Braten, rühren, abschmecken: Acht Bürgermeister aus dem Enzkreis bereiten am Montagnachmittag mit Landrat Bastian Rosenau ein viergängiges bio-regionales Menü zu. | Foto: Friedrich

Werbeaktion für Musterregion

Enzkreis-Bürgermeister stehen in Pforzheim am Herd

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Mit einer besonderen Aktion hat der Enzkreis am Montag auf seine Bio-Musterregion aufmerksam gemacht. Acht Bürgermeister aus dem Landkreis haben gemeinsam mit Landrat Bastian Rosenau in der Küche der Volkshochschule Pforzheim ein mehrgängiges Menü aus regionalen Zutaten gekocht.

Von unserem Mitarbeiter Stefan Friedrich

64 Betriebe haben sich im Enzkreis derzeit der biologischen Landwirtschaft verpflichtet. Sie bewirtschaften rund 14 Prozent der Flächen. „Die Landesregierung möchte den Prozentsatz an Bio-Betrieben erhöhen“, erklärte Corinna Benkel vom Landwirtschaftsamt: Sie ergänzt: „Das kann nur über eine Steigerung der Nachfrage gelingen.“

In diesem Sinne will der Enzkreis nicht nur seine Bürger dafür sensibilisieren, dass eben auch aus bio-regionalen Lebensmitteln leckere Speisen gezaubert werden können, „wir möchten auch die Bürgermeister dafür gewinnen, dass sie das Thema in ihre Gemeinden und in die Bürgerschaft tragen“, so Benkel.

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Deshalb hat man mit Landrat Bastian Rosenau als „Zugpferd“ die Bürgermeister im Enzkreis zu einem besonderen Kochkurs eingeladen. Acht von ihnen standen am Montagnachmittag in der Küche und bereiteten ein Menü aus vier Gängen zu – unter der fachkundigen Anleitung von Beate Vogel. Sie ist seit Jahren Kochkursleiterin bei der VHS Pforzheim.

Am Anfang stand der Parmaschinken

Angefangen hat sie mit Parmaschinken und Wein aus Portugal. „Das hat mir irgendwann widerstrebt“, zumal sie von der Qualität der Produkte, die aus dem Enzkreis kommen, restlos überzeugt war. „Wir haben hier fast alles, was es braucht“, versicherte sie: „Zuerst koche ich das, was aus der Region kommt“, erst dann weitet sie den Blick auch auf überregionale Produkte.

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Wie wichtig dabei das Thema Nachhaltigkeit ist, hat sie den Bürgermeistern demonstriert. Beim Fleisch beispielsweise müssten auch jene Stücke verwertet werden, die die meisten nicht nutzen.

Die Hochrippe etwa, die sie beim Biolandhof Gay in Remchingen besorgt hat. „Auf der bleibt der Metzger immer sitzen“, dabei lasse sie sich mühelos mit Salz und Pfeffer würzen, schmoren und mit Spätzle servieren. Enzkreislinsen wie die vom Biohof Reiser aus Straubenhardt eigenen sich für vegetarische Gerichte. Passende Öle gibt es bei der Ölmühle in Illingen und mit Himbeeren vom Biolandhof Aichele-Adrion (Mühlacker) kochten die Bürgermeister ein Crumble mit Vanilleeis.

Stolz auf die Musterregion

Dass der Enzkreis eine der ersten Bio-Musterregionen war, darauf sei man stolz, betonte Landrat Bastian Rosenau. „Der Kreis will hier als Vorbild agieren“, zumal das Thema Bio-Landwirtschaft ohnehin ein wichtiges sei, das die Menschen bewegt.

Dass in diesem Sinne mit Thomas Keller, Thomas Zeilmeier, Heiko Genthner, Mario Weisbrich, Martin Steiner, Thomas Karst, Helge Viehweg und Steffen Bochinger gleich acht Bürgermeister aus dem Enzkreis am Montag ein Zeichen setzten, helfe natürlich, den regionalen Biolandbau voranzubringen – ganz im Sinne von Marion Mack, Projektmanagerin der Bio-Musterregion . „Es gibt einiges, was die Bürgermeister in ihrem Bereich tun können“, erklärte sie. Regionale Produkte könnten beispielsweise in das Essensangebot in Schulen oder Kindergärten eingebaut werden.