunktionären noch keine konkreten Aussagen zum Fortgang der Dinge.

Wir verfallen nicht in Aktionismus.

                    Thomas Schmidt, SBFV-Präsident

Allerdings wurden den Vereinsvertretern die entsprechenden Entscheidungsgrundlagen nahe gebracht. „Wir verfallen nicht in Aktionismus und werden einen Schritt nach dem anderen machen. Zudem wollen wir eine sachliche Berichterstattung gewährleisten“, sagt der SBFV-Präsident Thomas Schmidt (Sölden). Er kann sich mittlerweile nicht mehr vorstellen, dass sich eine bundesweit einheitliche Gesamtlösung aller Fußball-Verbände realisieren lässt.

Zumindest auf baden-württembergischer Ebene hofft Schmidt auf ein gemeinsames Vorgehen, vor allem im Hinblick auf die Oberliga. Über alles stellt Schmidt indes die Gesundheit der Spielerinnen und Spieler. „Das steht bei den Überlegungen ganz klar an vorderster Stelle.“

Dusch zeigt Varianten auf

Christian Dusch (Rheinau), SBFV-Vizepräsident und Verbands-Spielausschussvorsitzender, zeigt auf, wohin es gehen kann. Da die von der Politik vorgegebenen Kontaktbeschränkungen auf jeden Fall bis 3. Mai aufrecht erhalten werden, sei es illusorisch, davon auszugehen, dass die Saison bis zum 30. Juni beendet werde.

„Die Mannschaften müssten dann zunächst einmal ins Training einsteigen, sodass vor Mitte beziehungsweise Ende Mai kein regulärer Spielbetrieb stattfinden kann“, so Dusch.

Eine denkbare Variante sei, die Runde 2019/20 über den 30. Juni hinaus zu verlängern, was nach Anpassung der SBFV-Spielordnung möglich sei. Das hätte aber zur Folge, dass zwangsläufig die Saison 2020/21 „angeknabbert“ würde.

Höchstes Haftungsrisiko bei Abbruch

Schließlich wird als dritte Möglichkeit ein Abbruch der aktuellen Saison ins Kalkül gezogen. „Das wäre freilich die Lösung mit dem höchsten Haftungsrisiko“, gibt Dusch zu bedenken. Ein in Auftrag gegebenes entsprechendes Rechtsgutachten, mit dessen Erkenntnissen in der nächsten Woche zu rechnen sei, soll als Grundlage für die weitere Argumentation dienen.

„Innerhalb unseres Verbands gibt es noch keine Festlegung. Wir sind am Ausloten“, so Dusch, der freilich nicht verhehlt, dass man die Runde 2019/20 möglichst sportlich und schnell zu Ende spielen möchte. Das gelte auch für den südbadischen Pokalwettbewerb, wobei hier vorstellbar sei, im äußersten Fall den Sieger unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu ermitteln.

Es fehlt ein sechsstelliger Betrag in der Kasse.

                   SBFV-Geschäftsführer Siegbert Lipps

SBFV-Geschäftsführer Siegbert Lipps (Freiburg) macht deutlich, dass nicht nur den Vereinen, sondern auch dem Verband durch die Zwangspause ein finanzieller Schaden entsteht. „Es fehlt ein sechsstelliger Betrag in der Kasse und das Loch kann noch größer werden“, sagt Lipps.

Dass der Verband den Clubs direkt finanziell unter die Arme greift, schließt er aus. „Die Verluste der Vereine auszugleichen, wäre nicht satzungsgemäß. Damit würden wir unsere Gemeinnützigkeit gefährden.“ Und: „Wenn wir jeden unserer 700 Vereine mit 1.000 Euro unterstützen würden, wären das in der Summe 700.000 Euro. Das ist aber nicht vermittelbar.“

Um die Clubs zu entlasten, wurde der im März fällige Verbandsbeitrag erst einmal für drei Monate gestundet. Außerdem mache sich der Südbadische Fußball-Verband für einen vom Land Baden-Württemberg zu tragenden Hilfsfond für in Not geratene Vereine stark.

Positive Resonanz auf Video-Konferenzen

Als einen zukunftsträchtigen Effekt wertet derweil SBFV-Pressesprecher Thorsten Kratzner den neuen Kommunikationsweg Video-Konferenz. „Insgesamt 515 Vereinsvertreter haben unser Informationsangebot wahrgenommen. Das Feedback war dabei durchweg positiv. Wir werden mit diesem Format der Information mit Sicherheit auch nach der Corona-Krise arbeiten“, kündigt Kratzner an.