Wichtige Verkehrsader: Täglich fahren einige tausend Autos durch den Michaelstunnel. Damit das reibungslos funktioniert, ist eine aufwendige Sicherheitstechnik erforderlich. | Foto: Rudolphi

Michaelstunnel Baden-Baden

Weniger Vollsperrungen sind das Ziel

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Lars Lau vom Regierungspräsidium Karlsruhe ist zuversichtlich: Die Schilder „Tunnel gesperrt“ vor den Einfahrten zum Michaelstunnel in Baden-Baden soll es künftig weniger geben als bisher. In den vergangenen Wochen traten häufig technische Probleme auf, die zu Vollsperrungen führten. Die Ausfälle von sicherheitsrelevanten Systemen seien mittlerweile behoben.

Die Röhre war an zwei aufeinanderfolgenden Tagen dicht

Im August war die Röhre allein in einer Woche an zwei aufeinanderfolgenden Tagen komplett dicht – teilweise länger als zwölf Stunden. Das Ganze rief bei vielen Verkehrsteilnehmern Verdruss und Ärger hervor, wie die zahlreichen Kommentare in den sozialen Netzwerken zu den Artikeln auf bnn.de dokumentierten. Die online-Berichte zu den Sperrungen der wichtigsten Verkehrsader in Baden-Baden hatten mit die meisten Aufrufen auf der BNN-Homepage.

Ärgernis: Das Regierungspräsidium Karlsruhe möchte die Zahl der Sperrungen aufgrund technischer Probleme reduzieren. | Foto: Stadt Baden-Baden

Technische Systeme fielen teilweise aus

„Es gab einige Probleme unterschiedlicher Art“, räumt Lars Lau, der Leiter des Sachgebiet Straßenunterhaltung im Regierungspräsidium Karlsruhe, auf BNN-Nachfrage ein. Im Sicherheitssystem des Tunnels seien elektronische Teile, Brandmeldekabel oder die Software ausgefallen. Die Konsequenz sei jedes Mal eine Vollsperrung gewesen, um Gefahren und Risiken für die Autofahrer zu vermeiden. Lau begründet den Ausfall damit, dass die Lebensdauer von bestimmten elektronischen Teilen begrenzt sei.

Eine umfassende Sanierung liegt erst wenige Jahre zurück

Zum Hintergrund: Das Regierungspräsidium hat den Michaelstunnel 2011/12 umfassend saniert und vor allem im Hinblick auf die Sicherheitsstandards auf den neuesten Stand gebracht. „Heute haben wir hochkomplexes vollautomatisches System, das bei einer Gefahrenlage eine Sperrung selbstständig auslöst“, erläutert Lau.

Es wird deutliche Verbesserungen geben

Grundsätzlich trage die Elektronik dazu bei, die Sicherheit im Tunnel zu erhöhen. Aber sie sei eben auch anfälliger für Störungen. Dass die jüngsten Sperrungen so lange gedauert haben, sei vor allem darauf zurückzuführen, dass die Firma, die den Michaelstunnel technisch betreut, nicht in der Lage gewesen sei, die defekten oder ausgefallenen Teile schnell zu ersetzen oder auszutauschen. „Da wird es in Zukunft deutliche Verbesserungen geben“, kündigt Lau an. „2017 hatten wir fünf Sperrungen wegen technischer Schwierigkeiten. Diese Zahl wollen wir deutlich verringern.“

 

Das Regierungspräsidium setzt auf vorsorgliche Wartung

Nach Gesprächen mit der Firma und den Stadtwerken gibt es erste Konsequenzen: Künftig sind verstärkt vorsorgliche Wartungen vorgesehen, um Schwachstellen möglichst frühzeitig zu erkennen und zu beheben. Das Regierungspräsidium habe dabei auch die ab 2019 anstehende Baustelle am Bertholdplatz im Blick, weil dieser im Falle einer Tunnelsperrung Teil der Umleitungsstrecke ist.

Kommentar zum Thema: Sperrungen des Michaelstunnels sind ärgerlich, schließlich ist die Röhre die wichtigste Verkehrsader der Bäderstadt mit ihrer ohnehin beengten Tallage. Noch ärgerlicher wird das Ganze allerdings, wenn sich herausstellt, dass viele Sperrungen gar nicht durch Unfälle, sondern durch Ausfälle von sicherheitsrelevanten Systemen bedingt sind, wie es in den vergangenen Wochen einige Male der Fall war.
Das alles ist kaum zu verstehen vor dem Hintergrund, dass die Sicherheitstechnik des Tunnels erst vor wenigen Jahren bei einer umfassenden millionenschweren Sanierung auf den neuesten Stand gekommen ist. Dass hochsensible Elektronikbausteine störanfällig sind und eine begrenzte Lebensdauer haben, das mag sein. Es kann aber nicht sein, dass ein Ausfall eines Systems zu einer stunden- oder gar tagelangen Vollsperrung führt.
Das Regierungspräsidium gelobt jetzt Besserung und verspricht mehr vorsorgliche Wartung. Das wäre schon vor den technischen Pannen zu haben gewesen und hätte viel Ärger erspart.