Beim großen Finale des Bühler Bluegrass-Festivals präsentierten sich alle Musiker auf der Bürgerhausbühne. | Foto: Katrin König

Bluegrass-Festival Bühl

„Wir haben wieder viele glücklich gemacht“

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Das 17. Internationale Bühler Bluegrass-Festival  ist Geschichte, und die Verantwortlichen ziehen eine durchweg positive Bilanz. Insgesamt 1400 Musikfans aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland kamen zu den Konzerten an beiden Festivaltagen

Die Henhouse Prowlers aus Chicago sind wahrlich vielgereiste Botschafter des Bluegrass. In 25 Ländern waren sie bereits auf Tour, am Freitag machten sie in Bühl Station und begeisterten das Publikum beim 17. Bluegrass-Festival. Tags darauf sitzen sie im Van auf dem Weg zum nächsten Gig in Lüttich (Belgien) – und sind selbst begeistert. „Die Erinnerungen an die vergangene Nacht sind immer noch stark“, schreiben die US-Musiker und loben in den Sozialen Medien das wunderschöne Treffen in „Southeastern Deutchland“. Süd-Ost-Deutschland? Oder doch Süd-Ost-Dutchland, also Holland, wie Patrick Fuchs vermutet. „Ich glaube, es war ein Joke“,  amüsiert sich der künstlerische Leiter des Bühler Bluegrass-Festivals über die geografisch zweideutige Zuordnung durch die Musiker aus Übersee.
Wie auch immer: Den Henhouse Prowlers hat’s gefallen in Bühl, und ebenso den anderen Bands und den vielen Fans, freut sich Fuchs ebenso wie Klaus Dürk, der städtische Fachbereichsleiter Bildung – Kultur – Generationen, über die positive Resonanz. „Wir haben wieder sehr viele Menschen glücklich gemacht“, so Fuchs. Das schlägt sich auch in den Sozialen Medien nieder: „Der Name Bühl wird durchs Internet geschossen.“

1400 Besucher bei den Konzerten

Insgesamt 1 400 Besucher kamen laut Dürk zu den Konzerten „und waren restlos begeistert“. Rund 300 Fans erlebten den Auftakt am Freitagabend in der Halle der Firma Oechsle, jeweils 250 verfolgten die beiden Oper-Air-Auftritte auf dem Johannesplatz, und abends im Bürgerhaus waren es nochmals 600 Gäste. Viel Beifall gab es für die Künstler aus den USA, aus Kanada und Deutschland, viel Lob der Musiker und Fans für die hervorragende Gesamtorganisation unter der Federführung von Susanne Schirmann-Drescher und für die „schöne Stadt“. Etliche Besucher kamen aus Frankreich und der Schweiz ins Badische, auch aus Norddeutschland reisten Americana-Fans an, wie jene, die extra wegen den US-Weltklassemusikern Rob Ickes und Trey Hensley die weite Anreise auf sich genommen hatten. Vor allem die Saitenkünste Hensleys begeisterten auch Klaus Dürk: „Ich habe in meinem ganzen Leben noch nie einen besseren Gitarrenvirtuosen erlebt.“

Glückliche Hand bei der Programmauswahl

„Patrick Fuchs hatte bei der Programmauswahl wieder eine glückliche Hand“, lobt er das Engagement des künstlerischen Festivalleiters. Und auch dieser zeigt sich „total zufrieden“ sowohl mit den Darbietungen auf der Bühne als auch mit dem organisatorischen Ablauf: „Wir sind mittlerweile ein eingespieltes Team. Alle haben ihre Sache gut gemacht“, betont Fuchs und hebt wie Dürk dabei auch professionelle Arbeit der Tontechniker hervor. Ein Schwerpunkt des Festivals lag diesmal auf den deutschen Bands. Diese hätten sich wie ihre Kollegen aus Übersee sehr gut präsentiert.

Das Festival ist mit Herzblut gemacht

„Ich bin immer wieder überrascht, von wie weit die Leute anreisen, ob von Mülheim an der Ruhr, ob von Düsseldorf oder von Zürich“, sagt Fuchs. Von weit her kam auch Wolfgang Streitbörger. Der Repräsentant des Verbandes Tennessee Tourism für Deutschland, Österreich und der Schweiz hatte extra seinen Aufenthalt in Tennessee unterbrochen, um in Bühl dabei zu sein und an seinem Info-Stand für einen Aufenthalt in Tennessee und Kentucky zu werben. „Das ist eine Herzenssache – und das Bühler Festival ist ja auch mit Herzblut gemacht.“

Auch 2020 wird es wieder bunt

Wann ist das Festival im nächsten Jahr? So lautete die Frage, die Fuchs von den Besuchern am häufigsten gestellt bekam. „Die Leute wollten schon bei der Abreise wieder ihre Hotels buchen. Das habe ich so noch nicht erlebt“, sagt der Festivalleiter, der natürlich die Frage beantworten konnte: Das 18. Bühler Bluegrass-Festival steigt am 15. und 16. Mai 2020. Eine Band ist schon verpflichtet, die weiteren Verhandlungen laufen, sagt Fuchs, freilich ohne Namen zu nennen. Aber so viel verspricht er schon jetzt: „Es wird wieder bunt.“