Geschlossen wegen Corona ist die Praxis von Dr. Keller und Dr. Henrichs in Ispringen seit Montag.

Pandemie im Enzkreis

Hausarzt infiziert: Praxis in Ispringen muss wegen Coronavirus schließen

Anzeige

Schock für die Patienten von Klaus Keller in Ispringen: Ihr Hausarzt wurde positiv auf das Coronavirus getestet. Vor dem Ergebnis war der noch in einem Altersheim. Dort sind alle Testergebnisse negativ – auch, weil der Mediziner vorsichtig war.

Husten hat Klaus Keller nicht, auch kein Fieber. „Ich bin kerngesund“, beteuert der Allgemeinmediziner, der in Ispringen eine Gemeinschaftspraxis co-betreibt. Und doch beweist ein Test etwas anderes. Das Ergebnis vom Samstag besagt: Keller ist mit dem Coronavirus infiziert. Seine Praxis muss bis zum 27. März geschlossen bleiben, er selbst in Quarantäne.

Kontaktpersonen sollen vorsichtig sein

„Alle Kontaktpersonen wurden dem Gesundheitsamt gemeldet“, heißt es auf der Homepage der Praxis. „Die Kontaktpersonen sollten in den nächsten 14 Tagen keinen Kontakt zu Menschen mit chronischen Erkrankungen oder Alter über 65 Jahren haben.“

Test auf das Coronavirus war eigentlich Routine

Dabei ist es wohl der Vorsicht des Mediziners zu verdanken, dass nicht Schlimmeres geschehen ist. Für Kellers Test habe es keinen konkreten Anlass gegeben.

Mehr zum Thema: Coronavirus – was kann ich selbst tun und wie verhalte ich mich richtig?

„Ich teste mich immer wieder, weil ich Arzt bin“, erklärt er. „Es geht darum, die Kranken zu schützen, nicht mich. Ich werde das überleben“, sagt der 65-Jährige.

Arzt war zuvor noch in Ispringer Seniorenheim

Zur Risikogruppe gehören allerdings die Bewohnern des Altenheims Haus Salem in Ispringen, wo Keller noch kurz vor dem Ergebnis des Routinetests unterwegs war. „Er trug einen Mund- und Handschutz“, berichtet Heimleiter Jörg Heidt. „Er hat sich vorbildlich verhalten“, lobt er.

Man habe noch am Wochenende alle, die mit dem Arzt in Kontakt standen, untersucht. Das Ergebnis: Niemand hat sich angesteckt. Und auch in der Praxis selbst, so betont es Dr. Keller, seien alle Tests bei den Mitarbeitern negativ gewesen, wie auch in seiner Familie.

Alle aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Überblick

„Ich weiß nicht, wo ich es her habe“, sagt der nun per Telefon behandelnde Arzt – und nutzt die Gelegenheit zu einem Appell: „Ich verstehe nicht, dass sich nicht jeder Arzt regelmäßig testet.“

Wenn sich ein Pfleger infiziert, dann haben wir den richtigen Gau.

Markus Haist, Vorsitzender der Ärzteschaft Pforzheim/Enzkreis

Lob erhält der Ispringer Arzt auch vom Vorsitzenden der Ärzteschaft Pforzheim/Enzkreis, Markus Haist. Man könne nur froh sein, dass der Kollege aus Ispringen generell besonnen handle und mit Mund- und Handschutz ins Altenheim ging. „Wenn sich ein Pfleger infiziert, dann haben wir den richtigen Gau.“

Überraschend komme die Nachricht aber nur teilweise. „Es war klar, dass es irgendwann zu einer Schließung kommt“, sagt er. Als Arzt könne man sich ohnehin nicht richtig schützen. „Wir haben da alle unsere Vorkehrungen getroffen.“

Patienten der Praxis Keller/Henrichs können sich unter der Telefonnummer 07231-8006870 an die Mitarbeiter der Praxis bei Rückfragen wenden. Die Vertretung übernimmt Dr. Volz. Wer Kontakt zum Arzt hatte, soll sich beim Gesundheitsamt melden: 07231-3086875.