Jakob Bänsch aus Mühlhausen.
Jakob Bänsch aus Mühlhausen. | Foto: Richter

Jakob Bänsch aus Tiefenbronn

Ein junger Jazztrompeter aus dem Enzkreis macht Furore

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Bei Jakob Bänsch (17) aus Mühlhausen stimmt der Ausspruch „das liegt in den Genen“ wohl wirklich. Vater und Mutter sind Berufsmusiker, und der Sohn gehört zu den erfolgreichen Nachwuchs-Jazztrompetern. Seit Anfang des Jahres ist er Teil des Bundesjazzorchester. Unter den 40 Musikern ist er der Jüngste.

Von unserem Mitarbeiter Heinz Richter

Seine Geschwister, eine Schwester und drei Halbgeschwister, alle älter, haben ihre Neigungen und Berufe jenseits der Musik gefunden. Aber Jakob Bänsch tritt in die Fußstapfen der Eltern. Der Vater ist Hornist im SWR-Rundfunkorchester. Die Mutter spielt Oboe in der Bach-Akademie in Stuttgart.

Jakob spielt nicht nur Trompete, er komponiert auch. Über ein Dutzend Stücke hat er schon geschrieben. „Viel mehr noch liegt mir das Arrangieren“, sagt er. Das kommt ihm natürlich sehr zugute beim Jazz-Sextett „Jakob Bänsch Collective“. Diese Band, die in Jazzclubs auftritt, hat Jakob Bänsch vergangenes Jahr gegründet. Alle anderen Musiker außer ihm sind Studenten und über ganz Deutschland verteilt.

Er hat die Organisation und schreibt die Arrangements. Im vergangenen Jahr hat er sich mit der Band beim Wettbewerb „Jazzopen Young Playground“ beworben und bekam einen Preis beim Jazz-Festival. Ab Ende September plant er eine Baden-Württemberg-Tour mit dem Sextett, wenn bis dahin Corona kein Thema mehr sein sollte.

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Drei Stunden Training pro Tag

Als Sechsjähriger hat Jakob Klavierunterricht bekommen. Vom Vater lernte er schon früh Trompete zu spielen. Mit neun Jahren bekam er Trompetenunterricht in Calw. Drei verschiedene Lehrer unterrichteten ihn. Schließlich nahm in Markus Klein aus Stuttgart auf. Eine Koryphäe unter den Trompetenlehrern. Er unterrichtet als Dozent an der Musikhochschule in Karlsruhe. Zu Hause übt Jakob Bänsch um die drei Stunden jeden Tag mit seiner Trompete. Mit seinen Ersparnissen hat er sich eine Van-Laar-Jazztrompete gekauft. Ein holländischer Hersteller, dessen Trompeten einen weichen und geschmeidigen Ton haben.

Sein Wunsch wäre eine Monette-Trompete. Aber der amerikanische Trompetenbauer verlangt über 15.000 Euro. Unterricht bekommt er seit kurzem auch einmal in der Woche in der Hochschule in Stuttgart. Schule und Musik, da bleibt kaum Zeit für was anderes. „Badminton habe ich lange Zeit im Verein gespielt“, sagt er.

Er besucht die zwölfte Klasse des Hebel-Gymnasiums in Pforzheim. In vier Wochen beginnen die Abiturprüfungen. Deutsch und Mathe sind Pflicht. Natürlich hat der Mühlhausener neben Latein und Englisch Musik dazu gewählt. „In Mathe bin ich ganz schlecht“, sagt er. Dafür liegt er in Musik knapp an der höchsten Punktzahl von 15, die er ins Abi einbringt.

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Zahlreiche Preise abgeräumt

Preise hat er schon einige erspielt: Einen ersten Bundespreis beim Wettbewerb „Jugend musiziert“, ebenfalls einen ersten Preis beim „Young lions Jazzawards“ und bester Musikschüler beim Werner-Stober-Preis.

Im Oktober soll es eigentlich mit dem Bundesjazzorchester auf eine Welt-Tournee gehen: China, USA, Südamerika. Nach dem Abi möchte er Musik studieren, was eigentlich fast klar ist. Am liebsten wäre ihm Karlsruhe, auch weil dort sein Musiklehrer doziert. Beworben hat er sich aber auch in Hamburg, Berlin und München. Im Juni sind die Aufnahmeprüfungen.

Ein Studium in Karlsruhe möchte er auch gerne deshalb, weil dort Reinhold Friedrich, ein echter Spitzenmusiker und Lehrer auf dem Instrument der Trompete, unterrichtet.