Karl Röckinger, früherer Landrat im Enzkreis. | Foto: PK-Archiv

Mit 70 radelnd über die Alpen

Ex-Landrat Karl Röckinger nimmt sich zum Jubiläumsjahr viel vor

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Eine große Herausforderung hat sich der frühere Landrat im Enzkreis, Karl Röckinger, der am Montag zu Dreikönig seinen 70. Geburtstag feiern kann, in seinem Jubiläumsjahr selbst gestellt: Im Spätsommer will er mit dem Fahrrad die Alpenüberquerung angehen. Start in München, Ziel im etwa 600 Kilometer entfernten Grado an der Adria, in der Nähe von Triest.

Von unserem Mitarbeiter Heinz Richter

Karl Röckinger lebt mit seiner Lebensgefährtin Ines Maronde in Engelsbrand. Er hat drei verschiedene Fahrräder im Keller stehen und ist oft in seiner Heimatgemeinde und dem Enz- und Nagoldtal damit unterwegs. Seinen 70. Geburtstag feiert der ehemalige Enzkreis-Landrat im Familien- und Freundeskreis. Einen großen Empfang, wie der Landkreis es vorgeschlagen hatte, wollte er eher nicht. Seine Verabschiedung vor zwei Jahren mit einer großen Feier ist vielen noch in guter Erinnerung.

Im Wurmberger Rathaus fing alles an

Röckinger ist in Mühlacker geboren und im Stadtteil Dürrmenz aufgewachsen. Im Rathaus Wurmberg begann seine Ausbildung zum gehobenen nichttechnischen Verwaltungsdienst. Weitere Stationen waren in Heilbronn und Mühlacker. Danach folgte ein Jurastudium in Heidelberg mit Referendarzeiten in Karlsruhe, Pforzheim und Stuttgart.

Vom Dezernenten zum Landrat

Nach einer Anstellung im Innenministerium kam er als Landesbeamter zum Landratsamt Enzkreis und übernahm dort das größte Dezernat, das Sozialdezernat. Auch das Verkehrsamt und schließlich das Finanzdezernat gehörten schon bald zu seinem Aufgabenbereich. Der Aufbau des Amtes für Presse und Öffentlichkeitsarbeit geht auf Röckinger zurück. 2003 kandidierte er als Nachfolger des in Ruhestand gehenden Landrats Werner Burckhart, wurde gewählt und blieb in diesem Amt bis zu seinem Ausscheiden vor knapp zwei Jahren.

Mein Tagesablauf ist jetzt entspannter.

Karl Röckinger über seinen Ruhestand

Karl Röckinger hat sechs Kinder. Am weitesten entfernt wohnt einer seiner Söhne in Neuseeland nahe der Hauptstadt Wellington. Dort kam auch sein jüngstes Enkelkind zur Welt. Insgesamt sieben Enkel im Alter zwischen ein und 20 Jahren hat der frühere Landrat. Sein Sohn in Neuseeland hat dort ein Weingut, auf dem Spätburgunder, Syrah, Grauburgunder, Chardonnay und Sauvignon angebaut werden.

Mehr zum Thema: Bastian Rosenau ist der neue Landrat im Enzkreis

„Mein Tagesablauf ist jetzt entspannter“, sagt der ehemalige Landrat über seinen Ruhestand. Aber Karl Röckinger ist noch in einigen Ehrenämtern aktiv. Bis vor einem halben Jahr war er Vorsitzender des Kommunalverbandes Baden-Württemberg mit immerhin rund 500 Mitarbeitern. Er managt Stiftungen und ist stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Baugenossenschaft Arlinger, die derzeit ein Projekt im zweistelligen Millionenbereich, ein großes Hochhaus in Pforzheim, in Angriff nimmt.

Karl Röckinger (links) mit seinem Nachfolger Bastian Rosenau und dessen Ehefrau Nathale. Rosenau war zuvor jahrelang Bürgermeister in Engelsbrand. | Foto: Ochs

Der Rat und die Mitwirkung des Juristen Röckinger ist bei solchen Mammutprojekten noch immer sehr gefragt.

Fahrrad immer dabei

Dass er im Ruhestand viel Reisen wolle, betonte Röckinger schon bei seinem Abschied als Landrat. Seinen Sohn und dessen Familie in Neuseeland hat er besucht und dieses Jahr war er in Cornwall in England. Immer mit dabei: sein Fahrrad. Eine Rad-Rundreise durch die Toskana hat der Senior auch schon unternommen.

Selbst das Herstellen von idealem Milchschaum ist eine Kunst.

Röckinger macht im Frühjahr einen Barista-Lehrgang

Aber der frühere Landrat ist auch handwerklich in seinem Haus in Engelsbrand gut unterwegs. Einen Gartenpavillon hat er aus Einzelteilen selbst zusammengeschraubt. Eine seiner liebsten Beschäftigungen ist es aber, guten Espresso zuzubereiten. Eine original italienische Siebträger-Maschine aus Mailand steht bei ihm in der Küche und die bedient er fachmännisch. „Selbst das Herstellen von idealem Milchschaum ist eine Kunst“, sagt er.

Der für ihn momentan ideale Kaffee ist ein indischer „Monsooned Malabar“. Für das Frühjahr hat sich Karl Röckinger bei einem Barista-Lehrgang angemeldet.