Volleyball-Bundesligist TV Bühl will ins Halbfinale.
Der TV Bühl um Jens Sandmeier (Mitte) strebt gegen die Berlin Volleys einen Überraschung an. | Foto: Steuerer

Zweites Play-off-Viertelfinale

TV Bühl erwartet Berlin

Für die Bundesliga-Volleyballer des TV Ingersoll Bühl geht es am Sonntag (16 Uhr) buchstäblich noch einmal um alles. Gelingt den Schützlingen von Trainer Ruben Wolochin in der heimischen Großsporthalle gegen den amtierenden deutschen Meister Berlin Volleys ein Sieg und damit die Sensation oder verabschiedet sich der TVB im Falle einer Niederlage vorzeitig aus der laufenden Saison? Keine Frage: Die Gäste aus Berlin sind auch im zweiten Spiel des Play-off-Viertelfinales in der gegnerischen Halle favorisiert. Nach dem 3:1-Erfolg in der Max-Schmeling-Halle hält der Titelverteidiger alle Trümpfe in der Hand. Mit einem weiteren Sieg wäre der Einzug ins Halbfinale perfekt.

Wir sind zu Hause mit den Fans ungleich stärker als auswärts.

Sicherlich deutet einiges auf das Weiterkommen der Hauptstädter hin – aber eben nicht alles. TVB-Geschäftsführer Manohar Faupel nennt zwei Argumente, die für seine Mannschaft sprechen: „Berlin musste am Dienstag im kräftezehrenden Champions-League-Spiel gegen Istanbul in den Golden Set, außerdem sind wir zu Hause mit den Fans im Rücken ungleich stärker als auswärts.“

Trainer Ruben Wolochin ist Realist genug, dem Gast die Favoritenrolle zuzugestehen, aber auch er sieht durchaus eine Chance für seine Mannschaft. „In Berlin haben nach den verlorenen ersten beiden Sätzen plötzlich das Blockverhalten und der Aufschlag gepasst. Wenn wir dieses Niveau wieder erreichen und über längere Zeit halten können und dann noch besser angreifen, kann alles passieren.“

Zudem hofft er beim Gegner auf einen Spannungsabfall. Am Dienstag haben die Berliner um Trainer Roberto Serniotti mit dem Sieg in der Champions League gegen Istanbul erstmals den Sprung unter die besten sechs europäischen Teams geschafft. Nach diesem absoluten Highlight dürfte es nicht einfach werden, sich entsprechend auf die vermeintlich um einiges leichtere Aufgabe gegen Bühl einzustellen – so jedenfalls die Hoffnung im TVB-Lager.

Unveränderte personelle Situation

An der personellen Situation von Gastgeber Bühl wird sich gegenüber dem jüngsten Auftritt in Berlin kaum etwas geändert. Zuspieler Juan Finoli ist weiterhin angeschlagen und wird durch Kristen Cléro ersetzt. Magloire Mayaula wird, wenn überhaupt, nur sehr eingeschränkt in Aktion treten können. Bei Felix Orthmann verhindert ein Bänderriss einen Einsatz. Zum Aufgebot gehören dagegen erneut die Nachwuchsspieler Pascal Bäuerle, Robin Stolle, Philipp Oster und Andac Tümkaya.

Dass auf der anderen Seite ein Berliner Starensemble um Paul Carroll und Robert Kromm steht, macht die Sache für den TV Bühl einerseits äußerst schwierig, andererseits aber auch sehr attraktiv. Die Gastgeber können als krasser Außenseiter ohne großen Druck aufspielen. Und schließlich ist da ja auch noch das Publikum. „Unser siebter Mann“, sagt Libero Tim Stöhr, der eine Überraschung nicht ausschließt.