Sonnige Aussichten: Die Affentaler Winzer und die Baden-Badener Winzergenossenschaft setzen mit einer Fusion auf Kosteneinsparungen und effizientere Abläufe. | Foto: Gerhard Krauth

Winzergenossenschaften vereint

Zusammenschluss ist perfekt

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Jetzt ist es so weit: Die Fusion der Affentaler Winzer eG mit der Baden-Badener Winzergenossenschaft ist perfekt. Mit der Eintragung beim Registergericht ist die letzte Hürde genommen und der rückwirkend auf den 1. Mai dieses Jahres datierte Zusammenschluss vollzogen. Darüber haben Ralf Schäfer, der Geschäftsführer der Affentaler Winzer eG, und Thomas Goth, der Geschäftsführer der Baden-Badener Weinhaus am Mauerberg GmbH informiert. Die Fusion der 1908 (Affental) beziehungsweise 1922 (Neuweier) gegründeten Winzergenossenschaften zielt auf Kosteneinsparungen durch die Zusammenführung der einzelnen Betriebszweige und eine effizientere Produktion und Verwaltung; Marketing und auch Vertrieb sollen gestärkt werden.

Kooperation seit 2015

Die Fusion ist auch der letzte Schritt auf einem schon seit einiger Zeit eingeschlagenen Kooperationsweg. 2015 haben die beiden Genossenschaften eine enge Zusammenarbeit im Bereich Abfüllung und Logistik begonnen; der Wein aus dem Baden-Badener Rebland wurde seither in Eisental abgefüllt. Im November 2017 war mit Blick auf eine mögliche Fusion beim Badischen Genossenschaftsverband eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben worden. Deren Ergebnisse führten zur Aufnahme von Fusionsverhandlungen, die im März beschlossen wurden. Diese scheinen vergleichsweise reibungslos verlaufen zu sein, denn bereits Ende Juli stimmten die Mitglieder der beiden Genossenschaften in getrennten Versammlungen nahezu einstimmig (97 Prozent in Neuweier, 99 Prozent in Affental) dem Zusammenschluss zu. Zum 1. November nun ist der Geschäftsbetrieb der Baden-Badener Winzergenossenschaft auf die Affentaler Winzer eG übergegangen. Die Rebfläche beträgt der Affentaler Winzer eG ist damit auf 350 Hektar gestiegen, die Zahl der Mitglieder liegt bei rund 1 200.

Eigenständiger Charakter

Geleitet wird die fusionierte Genossenschaft, die den bisherigen Namen Affentaler Winzer eG behält, vom bisherigen Affentaler geschäftsführenden Vorstand, Ralf Schäfer, und Kellermeister Leo Klär. Die Baden-Badener Weine werden weiterhin eigenständig ausgebaut und von der „Baden-Badener Weinhaus am Mauerberg GmbH“ vermarktet. In dieser 100-prozentigen Tochtergesellschaft der Affentaler Winzer eG ist Thomas Goth, der bisherige geschäftsführende Vorstand der Baden-Badener Winzergenossenschaft, als Geschäftsführer für den Vertrieb zuständig. Die önologische Verantwortung für die Baden-Badener Weine hat Stefan Steinel, bisheriger zweiter Kellermeister der Baden-Badener Winzergenossenschaft. Das soll dazu beitragen, dass der eigenständige Charakter der Baden-Badener Weine erhalten bleibt.

Kellerwirtschaft komplett in Eisental

Mit dem Zusammenschluss folgt nun die Verlagerung der gesamten Kellerwirtschaft zu den Affentaler Winzern nach Eisental. In Neuweier bleibt die Traubenannahme, die auch künftig für einzelne Lesetage mit großer Anlieferungsmenge benötigt wird, wie Schäfer und Goth in einer Pressemitteilung erläutern. Der Sitz der „Baden-Badener Weinhaus am Mauerberg GmbH“ ist ebenfalls am bisherigen Firmensitz in Neuweier, wo weiterhin der Verkauf über die Vinothek sowie weintouristische Veranstaltungen stattfinden werden. Der nationale Vertrieb der Affentaler und Baden-Badener Weine erfolgt auch künftig über die Vertriebsgesellschaft Weinland Baden, bei der die fusionierte Genossenschaft weiterhin als Gesellschafter beteiligt ist.
Der Produktauftritt der Baden-Badener Weine wird aktuell überarbeitet und im Frühjahr kommenden Jahres mit dem Jahrgang 2018 unter dem Namen „Collection Rebland“ am Markt eingeführt.