Aufgebracht: Nöttingens Trainer Michael Wittwer hat beim Theater um das Nachholspiel nur wenig Verständnis für die Argumentation der Stuttgarter. | Foto: Eibner

Fußball-Oberliga

Ärger zwischen FC Nöttingen und dem VfB Stuttgart II

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Seit rund zwei Wochen befinden sich der FC Nöttingen und der VfB Stuttgart II in der Vorbereitung auf das zweite Halbjahr. Abseits des Rasens ziehen derweil die Vereinsverantwortlichen der beiden Fußball-Oberligisten die Stutzen hoch – gewillt, zur Grätsche anzusetzen. Beide Clubs liegen seit Tagen im Clinch, Grund der Streitigkeiten ist der Nachholtermin für das am 6. Dezember 2019 ausgefallene Spiel.

Von unseren Redaktionsmitgliedern Jan Fedra und Frank Seyen

Ursprünglich hatte der württembergische Fußball-Verband (wfv) die Nachholpartie auf Samstag, 22. Februar, angesetzt. Da an diesem Faschings-Wochenende aber viele Ereignisse anstehen, die eine hohe Polizeipräsenz erfordern (Umzüge, Mahnwache Pforzheim mit Gegendemonstrationen), „kann die zuständige Dienststelle eine entsprechende polizeiliche Begleitung der Oberliga-Begegnung an diesem Wochenende nicht gewährleisten“, schreibt José Macias, beim wfv zuständig für den Spielbetrieb.

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Schwaben zeigen sich bislang nicht gesprächsbereit

Der FC Nöttingen schlug daraufhin den Mittwochabend, 19. Februar, als Termin vor. Doch die Schwaben schalteten auf stur, gaben offenbar die erschwerte Anreise mit möglichen Staus auf der Autobahn als Grund an, um nicht unter der Woche nach Remchingen reisen zu müssen. Für FCN-Trainer Michael Wittwer ein Unding. „Wenn es sich um Villingen oder Ravensburg gehandelt hätte, hätten wir das sicher akzeptiert. Aber so verstehe ich nicht, warum man nicht unter der Woche spielen kann. Beim VfB II spielen Vollprofis, die können ja losfahren, wann sie wollen“, sagt der Coach.

Für Nöttingen der VfB II klar im Vorteil

Am Freitag nun zurrte der Verband den Samstag, 15. Februar (14 Uhr), als neuen Termin fest. Dieser ist so auch im Rahmenterminkalender als Ausweichtermin vorgesehen. Ein Kompromiss also? Keineswegs. „Wie alle anderen Mannschaften planen wir mit einer Vorbereitungszeit von sechs Wochen. In zwei Wochen schon anfangen zu müssen, ist nicht in meinem Sinne. Da hätte der VfB klare Vorteile – das sind Profis, die jeden Tag trainieren können. Das ist bei uns nicht möglich. Eine Woche weniger Vorbereitung lasse ich mir noch gefallen, aber gleich zwei, das finde ich nicht in Ordnung“, ärgert sich Wittwer.

Und auch FCN-Vorstand Dirk Steidl sagt: „Für uns ist nicht ersichtlich, warum sich der VfB II gegen den 19. Februar sträubt.“ Er hoffe wie Wittwer nach wie vor auf eine Einigung mit den Schwaben, die sich diesen Samstag aber erst einmal bis zum 8. Februar ins Trainingslager nach Spanien verabschieden.

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Vieles deutet auf den 15. Februar hin

Bis Mitte der Woche, so Macias, soll beiden Vereinen noch Zeit eingeräumt werden, sich zu einigen. Wenn der VfB II weiterhin den 19. Februar als Termin ablehnt, wird am 15. in der Kleiner-Arena angepfiffen. Macias selbst spricht von einer „unglücklichen Situation“, unterstreicht aber auch, Englische Wochen vermeiden und die freien Samstage nutzen zu wolle. Zumal durch die zu erwartenden widrigen Witterungsbedingungen im Februar/März ohnehin Oberligapartien auszufallen drohen.