Die Pläne für das Windeck-Gymnasum: (von links) Wolfgang Eller, Fachbereichsleiter Stadtentwicklung – Bauen – Immobilien, Juryvorsitzender Fritz Gresens, OB Hubert Schnurr und Klaus Dürk, Fachbereichsleiter Bildung – Kultur – Generationen, präsentierten den siegreichen Entwurf von Dasch, Zürn und Partner. | Foto: Ulrich Coenen

Architektenwettbewerb

Windeck-Gymnasium in Bühl erhält eine zweite Haut

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Dasch, Zürn und Partner aus Stuttgart haben den Realisierungswettbewerb für die Sanierung des Windeck-Gymnasiums in Bühl gewonnen. Den zweiten Preis erhielten für ihre gemeinsame Arbeit AS Architektur + Stadtplanung (Bühl) und Atelier 30 Architekten (Kassel). Insgesamt hatten zwölf Büros ihre Entwürfe eingereicht. 20 waren zur Teilnahme aufgefordert worden, 16 gingen an den Start, vier gaben unterwegs auf. „Angesichts der guten Auftragslage ist das ein normaler Schwund“, meinte Fred Gresens, der Vorsitzende des Preisgerichts

Fünf Preise

Der Wettbewerb war insgesamt mit 92 000 Euro dotiert. Davon gingen 28 000 Euro an den Siegerentwurf. Gresens sprach im Hinblick auf den Wettbewerb von einer „außergewöhnlichen Aufgabe“. Es gehe um die Sanierung eines Bestandsgebäudes. „Wir werden in Zukunft mehr Aufgaben dieser Art erhalten, weil vor allem Schulgebäude in der Vergangenheit vernachlässigt wurden“, urteilte Gresens.

Sanierung im Bestand

Gresens sprach im Hinblick auf den Wettbewerb von einer „außergewöhnlichen Aufgabe“. Es gehe um die Sanierung eines Bestandsgebäudes. „Wir werden in Zukunft mehr Aufgaben dieser Art erhalten, weil vo allem Schulgebäude in der Vergangenheit vernachlässigt wurden“, urteilte Gresens. Rund 17,6 Millionen Euro hat die Stadt für die Sanierung des Altbaus eingeplant. Das Gebäude aus den 1970er Jahren, das von Beginn an eine Energieschleuder war, soll in den Rohbauzustand zurückversetzt werden. Der Erweiterungsbau mit der Mensa, der erst rund ein Jahrzehnt alt ist, wird nicht angetastet.

Eingriffstiefe war Kriterium

Weil es sich nicht um einen Neubau handelt, spielen Art und Umfang der Eingriffstiefe in den Bestand, vor allem auch in das Tragwerk, für die Jury eine wichtige Rolle, schließlich will die Stadt möglichst wirtschaftlich bauen. „Es stellt sich jeweils die Frage, ob ein Eingriff sinnvoll ist und welche Vorteile er bringt“, verdeutlichte Gresens. „Die Kommune investiert viel Geld. Sie erwartet eine bessere Energiebilanz und eine bessere Funktionalität. Gleichzeitig geht es um das Erscheinungsbild der Schule, die nicht wie ein beliebiger Verwaltungsbau aussehen soll. Die Schule soll Spaß machen.“

Wirtschaftlich und in Abschnitten

Diese Anforderungen sieht das Preisgericht im Entwurf von Dasch, Zürn und Partner am besten verwirklicht. Das Büro hat in Baden bereits mehrere Gebäude geplant, beispielsweise das Kultur- und Bürgerhaus in Denzlingen und die neue Veranstaltungshalle in Kuppenheim. Oberbürgermeister Hubert Schnurr zeigte sich zufrieden. „Der Siegerentwurf ist sehr wirtschaftlich und lässt sich in Abschnitten realisieren“, stellte er fest. Das bedeutet, dass bei Beginn der Bauarbeiten nicht sofort der komplette Altbau geräumt werden muss. Ohne Container als Ersatz für Klassenräume wird es trotzdem nicht gehen. Gresens betonte, dass Dasch, Zürn und Partner relativ wenige Eingriffe benötigen, um die Schule fit für die Zukunft zu machen. Der Spagat zwischen hoher Funktionalität und einem ansprechenden Raumcharakter sei gelungen.

Laubengang für die Schule

Von der Architektur der 1970er Jahre wird in Zukunft nur noch wenig zu sehen sein. Dasch, Zürn und Partner legen in der Art eines Laubengangs eine neue Haut um das Bestandsgebäude. Der begehbare Umgang sieht nicht nur gut aus, er dient auch als zweiter Rettungsweg. Im Hinblick auf den immer wichtiger werdenden Brandschutz ist das ein großer Vorteil. Die nach der Sanierung weit auskragenden Geschossdecken dienen gleichzeitig als Sonnenschutz für die Klassenräume. Der Haupteingang der Schule bleibt erhalten. Allerdings räumen Dasch, Zürn und Partner im Foyer kräftig auf. Die Bestandstreppe wird abgebrochen und durch eine neue mit Sitzstufen ersetzt. Sie führt ins Obergeschoss, wo sich das Schülercafé befindet.
Das neue Foyer übernimmt gleichzeitig die Aufgabe einer Aula. Die Jury lobte die große Flexibilität der Architektur.

Ausstellung im Bürgerhaus

Die Ausstellung mit den zwölf Wettbewerbsbeiträgen ist bis Ende August zu den üblichen Öffnungszeiten im Rechtecksaal des Bürgerhauses Neuer Markt zu sehen. Weil es sich um die Sanierung eines Bestandsgebäudes handelt, gibt es nur Pläne und keine Modelle. Diese würden sich nur unwesentlich unterscheiden.

Jury mit 15 Mitgliedern

Eine 15-köpfige Jury, der acht Architekten (darunter Oberbürgermeister Hubert Schnurr), Bürgermeister Wolfgang Jokerst, fünf Stadträte und der für Schulen zuständigen Fachbereichsleiter Klaus Dürk angehört haben, hat sich unter Vorsitz von Fred Gresens einstimmig für den Entwurf des Stuttgarter Büros Dasch, Zürn und Partner entschieden. Gresens ist Bezirksvorsitzender der Architektenkammer Südbaden. Der Siegerentwurf soll dem Gemeinderat bereits in seiner nächsten Sitzung am Mittwoch vorgestellt und nach dem Wunsch des Preisgerichts zur Realisierung vorgeschlagen werden. Der dritte Preis ging an Röcker Gork Architekten (Stuttgart). Vierter Preisträger ist das Büro SWS (Karlsruhe). Den fünften Preis erhielt Kubus 360 (Stuttgart).