Blick von Bühlertal auf Altschweier und Bühl: Das vergangene Jahr war beim Fremdenverkehr vergleichsweise unspektakulär und liegt im Trend. | Foto: Lienhard

Tourismusbilanz Bühl/Bühlertal

Zahlen liegen im Trend

Ein leichtes Plus bei den Gästeankünften, ein leichtes Minus bei den Übernachtungen: Diese Bilanz zieht Tino Rettig von der gemeinsamen Touristinfo Bühl/Bühlertal für das vergangene Jahr. Demnach ist die Zahl der Gesamtankünfte um 0,8 Prozent auf 79 458 gestiegen und die der Übernachtungen um 0,6 Prozent auf 188 261 gesunken.

Bedeutung der Industrie

„Es war ein vergleichsweise unspektakuläres Jahr, das dem allgemeinen Trend entspricht“, sagte Rettig im ABB-Gespräch. Die wesentlichen Merkmale der vergangenen Jahre seien auch 2017 prägend gewesen: Das gelte vor allem für die Bedeutung der in der Region ansässigen Industriebetriebe. Sie hätten einen wichtigen Anteil an den Buchungen, vor allem die unverändert bei knapp über 20 Prozent liegenden ausländischen Übernachtungen seien darauf zurückzuführen (Bühl: 19,9 Prozent, Bühlertal: 23,7 Prozent). Ein zweiter Punkt sind strukturelle Veränderungen im Angebot: Der Druck auf den allgemeinen Wohnungsmarkt sei weiterhin sehr stark. Nachdem vor diesem Hintergrund eine ganze Reihe von Ferienwohnungen langfristig oder fest vermietet werde, schieden gerade nicht-gewerbliche und vor allem ältere Anbieter von Gästezimmern aus dem Tourismus-Geschäft aus.

Bettenzahl sinkt

So sinkt die Zahl der Gästebetten: Standen in Bühl vor vier Jahren noch 1 285 Betten zur Verfügung und in Bühlertal 580, sind es heute in Bühl noch 1 134 und in Bühlertal 550. Hier liegen nach Rettigs Ansicht auch die Ursachen für die etwas geringeren Übernachtungszahlen gerade im nicht-gewerblichen Bereich. Neben altersbedingten Betriebsaufgaben und langfristiger Vermietung seien aber auch die private Nutzung oder der Wechsel in den gewerblichen Bereich zu nennen. In diesem habe es dagegen sowohl bei den Gästeankünften als auch bei den Übernachtungen leichte Zuwächse gegeben. Damit liege die Ferienregion „auf der Linie der positiven Entwicklung im Landkreis insgesamt“.

Aufenthaltsdauer stabil

Mehr als drei Viertel aller Übernachtungen entfielen auf Bühl. Hier stieg die Zahl der Gästeankünfte um 0,5 Prozent auf 68 106, die Übernachtungen gingen um 0,4 Prozent auf 158 571 zurück. In Bühlertal waren sowohl das Plus bei den Gästeankünften (11 352) als auch das Minus bei den Übernachtungen (30 050) prozentual mit 3,1 Prozent beziehungsweise 1,4 Prozent etwas stärker. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer lag insgesamt unverändert bei 2,4 Tagen; in Bühl waren es wie im Vorjahr 2,3 Tage, in Bühlertal 2,7 gegenüber 2,8 Tage im Vorjahr.

 Buchungen über Internetportale

Reagiert hat die Ferienregion auf die weiter wachsende Bedeutung von Buchungen über Internetportale. Seit dem vergangenen Jahr können auch bei kleineren Gastgebern (unter zehn Betten) Zimmer online gebuchtet werden. „Es werden sicher nicht alle auf diese Möglichkeit umstellen, aber es werden nach und nach mehr“, sagte Rettig. „Wir informieren und schulen dazu auch auf verschiedene Weise.“ Online-Buchungen seien auch über die vor wenigen Wochen freigeschaltete Homepage der Ferienregion möglich.