Für das Mutterhaus Neusatzeck bei Bühl gibt es ein neues Konzept: Die Anbauten rechts und links an den hohen Altbau von 1928 sollen ebenso wie die Ökonomie (ganz links) abgerissen werden. An der Talseite ist ein U-förmiger Neubau geplant.
Für das Mutterhaus Neusatzeck bei Bühl gibt es ein neues Konzept: Die Anbauten rechts und links an den hohen Altbau von 1928 sollen ebenso wie die Ökonomie (ganz links) abgerissen werden. An der Talseite ist ein U-förmiger Neubau geplant. | Foto: Ulrich Coenen

Bühl

Umstrittenes Bau-Projekt Kloster Neusatzeck: Neuer Architekt bringt neuen Entwurf mit

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Die Ansage ist klar und deutlich: „Ich will die Sache zu einem guten Ende bringen.“ Projektentwickler Bernd Matthias macht bei der Umwandlung des Mutterhauses des Klosters Neusatzeck bei Bühl in ein Seniorenzentrum alleine weiter. Sein bisheriger Partner aus Bühl ist ausgestiegen, der Baden-Badener Projektentwickler hat außerdem den Architekten gewechselt.

Der neue kommt nicht mehr aus Stuttgart, sondern aus Karlsruhe. Damit verbunden ist ein komplett neuer Entwurf für das umstrittene Seniorenzentrum im Schwarzwaldtal.

Auch im Hinblick auf die Finanzierung des Millionenprojekts hat Matthias Fortschritte erzielt. „Die Verträge mit dem Investor sind fertig“, berichtet er. Dass der Bühler Gemeinderat im Dezember den für das Seniorenzentrum notwendigen Bebauungsplan mit großer Mehrheit abgeschmettert hat, entmutigt den Baden-Badener nicht.

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Auch die Kritik, die im Technischen Ausschuss in der vergangenen Woche am Abrissantrag für große Teile des Gebäudekomplexes geäußert wurde, irritiert ihn nicht.

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Abbruchgenehmigungen liegen vor

„Für das Ökonomiegebäude und den sogenannten Wurm-Bau aus dem Jahr 1981 liegen bereits seit dem 21. Dezember Abbruchgenehmigungen vor“, erklärt er. „Außerdem liegt uns seit dem 12. Dezember die notwendige naturschutzrechtliche Entscheidung des Landratsamtes Rastatt vor.“ Ein Abrissunternehmen habe er der Stadt bereits am 23. Januar benannt.

„Die Einholung der Abbruchgenehmigungen ist Bestandteil unserer Projektierungsarbeit“, konstatiert Matthias. „Dies wiederum ist Bestandteil des Kaufvertrags mit dem Investor, und dieser bestimmt den Zeitpunkt, wann mit dem Abriss begonnen wird.“

Es fehle allerdings ein positiver Offenlegungsbeschluss des Gemeinderates für den Bebauungsplan Neusatzeck, räumt Matthias ein. Ohne den kann das Seniorenzentrum nicht gebaut werden.

Kaufpreis ist noch nicht bezahlt

Der Jurist Matthias stellt fest, dass er aufgrund einer Auflassungsvormerkung im Grundbuch Besitzer des Mutterhauses ist. Eigentümer sei, bis zur Zahlung des Kaufpreises, allerdings nach wie vor der Orden.

Auf der Basis des neuen Entwurfs seines neuen Architekten hofft Matthias nun auf eine Zustimmung im Bühler Gemeinderat und im Ortschaftsrat Neusatz. Das Volumen des Seniorenzentrums wurde nach seiner Auskunft reduziert.

Neubau mit U-Form

Wegen der artengeschützten Fledermäuse muss der Ursprungsbau des Mutterhauses aus dem Jahr 1928 erhalten bleiben. Das Pförtnergebäude aus dem Jahr 1965, das an der Bergseite anschließt, soll teilweise abgerissen werden, ebenso der komplette Wurm-Bau an der Talseite. Im Bereich dieses Anbaus ist das neue Seniorenzentrum über U-förmigem Grundriss geplant.

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Das U öffnet sich in Richtung Rheintal. „Die Bebauung wird also von drei auf nur noch einen Baukörper reduziert“, sagt Matthias. Das Seniorenzentrum erhebt sich mit drei Vollgeschossen über einem Parkgeschoss. Hinzu kommt ein Penthouse-Geschoss, das ein flaches Satteldach trägt.

Von anderen Investoren für Neusatzeck weiß Matthias nichts. „Die Suche nach einem ominösen, im Technischen Ausschuss genannten weißen Ritter wird zu keiner Änderung am Konzept zur Errichtung eines Seniorenzentrums führen“, erklärt er. „Wir werden unsere Verpflichtungen gemäß Kaufvertrag zum gegebenen Zeitpunkt erfüllen.“