Zwischen Ortsrand und Autobahn liegt die künftige Gewerbefläche. | Foto: Bernhard Margull

Pläne für Bühler Gewerbegebiet

Würth kommt nach Oberbruch

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Fast sechs Jahre schon ist der Bebauungsplan „Unter-/Oberkirchweg II“ rechtskräftig, baulich getan hat sich auf der rund sechs Hektar großen Erweiterungsfläche des Gewerbegebiets Oberbruch aber noch nichts. Das soll sich im kommenden Jahr ändern. Neben der Ring GmbH, die wie bereits gemeldet aus Grauelsbaum nach Bühl zieht, wird im Sommer auch der Künzelsauer Schraubenfabrikant Würth hier eine Niederlassung eröffnen.
„Der Eindruck, dass beim Gewerbegebiet nichts geht, täuscht“, sagt Oberbürgermeister Hubert Schnurr. „Hier geht sehr wohl etwas, es wird nur nicht wahrgenommen.“ Weiterhin folge die Stadt den selbst gesetzten Vorgaben bei der Vergabe von Gewerbeflächen: Bestimmte Branchen sind ausgeschlossen, die Zahl der Arbeitsplätze sollte in einem vernünftigen Verhältnis zur benötigten Fläche stehen. „Wir wollen nichts verramschen“, sagte Schnurr bereits im Mai dieses Jahres. Anderseits sei das Oberbrucher Gelände für manche Zwecke zu klein: Das in der Region intensiv diskutierte Edeka-Lager komme aus diesem Grund beispielsweise nicht infrage.

2017 wird gebaut

Mittlerweile aber nehme die Vermarktung des Gebiets Fahrt auf, sagte Schnurr. Zwei Grundstücke seien bereits verkauft. Die Pirmasenser Ring GmbH werde im kommenden Jahr bauen und dann in einem ersten Schritt mit 50 Plätzen die Produktion des Geschäftsbereichs Gerbereimaschinen aufnehmen, der bislang in angemieteten Räumen in Grauelsbaum arbeitet (vormals Dose). Die Ring GmbH ist eines der führenden Unternehmen in der Herstellung von Maschinen zur Verarbeitung von nichtmetallischen Materialien.
Im Juli wird die Adolf Würth GmbH & Co. KG, der führende Spezialist im Handel mit Montage- und Befestigungsmaterial, eine Verkaufsniederlassung in Oberbruch eröffnen. Das bestätigte eine Firmensprecherin in Künzelsau. Die Niederlassung richte sich nicht an Endverbraucher, sondern „soll den Sofortbedarf von Handwerkern in der Region abdecken“. Dafür würden die am häufigsten nachgefragten Produkte aus der Palette, zu der unter anderem Schrauben, Schraubenzubehör, Dübel, Möbel- und Baubeschläge sowie Werkzeuge zählen, vorgehalten. Insgesamt sind es laut Firmensprecherin an die 3000 Produkte, mit denen sich die Handwerker in Oberbruch künftig eindecken könnten.

Weitere Interessenten

Hubert Schnurr freut sich über die Entwicklung im Gewerbegebiet in Oberbruch. Möglich gemacht habe die Ansiedlung von Würth ein privater Investor. Dieser sei mit dem Wunsch an die Stadt herangetreten, ein Gewerbegrundstück zu kaufen, um ein Gebäude errichten zu können, das er anschließend an das Künzelsauer Unternehmen vermieten wolle. In Oberbruch konnte die Stadt ihm ein passendes 2 000 Quadratmeter Areal anbieten.
Damit sind die Nachfragen nach Gewerbegrundstücken in Oberbruch allerdings nicht erschöpft, wie Schnurr berichtet. Ein weiterer Kandidat für eine Ansiedlung sei ein Betrieb, der Landwirtschaftsmaschinen entwickelt. Diese Existenzgründung habe sich durch einen Unfall leider verzögert. Interesse an einem Umzug nach Oberbruch habe auch ein Bühler Handwerker angemeldet, und ein weiterer Betrieb wolle ein Lager errichten – und zwar in dem Bereich unter der Stromleitung: „Es ist wichtig, auch diese Flächen nutzen zu können“, sagt Schnurr. Hier seien die Möglichkeiten eingeschränkt: So dürfe beispielsweise eine gewisse Höhe nicht überschritten werden, und entflammbares Material dürfe nicht gelagert werden.