Thilo Späth-Westerholt, aktuell noch als Libero des VfB Friedrichshafen aktiv, wechselt in die Geschäftsführung des deutschen Rekordmeisters. | Foto: imago images

Volleyball-Bundesliga

Thilo Späth-Westerholt aus Kappelrodeck führt künftig die Geschäfte beim VfB Friedrichshafen

Anzeige

„Flammkuchen geht immer“, sagt Thilo Späth-Westerholt. Wenn der 32-jährige Libero des Volleyball-Bundesligisten VfB Friedrichshafen in die Heimat nach Kappelrodeck kommt, ist die „Alde Brennküch“ am Marktplatz die erste Anlaufstation. In dem von seiner Mutter Renate geführten Gasthaus lässt sich Späth-Westerholt kulinarisch verwöhnen. „So arg oft bin ich aber leider nicht da“, sagt er. Was bei einem Mann, der neben dem Engagement als Hochleistungs-Volleyballer auch in seinem Vollzeit-Beruf als Kundenbetreuer bei der Sparkasse Bodensee gefordert ist, nicht verwundert.

Zwei deutsche Meisterschaften und sechs Pokalsiege hat Späth-Westerholt mit dem VfB errungen. Auch wenn er nach der laufenden Saison seine Spielerkarriere beendet, soll das nicht das Ende der Titeljagd sein.

Libero wechselt die Seiten

Ab der kommenden Runde ist er zwar nicht mehr auf dem Spielfeld fürs Erfolge sammeln zuständig, dafür aber im administrativen Bereich. Späth-Westerholt übernimmt beim VfB Friedrichshafen am
1. Juli die Position des Geschäftsführers. Die Verantwortlichen des württembergischen Volleyball-Serienmeisters wissen, was sie an ihrem Badener haben. „Durch seine Ausbildung als Betriebswirt bringt er die erforderlichen kaufmännischen Kenntnisse mit. Seine Erfahrungen helfen ihm sicherlich im Umgang mit den Sponsoren“, sagt Wunibald Wösle, Beiratsvorsitzender der VfB Friedrichshafen Volleyball GmbH.

Mit Herz und Leidenschaft für den Volleyball-Sport

Die Entscheidung, sich beruflich anders zu orientieren, habe er sich nicht leicht gemacht, so Späth-Westerholt. „Ich fühle mich an meiner derzeitigen Arbeitsstelle nach wie vor sehr wohl. Herz und Leidenschaft für den Volleyball haben aber schließlich den Ausschlag gegeben. Der Anziehungskraft der neuen Position konnte ich mich einfach nicht entziehen“, so der 26-fache Nationalspieler.

Publikumsliebling

Zugute kommt dem Vater von drei Söhnen, dass er mit den Verhältnissen bei seinem Club bestens vertraut ist. Mittlerweile spielt er in der zehnten Saison für den VfB. Obwohl Späth-Westerholt in all den Jahren vornehmlich als Ergänzungsspieler zum Einsatz kam, avancierte er dennoch zum Publikumsliebling. Vital Heynen, der vor dieser Saison von Michael Warm auf dem Trainerstuhl abgelöst wurde, sagte über seinen einstigen Schützling: „Er ist nicht nur als Volleyballer wertvoll, er ist in Friedrichshafen inzwischen so etwas wie ein lebendes Denkmal.“

Teamplayer auch in der neuen Position

Es liegt auf der Hand, dass die Anerkennung der Leistung als Spieler die Arbeit des künftigen Geschäftsführers etwas erleichtern kann, zu einem Selbstläufer wird das neue Betätigungsfeld dadurch aber nicht. Wobei Späth-Westerholt klare Vorstellungen vom neuen Aufgabengebiet hat: „Als Identifikationsfigur beim VfB werde ich auch in der neuen Rolle als Teamplayer agieren, um das Bestmögliche für den Verein zu erreichen.“

„Akzeptanz verbessern“

Wohlwissend, dass es in dieser Runde nicht optimal läuft (Friedrichshafen liegt als Tabellenvierter hinter den eigenen Ansprüchen zurück), nennt er seine Ziele: „Mein Wunsch ist es, die Akzeptanz und die Begeisterung für den Profivolleyball in Friedrichshafen wieder zu verbessern. Denn dies ist die Voraussetzung für sportlichen Erfolg und wirtschaftliche Stabilität.“
Dass er künftig öfter als bisher in der „Alde Brennküch“ vorbeischaut, glaubt er nicht. „Ich denke, dass auch die neue Arbeit sehr zeitintensiv ist.“ Wenn’s dann doch einmal für einen Heimatausflug reicht, ist der Flammkuchen reserviert. „Es darf aber auch ein leckeres Schnitzel oder Steak sein“, verrät er.