Tobias Bailer bewältigte mit drei Teamkollegen im Juni das Race Across America. Nun startet er bei der Tortour in der Schweiz. | Foto: Team4RAAM

Tobias Bailer fährt „Tortour“

Ultraradler will es wieder wissen

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Er will es wieder wissen: Der Baden-Badener Ultraradler Tobias Bailer nimmt nach dem Race Across America die nächste sportliche Herausforderung an.  Von diesem Donnerstag (15. August) bis zum Sonntag (18. August) fährt der 46-Jährige die „Tortour“ in der Schweiz.

Der Name ist Programm. Es sei, so bewirbt es der Veranstalter, „der größte mehrtägige Nonstop-Ultracycling-Event der Welt“. 1 000 Kilometer und rund 14 000 Höhenmeter müssen die Solofahrer wie Mannschaften bewältigen. Start und Ziel ist Schaffhausen.

Ich freue mich riesig

„Ich freue mich richtig“, so Bailer, der die Herausforderung als Solofahrer angeht. Begleitet wird er von einer Unterstützercrew mit seiner Ehefrau Stefanie als Teamchefin. Was den Ultraradler aus Baden sehr freut: Erstmals ist seine Tochter dabei, sie habe extra Urlaub genommen. Dazu kommen ein Physiotherapeut und der „Fahrradmechaniker meines Vertrauens“, so Bailer weiter.

„Nur“ rund ein Fünftel vom Race Across America

Im Gegensatz zum Race Across America (RAAM), das der 46-Jährige zusammen mit seinen Teamkollegen Benjamin Müller sowie den Schweizern Patrick Eichenberger und Mario Müller im Juni erfolgreich absolvierte, ist die „Tortour“ mit knapp einem Fünftel Streckenlänge und deutlich weniger Höhenmetern fast schon ein Sprintrennen für Bailer.

Startfenster öffnet um 0.30 Uhr

Von einer Spazierfahrt kann dennoch nicht die Rede sein. Das Zeitlimit ist eng gesteckt. Um 0.30 Uhr öffnet sich in Schaffhausen an diesem Freitag das Startfenster. Bis maximal zum frühen Sonntag, 2 Uhr, müssen die Teilnehmer dann die Strecke absolviert haben. Diese führt unter anderem über den knapp 2 300 Meter hohen Sustenpass.

Finisher bei einem der härtesten Radabenteuer der Welt. Tobias Bailer finishte das Race Across America. | Foto: Team4RAAM

Wer sich der „Tortour“ unterzieht, kann dies – wie Bailer – als Solofahrer tun, es gibt zudem die Möglichkeit, im Zweier- , Vierer- oder Sechserteam zu fahren. Sowohl Männer- wie Frauen- als auch gemischte Mannschaften haben gemeldet. In den Listen dominieren die Schweizer Extremradler, es finden sich aber auch Österreicher, Deutsche, Italiener und Franzosen.

Auch Australier haben gemeldet

Sogar Briten, Norweger und Australier wollen in die Pedale treten, ebenso einige Spanier, Niederländer, ein Norweger und ein Ukrainer. Die „Tortour“ beginnt mit einem Prolog direkt am berühmten Rheinfall. „Das sind 800 Meter und rund 40 Höhenmeter“, so Bailer, samt einem 18 Prozent-Anstieg. Die kurze Strecke führt vom größten Wasserfall Europas in die Innenstadt und dient dazu, die Startreihenfolge festzulegen.

Drei „Formate“ mit unterschiedlicher Länge

„Wenn du da als letzter ins Ziel kommst, hast du schon etwa 25 Minuten weniger Zeit zur Verfügung“, erklärt Bailer, denn 25 Soloradler umfasst das Teilnehmerfeld. Dazu kommen zwei Frauen. Die eidgenössische Ultra-Radprüfung bietet drei Formate. Die Königsdisziplin ist die „Tortour“, wer es etwas weniger hart will, fährt die „Challenge“ (530 Kilometer) oder den „Sprint“ (390 Kilometer) – alle freilich auch nonstop. Die Wetterprognose für die Fahrt rund um die Schweiz ist nach Ansicht Bailers gut. 23 Grad, kein Regen. Nicht ganz „Tobias-Bailer-Wetter“, denn der liebt es deutlich wärmer.

Ich hoffe, dass ich ohne größere Schlafphase durchkomme!

Allerdings sei im Hochgebirge nie so ganz klar, was einen erwartet, sagt der erfahrene Ausdauersportler, da könne es im Sommer auch mal schneien. Seinen Marschplan hat Bailer bereits im Kopf. „Ich hoffe, dass ich ohne größere Schlafphase durchkomme“, denkt er maximal an den ein oder anderen kurzen Powernap.

Offiziell als Solofahrer für RAAM qualifiziert

„Das harte, schweißtreibende Abenteuer verspricht unvergessliche Emotionen und ein einzigartiges Rad-Erlebnis“, wirbt der Veranstalter. Bailer bekam dieser Tage zudem Post aus den USA: Überschrieben mit „Congratulations“ wurde dem Baden-Badener mitgeteilt, dass er offiziell als Solofahrer für das RAAM qualifiziert sei.