Das Hauptgebäude der Sparkasse Bühl wird ab dem kommenden Jahr grundlegend saniert. | Foto: Ulrich Coenen

Sparkasse Bühl investiert

„Wir haben Lust auf Zukunft“

„Wir haben Lust auf Zukunft.“ Mit diesem Satz charakterisiert Frank König nicht nur den Ausblick, sondern auch die Lage der Sparkasse Bühl. Denn die Vorfreude auf das, was kommt, nährt sich auch durch das, was ist. Der Vorstandsvorsitzende bezeichnete das Kreditinstitut als wirtschaftlich stark, es erreiche auch im schwierigen Zinsumfeld sehr gute Ergebnisse; der Verwaltungsaufwand sei stabilisiert worden, die Provisionseinnahmen stiegen; bei Innovationen und digitalen Angeboten sei das Tempo spürbar erhöht worden, und es werde kräftig in das digitale Angebot und insbesondere auch in die Filialen investiert. Kurzum: Die Zukunft kann kommen, die Sparkasse sieht sich gerüstet.

Zinsumfeld weiter schwierig

Gemeinsam mit seinem Vorstandskollegen Matthias Frietsch präsentierte König die Zahlen des zurückliegenden Geschäftsjahrs. Darin spiegelte sich seiner Ansicht nach das Kundenvertrauen in einen „Qualitätsanbieter für Finanzdienstleistungen“. Die Bilanzsumme ist um 40 Millionen Euro auf jetzt 928 Millionen Euro gestiegen. Dass dieses Ergebnis einem schwierigen Umfeld abgerungen wurde, verhehlt König nicht: „Das Geschäftsmodell der Sparkassen basiert ganz wesentlich auf dem Zinsüberschuss, und deshalb trifft uns die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank weiterhin spürbar.“ Dennoch habe das Zinsergebnis bei 14,1 Millionen Euro stabilisiert werden können, das Provisionsergebnis sei um rund 15 Prozent auf sechs Millionen Euro gestiegen. Trotz erneut hoher Investitionen in Technik und Regulatorik habe der Verwaltungsaufwand bei rund 14 Millionen Euro gehalten werden können. Die Vorsorgereserve wurde um 2,7 Millionen Euro aufgestockt; der Jahresüberschuss beträgt 750 000 Euro. Beides zusammen stärkt laut König das Eigenkapital.

Sicherheit ist gefragt

Sicherheit bei den Geldanlagen sei gefragt. So lasse sich trotz niedrigster oder gar Nullzinsen erklären, dass die Kundeneinlagen erneut stiegen (plus 3,8 Prozent) und der Bestand jetzt bei 670 Millionen Euro liegt, sagte Matthias Frietsch. Der Zuwachs stamme nahezu ausschließlich von den Privatkunden. Aktien, festverzinsliche Wertpapiere und Investmentfonds legten um 24 Prozent zu, der Gesamtwertpapierbestand der Kunden beläuft sich auf 200 Millionen Euro. Das Kundenanlagevermögen beträgt insgesamt 916 Millionen Euro. Auch bei der Kreditvergabe zeigte die Kurve deutlich nach oben. So wurden allein an gewerbliche Kunden neue Kredite in Höhe von 47 Millionen Euro zugesagt. „Das sind 45 Prozent mehr als im Vorjahr und ein Rekordergebnis“, erläuterte Frietsch, der darin das Ergebnis einer „umfassenden Kundenberatung“ sieht.

33 Immobilien vermittelt

Mehr denn je werde „die eigene Immobilie als wertvollste und sicherste Kapitalanlage“ angesehen. Entsprechend gut sei das Immobiliengeschäft gelaufen. 33 Objekte wurden vermittelt. „Wir hätten sicher drei- oder viermal so viele Objekte vermarkten können“, machte Frietsch auf die große Kluft zwischen Angebot und Nachfrage aufmerksam. Für den privaten Wohnungsbau seien im vergangenen Jahr 38 Millionen Euro an Finanzierungsmitteln zugesagt worden. Besonders stolz sind König und Frietsch auf die Vorsorgeberatung. Im Bereich der „geförderten Altersvorsorge“ belege ihr Haus unter allen Sparkassen in Baden-Württemberg den ersten Platz.

Frank König (links) und Matthias Frietsch erläuterten die Bilanz der Bühler Sparkasse. Foto: pr

Grundsanierung der Zentrale

Die energetische Grundsanierung des Sparkassen-Hauptgebäudes in der Eisenbahnstraße soll im März 2019 beginnen. Gebäudehülle und die Technik aus den 70er Jahren modernisiert werden. Die Planungen für die „dringende Revitalisierung“ liefen bereits; das Bauende sei für Sommer 2020 geplant. Dabei werde sich auch das Bild der Fassade ändern. Noch werde an den konkreten Plänen gearbeitet, sicher sei indes, dass sich das Bild der Fassade verändern werde; nicht zuletzt sollen die energetisch ungünstigen Brüstungen und Auskragungen ersetzt werden. Nach der Fertigstellung der Pläne sollen diese der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

12,5 Millionen Euro werden investiert

Sicher ist indes bereits, dass Anfang 2019 das Gebäude, in dem rund 100 Beschäftigte arbeiten, komplett geräumt wird. Die Bankgeschäfte werden verlagert auf die bankeigenen Gebäude in der Marktstraße sowie auf andere Geschäftsstellen. Inklusive dieser Übergangslösungen investiert die Sparkasse 12,5 Millionen Euro, erläuterte Königs Vorstandskollege Matthias Frietsch.

Fililalen werden modernisiert

Zunächst aber rücken einige Filialen in den Blickpunkt, zumal einige von ihnen übergangsweise Mitarbeiter aus der Zentrale aufnehmen sollen. So stehen in Kappelwindeck, Lauf und im Bühlertäler Untertal Modernisierungen an, unter anderem verschwinden die trennenden Panzerglasscheiben. Das Beratungscenter im Obertal erhält ein weiteres Beratungszimmer, und in Schwarzach soll mit einer Grundsanierung eine Aufwertung des Beratungscenters einhergehen: „Dort bauen wir komplett um“, kündigte König an.

Ausbau digitaler Angebote

Investiert wird auch in den weiteren Ausbau digitaler Angebote. Ein Berater-Chat über WhatsApp, die Sparkassen-App, Handy-zu-Handy-Zahlungen, kontaktloses Bezahlen mit Bankkarte oder Kreditkarten, Überweisungen in Echtzeit, ein neuer Identifikationsdienst im Internet oder auch ein elektronischer Tresor – all das sind Angebote, die bereits existieren oder in den kommenden Monaten starten, so Frietsch. Die Dinge sollen für den Kunden einfach gemacht werden, ergänzte König. Der Kunde könne aber auch weiterhin auf „analoge“ Weise Bankgeschäfte erledigen: „Wir bieten die verschiedenen Wege an. Der Kunde aber entscheidet, wie er auf uns zukommt.