Das USM-Team für Deutschland residiert in Bühl: (von links) Jutta Breinling, Assistentin der Geschäftsführung, Geschäftsführer Bernd Wagner und Betriebsleiter Karlheinz Eberle. | Foto: Ulrich Coenen

USM-Chef Bernd Wagner

Vom Bergbau zur Kunsthochschule

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Bernd Wagner ist Geschäftsführer von USM Deutschland. Der Weg dorthin war für den 63-jährigen Designer weit. In der DDR wurde er ausgebürgert, bevor er im Westen eine neue Karriere startete. Das USM-Möbelbausystem Haller und die Architektur des großen Schweizer Architekten faszinieren Wagner. Er hat seinen Traumjob gefunden. 

Bernd Wagner ist mit dem USM-Virus infiziert. Seit Februar 2016 ist der 63-Jährige Wahl-Altschweierer Geschäftsführer der deutschen Tochter des renommierten Schweizer Büromöbelherstellers.
Den Job hat er in turbulenten Zeiten übernommen und die Verlagerung der Möbelmontage von Bühl nach Leipzig verantwortet. Das war wegen des Echos in der Öffentlichkeit nicht vergnügungssteuerpflichtig. Inzwischen ist USM wieder in ruhigerem Fahrwasser (wir berichteten).

Auf den Spuren von Fritz Haller

Den ersten Kontakt zum legendären Möbelbausystem von Fritz Haller hatte Wagner bereits 1980 als Designstudent an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule in Halle. Thema war konstruktive Vernetzung. Wagner arbeitete mit Begeisterung an seinem Entwurf, bis plötzlich der Professor hinter ihm stand und bemerkte: „Das brauchst Du gar nicht erst weiterzuverfolgen, das hat Fritz Haller schon in den 1960er Jahren gemacht.“

Bergmann war erstes Berufsziel

Zum Design kam Wagner erst nach einem Umweg. Er erlernte ab 1972 im größten Uranbauwerk Europas, in der SDAG Wismut, den Beruf des Bergmanns, absolvierte dort gleichzeitig das Abitur, um sich auf die Fortbildung zum Steiger vorzubereiten. Nach sieben Jahren unter Tage wechselte er mit 23 Jahren doch noch von der Bergbautechnologie zum Studium an die renommierte Hochschule für Kunst und Design, Burg Giebichenstein Halle/Saale.

Ausbürgerung aus der DDR

1986 hatte Wagner vom real existierenden Sozialismus die Nase voll. Er ließ sich ausbürgern und ging in die Bundesrepublik, war zunächst als Designer in Kassel und später in Stuttgart tätig. Seit 1996 arbeitet Wagner für USM in Bühl. Dort hat er mehrere unterschiedliche Aufgaben erfüllt, bevor er vor drei Jahren zum Geschäftsführer ernannt wurde.

Mehrere Stationen bei USM

Zunächst war Wagner bis 2002 Leiter der USM Academy und damit für die interne Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter verantwortlich. Dann wechselte er als Regionalverkaufsleiter für USM nach Berlin. „Dort haben wir viele gute USM Projekte auf den Weg gebracht“, berichtet er.

Im schönen Schwarzwald

2008 wurde Wagner Vertriebsleiter für USM Deutschland. Sein Schreibtisch stand nun wieder in Bühl. Hier fühlt sich der Designer seit dem ersten Tag wohl. Als begeisterter Wanderer liebt er die schöne Schwarzwaldlandschaft, schätzt aber gleichzeitig den pulsierenden Wirtschaftsstandort mit knapp 30 000 Einwohner und mehr als 21 000 Arbeitsplätzen. „Hier passt USM mit seinem Möbelbausystem und der einmaligen Industriearchitektur Fritz Hallers hin“, sagt er.

Familie in Potsdam

Bernd Wagner ist verheiratet und hat drei Kinder. Inzwischen sind bereits zwei Enkel hinzugekommen. Der erste Wohnsitz der Familie ist Potsdam, der zweite der Bühler Stadtteil Altschweier.

Was aus dem Metallbaukasten wurde

Den Wechsel zum Schweizer Büromöbelhersteller hat Bernd Wagner nie bereut. „Schön, dass aus dem Metallbaukasten meiner Kindheit USM geworden ist“, meint er und spielt damit auf das Stahlbausystem Maxi von Fritz Haller an, in dem das Bühler Firmengebäude in der Siemensstraße erbaut wurde. Das wiederum ist nur die größere Ausgabe des USM-Möbelbausystems Haller, das der Architekt im Auftrag des damaligen Unternehmenschefs Paul Schärer in den 1960er Jahren aus dem nur wenig älteren Stahlbausystem entwickelt hat. Aus dem großen Maßstab wurde der kleine. Und in beiden fühlt sich Bernd Wagner richtig wohl.