Die Polizei spricht von einem Massaker. In der Nacht zum Sonntag haben Unbekannte auf einer Wiese in der Nähe des Bühler Stadtteils Kappelwindeck ein Dutzend Haustiere erschlagen.
Die Polizei spricht von einem Massaker. In der Nacht zum Sonntag haben Unbekannte auf einer Wiese in der Nähe des Bühler Stadtteils Kappelwindeck ein Dutzend Haustiere erschlagen. | Foto: Bernhard Margull

Stall in Kappelwindeck

Tierquäler erschlagen Geflügel und Kaninchen

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Die Polizei spricht von einem Massaker. In der Nacht zum Sonntag haben Unbekannte auf einer Wiese in der Nähe des Bühler Stadtteils Kappelwindeck  zwischen dem Schillenbühnweg und dem Friedhof mehr als ein Dutzend Haustiere erschlagen.

Brutal erschlagen

Sechs Hühner, fünf Enten, drei Kaninchen und eine Gans wurden brutal getötet. Für Cornelia und Frank Tschany, die Besitzer des kleinen Tierparks, war es ein Bild des Grauens. Cornelia Tschany kam am Sonntagmorgen zur Wiese, um die Tiere zu füttern. „Sie hat gleich gemerkt, dass etwas nicht stimmt“, berichtet Frank Tschany gegenüber dieser Zeitung. Auf der Wiese stehen ein zum Kaninchenstall umgenutzter Wohnwagen und ein Geflügelstall, den Tschany aus Holz gebaut hat. Die Fenster waren aufgebrochen.

Ein Bild des Grauens

Cornelia Tschany rief gleich ihren Mann an. Als der kam und das Ehepaar gemeinsam über die Wiese ging, bot sich ihnen ein grauenhaftes Bild. Überall lagen tote und übel zugerichtete Tiere herum. Im Planschbecken, das Familie Tschany für das Wassergeflügel aufgestellt hat, war ein Lagerfeuer angezündet und ein schwangeres Kaninchen verbrannt worden. Von einem weiteren Kaninchen und einer Ente fehlt jede Spur.

Zwei Tiere verletzt

Ein Huhn und eine Ente sind verletzt. „Aber nur leicht“, sagt Frank Tschany. „Das Huhn humpelt. Die beiden Tiere werden sich erholen.“ Die Ziegen haben die unbekannten Täter in Ruhe gelassen.

Die Polizei spricht von einem Massaker. In der Nacht zum Sonntag haben Unbekannte auf einer Wiese in der Nähe des Bühler Stadtteils Kappelwindeck ein Dutzend Haustiere erschlagen.
Frank Tschany zeigt eine der überlebenden Enten. Die Tiere stehen noch unter Schock. | Foto: Bernhard Margull

Angriff im Dunkeln

„Alle unsere Tiere sind noch völlig verstört“, erklärt Frank Tschany. „Das ist kein Wunder, wenn in der Dunkelheit irgendwelche Leute mit dem Knüppel in die Ställe eindringen und wahllos um sich schlagen“. Inzwischen haben die Besitzer die toten Tiere begraben.

In den vergangenen Monaten hat das Ehepaar Tschany wiederholt Ärger mit Vandalen und Tierquälern gehabt. „Im April wurde unser Hahn gestohlen“, erinnert sich Frank Tschany. „Einige Tage später lag er tot auf der Wiese.“ Auch in den Wochen vorher gab es kleinere Vorfälle. „Ich habe bis zum Wochenende nicht die Polizei informiert, weil ich wenig Hoffnung hatte, dass die Täter gefunden werden“, sagt Tschany. „Nach dem jetzigen ungeheuerlichen Vorfall musste ich aber Anzeige erstatten. Ich habe immer wieder Personen beobachtet, die um meine Wiese streunen.“

Werkzeuge gestohlen

Gegenüber dieser Zeitung berichtet ein Sprecher des Polizeipräsidiums Offenburg, dass am Wochenende auf dem Gelände der Familie Tschany auch Werkzeug gestohlen wurde. Frank Tschany bestätigt das. „Den Akkubohrer und die Säge kann ich verschmerzen“, sagt er. „Mir geht es um die Tiere.“

Hintergründe unklar

Nach Auskunft des Polizeisprechers sind die Hintergründe der Tat noch völlig unklar. Das Abschlachten der Tiere und der Diebstahl passen nicht zusammen. Die Polizei ermittelt nun wegen Einbruchs. Weil Tiere laut Gesetz nur Sachen sind, geht es auch um Sachbeschädigung. „Wir prüfen aber auch, inwieweit das Tierschutzgesetz berührt wurde“, sagt der Polizeisprecher.

Zeugen gesucht

Die Beamten des Polizeireviers Bühl haben die Ermittlungen aufgenommen und erhoffen sich Hilfe aus der Bevölkerung. Wer im Zusammenhang mit diesem „herzlosen Geschehen“ (so der offizielle Polizeibericht) verdächtige Beobachtungen gemacht hat, meldet sich unter der Rufnummer: (07223) 990970.