Der Grunbacher Friedhof wird ebenso wie die Friedhöfe in Engelsbrand und Salmbach neu gegliedert. Der Gemeinderat verabschiedete eine Gesamtkonzeption. Foto: Richter
Der Grunbacher Friedhof wird ebenso wie die Friedhöfe in Engelsbrand und Salmbach neu gegliedert. Der Gemeinderat verabschiedete eine Gesamtkonzeption. Foto: Richter | Foto: Richter

Gemeinderat Engelsbrand

Debatte um Kita-Plätze und Friedhofskonzept

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Über 30 Zuhörer waren zur Engelsbrander Gemeinderatsitzung ins Grunbacher Rathaus gekommen. Auf der Tagesordnung stand die Windenergie einmal wegen des Teilflächennutzungsplans und zum anderen wegen des laufenden Genehmigungsverfahrens eines Windparks auf der Langenbrander Höhe. Bürgermeister Thomas Keller setzte beide Punkte von der Tagesordnung ab. Begründung: Es gäbe großen Redebedarf und deshalb wird zu diesem Thema eine Sondersitzung anberaumt.

Relativ schnell abgehandelt wurde die Verteilung von voraussichtlich fünf Kindern aus Salmbach in die Kindergärten in Grunbach und Engelsbrand. Ab Mai 2020 ist das Kinderhaus Weltentdecker in Salmbach voll belegt.

Bus als Alternative

„Wir sind eine Gemeinde. Den Eltern kann es zugemutet werden, in einen anderen Ortsteil zu gehen“, sagte Salmbachs Kindergartenleiterin Kerstin Marinovic. Alexander Mekyska (Lebenswertes Engelsbrand) sorgte sich darum, wie die Kinder dorthin kommen, wenn kein Auto zur Verfügung steht. „Mit dem Bus“, die Antwort von Bürgermeister Keller. Kerstin Marinovic sprach von einem „Luxusproblem“.

Gemeinderat spricht über Neubau

Auf jeden Fall wird sich der Gemeinderat in einer seiner nächsten Sitzungen mit einer Kindergartenkonzeption und eventuell einem Neubau beschäftigen. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass die Kinderzahlen kaum zurückgehen werden. Wenn, wie im Gemeinderat angesprochen, ein neues Baugebiet dazukommt, reicht die vorhandene Zahl an Kindergartenplätze kaum mehr aus.

Vorstellung des Friedhofskonzepts

Landschaftsarchitekt Dietmar Klenske stellte die Friedhofskonzeption für alle drei Ortsteile vor. Künftig wird es nicht nur in Grunbach Kindergräberfelder geben, sondern auch in Engelsbrand und Salmbach. Neben Ruhebänken wird es auch Stühle geben, die bei Bedarf mit ans Grab genommen werden können.

Viele freie Flächen in Engelsbrand

Für alle drei Friedhöfe sind neue Bestattungsformen vorgesehen. In Engelsbrand gibt es relativ viele freie Flächen, die aber für eine Erdbestattung nicht geeignet sind. Deshalb ist hier eine Erweiterung vorgesehen. Sogar Baumbestattungen mit Urnen könnte sich der Planer bei der Aussegnungshalle vorstellen.

Regenüberlaufbecken als Diskussionspunkt

Wegen einer erwogenen Aussegnungshalle wird auf dem Grunbacher Friedhof eine Rasenfläche frei gehalten. Doppelgräber könnten an anderer Stelle entstehen. In Salmbach gibt es die Möglichkeit Rasenfelder für Urnen und Sargbestattungen anzulegen. Eine lange Diskussion gab es im Gemeinderat auch wegen der Kosten, die der Planer aber erst berechnen kann, wenn endgültig vom Gemeinderat entschieden wird. Während Helena Gläser (Grüne) die Art der Bestattungen eher beschränken möchte, ist Ute Uihlein (CDU) gegensätzlicher Meinung. Bei einer Gegenstimme von Wolfgang Reich (Grüne) wurde die Planung vom Gremium anerkannt. Ebenfalls lang diskutiert wurde über das Regenüberlaufbecken in Grunbach. Das Landratsamt verlängert die Betriebsgenehmigung für die nächsten zehn Jahre nicht ohne Sanierung oder Neubau.

Entscheidung bei Regenüberlaufbecken

Planer Stefan Böhringer trug drei Varianten vor, als Um- und Neubau. Kosten des Umbaus betragen rund eine dreiviertel Million Euro. Beim Neubau sind es knapp über eine Million Euro. Erwartet werden kann ein 80-prozentiger Förderzuschuss. Beim Neubau, den der Planer favorisierte, müsste die Gemeinde noch knapp 300 000 Euro selbst bezahlen. Dafür entschied sich der Gemeinderat auch einstimmig. 90 Prozent des Mischwassers aus Grunbach laufen über diese Anlage Richtung Kläranlage.

Zusage für Fördermittel in einem Jahr

Im Gemeinderat drehten sich die Fragen vor allem darum, ob diese Ausgabe überhaupt notwendig ist, was durch die Forderung der Genehmigungsbehörde außer Zweifel steht. Der Planer rechnet mit einer Fördermittelzusage in etwa einem Jahr. Baubeginn könnte frühestens im Herbst 2020 sein. Die Bauzeit beträgt circa sechs Monate. Für die Blumenstraße wird eine Änderung des Bebauungsplans im vereinfachten Verfahren durchgeführt. Das beschloss der Gemeinderat bei der Enthaltung von Klaus Supper (SPD/Bürgerliste). Grund ist ein Bauantrag, dem der Gemeinderat zustimmte, das Baurechtsamt beim Landkreis aber ablehnte.

Offene Bauweise in der Blumenstraße

Für vier Grundstücke nördlich der Blumenstraße gilt eine abweichende Bauweise im jetzigen Bebauungsplan und nicht wie im restlichen Teil eine offene Bauweise. Das soll jetzt im neuen Bebauungsplan einheitlich geregelt werden.
Von unserem Mitarbeiter Heinz Richter