Oase für Insekten aller Art: Den Impuls gab die Gemeinde. Der Ittersbacher Hobby-Gärtner Kurt Rittmann sorgte in seinem Hausgarten für eine beispielhafte Blumenwiese.
Oase für Insekten aller Art: Den Impuls gab die Gemeinde. Der Ittersbacher Hobby-Gärtner Kurt Rittmann sorgte in seinem Hausgarten für eine beispielhafte Blumenwiese. | Foto: Weber (Archiv)

Wettbewerb „Natur nah dran“

Karlsbad erhält 15.000 Euro für Engagement bei der Nachhaltigkeit

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„Das eine sind die Fördermittel mit 15.000 Euro, aber gerade für landesweit 15 Kommunen ist die Auswahl als Preisträger 2020 sicher die beste Motivation, auch für ihr künftiges Engagement in Sachen Natur- und Umweltschutz“, sagt der Leiter des Karlsbader Garten- und Umweltamtes, Klaus Rösch.

von unserem Mitarbeiter Gustl Weber

Das seit fünf Jahren vom Nabu Baden-Württemberg ausgeschriebene und vom Umweltministerium des Landes mitgetragene Projekt „Natur nah dran – Biologische Vielfalt in Kommunen fördern“ – zielt auf die Nachhaltigkeitsstrategie der Kommunen in diesem Bereich. Der Nabu wird mit Schulungstagen das Projekt weiter begleiten.

Deutlich wurde bei dem Pressegespräch allerdings auch, dass alle auf eine möglichst baldige Bewältigung der Corona-Krise hoffen. Auch dann werde das Thema Natur- und Umweltschutz sowie die Klima-Krise weiter aktuell sein.

Projekte „Karlsbad blüht auf“ oder „Karlsbader Bienensommer“

Das in den zurückliegenden Jahren in Karlsbad in diesem Metier Geleistete kann sich wahrlich sehen lassen und hat bei der Auswahl der Preisträger offensichtlich beeindruckt. Genannt seien hier die Projekte „Karlsbad blüht auf“ oder der „Karlsbader Bienensommer“.

Verbunden damit war unter anderem die Gestaltung kommunaler Anlagen als Blumenwiesen. Ziel war es, durch die Abgabe von kostenlosem Blütensamen die Bevölkerung zu Blumenwiesen in ihren Gärten anzuregen. So mancher Hobby-Gärtner ist dieser Idee gefolgt. Über Baum- und Pflanzpatenschaften werden öffentliche Bauminseln und Pflanzkübel von Bürgern gepflegt.

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Die Karlsbader Selbstständigen haben im vergangenen Jahr 150 naturnah bepflanzte Blumenkübel zur Zierde vor Geschäften und öffentlichen Einrichtungen in den fünf Ortsteilen finanziert und der ehrenamtlich agierende Agendarat der Kommune bot eine Vortragsreihe zur „naturnahen Gestaltung der Hausgärten, Vorgärten und Bestattungsflächen“.

Durch Beratung und Saatgutsponsoring motiviert die Gemeinde die Landwirte zur vielseitigen Bewirtschaftung, zumindest von Teilbereichen. Seit 30 Jahren steht in Karlsbad durch die alljährliche Abgabe von subventionierten hochstämmigen Obstbäumen an Grundstücksbesitzer die Förderung des Streuobstbaus nachhaltig im Blickpunkt.

Rund 11.000 Obstbäume gepflanzt

So wurden auf der freien Feldflur durch private Hand bisher immerhin rund 11.000 Obstbäume angepflanzt. Gerade im Streuobstbau sieht der Gartenamtschef die artenreichsten Biotope.

„Unser Bestreben ist es seit Jahren, dauerhaft und sinnvoll an diese Themen heranzugehen, auch in Verbindung mit weiteren Maßnahmen zum Klimaschutz. Das sind wir alle unserer Umwelt schuldig. Dabei werden wir erfreulicherweise durch den ehrenamtlichen Agendarat, unsere Form der Bürgerbeteiligung, unterstützt“, betont Bürgermeister Jens Timm.

Sein Dank galt dem Nabu und den örtlichen Landtagsabgeordneten für die aktuelle Auszeichnung. Damit verbunden sind allerdings für die Gemeinde in diesem Jahr Projekte wie die Umgestaltung des Kreisels an der Ortsausfahrt in Langensteinbach mit insektenfreundlichen Steppenstauden, die Gestaltung weiterer Blumenwiesen auf Gemeindegelände entlang der Straßenzüge und die Aktivierung bestehender Blütenflächen.