Helene Durban im Fanzimmer: Die Schränke sind vollgestopft mit Geschenken, die Fans geschickt haben. Das kleine Museum hat die Witwe des 2016 verstorbenen Musikers mit Liebe zum Detail eingerichtet. | Foto: Roth

Frau von Manfred Durban

„Flippers“-Witwe eröffnet Ausstellung rund um das Schlagertrio in Knittlingen

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Die monatelange Arbeit von Helene Durban trägt nun Früchte: In Knittlingen hat die Witwe von „Flippers“-Musiker Manfred Durban eine Ausstellung rund um die Schlagerband auf die Beine gestellt. Auch die beiden noch lebenden Flipper Bernd Hengst und Olaf Malolepski sind von der Idee begeistert.

Von unserer Mitarbeiterin Susanne Roth

Auch heute noch kommen im Schnitt 14 bis 16 Pakete im Jahr allein nach Knittlingen. Mit Schokolade, mit allem Möglichen, womit die Fans Helene Durban zeigen wollen, dass ihr Mann Manfred und damit auch „Die Flippers“ nicht vergessen sind. Also kann man davon ausgehen, dass für die Sammlung der 72-jährigen Witwe des 2016 verstorbenen Schlagzeuger und Trompeters Manfred Durban keine Schrumpfungsgefahr besteht.

Die Verwirklichung eines lange gehegten Plans

Helene Durban hat in der Marktstraße 11 in der Fauststadt etwas im eigenhändig von ihrem Mann renovierten Fachwerkhaus verwirklicht, was schon zu seinen Lebzeiten in Planung war: Im Untergeschoss des Hauses hat sie vor nicht allzu langer Zeit die Räume zur „Flipper-Ausstellung Manfred Durban“ geöffnet. „Wir haben eine große Familie, alle haben mich darin bestärkt“, sagt Helene Durban, die dann monatelang alles zusammentrug und sich Gedanken machte darüber, wie man die Erinnerungsstücke sinnvoll präsentieren könnte. Und natürlich hat sie auch die noch lebenden Flipper Bernd Hengst und Olaf Malolepski zu Rate gezogen – die sich begeistert von der Idee zeigten.

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Und so betritt man gleich einen Meter nach der Haustür das Land der Flippers: Fotos, so weit das Auge reicht, Autogrammkarten, Poster von Konzertauftritten – eine unglaubliche Fülle und eine Zeitreise sondergleichen.

Gleich rechts neben dem Eingang ist das Zimmer, für das die Besucher und vor allem die Fans am längsten brauchen: das Fanzimmer ist gespickt mit Geschenken der Fans in den Vitrinen und Alben mit Fotografien aus dem Leben von Manfred Durban, den Flippers und auch fein säuberlich aufgeklebte Zeitungsausschnitte.

Viele Geschenke von eingefleischten Fans

Helene Durban erzählt von einem Ehepaar aus der Pfalz, das schon fünf Mal angereist ist. Und sie zeigt die Geschenke: von der Blumenvase mit eingraviertem Refrain „Weine nicht, kleine Eva“ (mit dem die Flippers sozusagen senkrecht durch die Decke gingen) bis zum mit einer Fotografie der drei Musiker bestickten Kissen – nur die BHs und Schlüpfer fehlen. Die flogen einst auch zu ihrem Mann und den Bandmitgliedern bei ihren Auftritten auf die Bühnen, wie Helene Durban sagt. Eifersüchtig? „Ich war das ja von Anfang an gewöhnt, dass mein Mann aufgetreten ist“, sagt sie. Zudem bildeten sie nach einigen Anfangsschwierigkeiten ein unzertrennliches Paar. „Fast hätten wir die Goldene Hochzeit gefeiert.“ Manfred Durban starb im Alter von 74 Jahren.

Hawaii lässt grüßen: Autogrammkarte mit den Flippers in ihrer letzten Besetzung mit Bernd Hengst, Olaf Malolepski und Manfred Durban (von links). | Foto: Roth

„Er fehlt mir“, gibt Helene Durban unumwunden zu, für die allein schon die Anwesenheit im Fanzimmer auch schmerzliche Gefühle auslöst: „Am Anfang konnte ich vor allem die Filme nicht anschauen. Jetzt geht es.“ Denn sie hätten eine gute Zeit gehabt, sagt sie, wohl wissen, dass fast 50 Jahre glückliche Ehe nicht jedem gegönnt sind. Dabei sei es nicht leicht gewesen am Anfang. Was wohl weniger an der Sympathie lag als vielmehr an der Tatsache, dass ihre Eltern, die ein Fensterbaugeschäft hatten, sich einen Nachfolger für die Firma wünschten und keinen Musiker.

Spaziergang nach einem Konzert brachte die beiden zusammen

Kennengelernt habe sie Manfred Durban bei einem Konzert, zu dem sie heimlich mit einer Freundin gegangen sei. Es fuhr dann kein Bus mehr und sie fand sich schließlich mit dem Star bei einem nächtlichen Spaziergang um den Klostersee. Anfang der 1960er-Jahre waren andere Zeiten mit strengen Sitten. Die Vernunft trieb das Paar wieder auseinander – aber es ging doch nicht ohne einander.

Und irgendwann war Manfred Durban ein herzlich integriertes Familienmitglied. „Er war ein ganz lieber Mann“, sagt seine Witwe. Und einer, der handwerklich begabt war – wie man an dem Haus sehen kann, in dem heute seiner gedacht wird.

Die „Flipper-Ausstellung Manfred Durban“ ist nach Terminvereinbarung zu sehen. Helene Durban ist telefonisch unter 0151 53127599 erreichbar, sowie unter der E-Mail-Adresse M-Durban@t-online.de. Das Haus mit den Ausstellungsräumen befindet sich in der Marktstraße 11 in Knittlingen.