Gesprengter Geldautomat: Das Verwaltungszentrum in Bauschlott wurde durch die Wucht der Detonation schwer getroffen. Ein Notbetrieb im Bürgerbüro soll ab Dienstag wieder möglich sein. Foto: igm

Bürgermeister ist fassungslos

Gesprengter Geldautomat im Enzkreis: Suche nach Täter läuft

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Am Tag, nachdem Unbekannte den Geldautomaten im Bauschlotter Bürgerbüro gesprengt haben, fahndet die Polizei weiterhin nach den Tätern. Der Gebäudeschaden beläuft sich auf rund 60 000 Euro. Ungeklärt ist noch, wie viel Geld die Täter erbeutet haben.

Wie berichtet riss am Montag gegen 4.15 Uhr ein lauter Knall die Anwohner aus dem Schlaf. Da sich der Automat im Verwaltungszentrum der Gemeinde befindet, wurde durch die Wucht der Detonation der gesamte Eingangsbereich des Rathauses stark beschädigt.

Bürgermeister ist fassungslos über kriminelle Energie

Der Neulinger Bürgermeister Michael Schmidt ist „fassungslos über die kriminelle Energie“, wie er gegenüber dem Pforzheimer Kurier sagte. Der Rathauschef traf kurz vor 6 Uhr am Tatort ein, nachdem er von einem Mitarbeiter verständigt worden war. Zuvor hatte ein Passant die Detonation mitgekommen und die Polizei gerufen. Dem Bürgermeister bot sich vor Ort ein Bild der Zerstörung. Die Scheiben hatte es durch die Wucht aus den Rahmen gesprengt; dadurch sei ein „Scherbenmeer“ auf der Straße vor dem Rathaus entstanden.

Leben aufs Spiel gesetzt

Schmidt ist froh, dass niemand bei der Explosion verletzt wurde und zeigte sich „verblüfft, was manche anstellen für eine wahrscheinlich geringe Ausbeute und dabei auch noch Leben aufs Spiel setzen“. Am Montagvormittag war der Bürgermeister gemeinsam mit Bauhof-Mitarbeitern, dem Architekten, einem Schreiner und Gutachter vor Ort, um in einer „Blitzaktion“ die Schäden zu beseitigen, wie Schmidt erklärte. Diese seien enorm: Stahl- und Glaselemente im Bürgerbüro habe es zerrissen, Computer und Monitore wurden stark beschädigt. Außerdem Schließfächer durch die Detonation aus der Wand gedrückt. Der Eingangsbereich wurde verwüstet und stand offen – er soll provisorisch mit Brettern „zugemacht“ werden, so Schmidt. Auch die Elektrik im Verwaltungszentrum sei stark beschädigt worden.

Notbetrieb im Bürgerbüro

Der Bürgermeister hofft, dass bald ein Notbetrieb im Bürgerbüro möglich ist. In dringenden Fällen kann im Rathaus die Zentrale unter Telefon (0 72 37) 42 80 angerufen werden. Wie hoch der Sachschaden ist, sei schwer zu schätzen; Schmidt rechnet mit mindestens 150 000 Euro. Der Gebäudeschaden allein beläuft sich laut Polizei auf 60 000 Euro. Bis alle Schäden behoben sind, werden wohl Monate vergehen, befürchtet Schmidt.

Gebäudeschaden beläuft sich auf 60 000 Euro

Wer die Täter sind, konnte die Polizei bisher nicht klären. Trotz einer sofort eingeleiteten Fahndung entkamen die Diebe, teilt die Polizei mit. Ob sie Beute gemacht haben, muss noch ermittelt werden.
Gesprengte Geldautomaten gab es in den vergangenen zwölf Monaten in der Region unter anderem auch in Langensteinbach, Bretten und Neuenbürg.

Zeugen gesucht
Um Hinweise bittet der Kriminaldauerdienst unter der Telefonnummer (0 721) 6 66 55 55.