Kaum ein Durchkommen gab es für Jasmine Thomas (rechts) gegen Emina Karic und den Herner TC. Am Ende reichte es dennoch knapp für den Auswärtscoup. | Foto: Pollkläsener

Frauen-Basketball

Kelterns Sternen fehlt nur noch ein Sieg nach chaotischen Schlussminuten in Herne

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Den Rutronik Stars Keltern fehlt nur noch ein Sieg zur Titelverteidigung der deutschen Meisterschaft im Frauen-Basketball. In Herne gewann man Spiel drei der Best-of-five-Serie mit 74:73 – nach einer chaotischen und dramatischen Schlussphase.

Siegtreffer wird zurückgenommen

Wie im falschen Film kommt sich Christian Hergenröther vor. Da hat Emma Stach eigentlich Sekundenbruchteile vor der Schlusssirene einen wunderschönen Zwei-Punktewurf versenkt, der die Führung und damit den Sieg für die Rutronik Stars Keltern im dritten Spiel um die deutsche Meisterschaft im Frauenbasketball gegen den Herner TC gebracht hätte. Wenn er denn zählen würde. Doch die Uhr war nicht mitgelaufen. Die Schiedsrichter entschuldigen sich. Wiederholung. Hergenröther rastet aus. „Ich war da glaube ich nah dran am technischen Foul“, gesteht er später. Diese Disziplinarmaßnahme würde einen weiteren Punkt für Herne bedeuten, während alles auf Anfang geht.

Emma Stach sorgt für Happy-End für Kelterns Sterne – ein zweites Mal

Doch es geht alles gut aus für die Sterne – und wie! Erst wird die Uhr nicht wieder auf 1,5 Sekunden gestellt, sondern auf 3,2. Dann bleibt es bei der 73:72-Führung für Herne und Ballbesitz Keltern. Und dann ist da immer noch die gerade verhinderte Heldin Emma Stach, die sich ihren großen Moment nicht nehmen lässt und innerhalb dieser drei Sekunden ein Foul zieht – es gibt zwei Freiwürfe. Der erste sitzt. 73:73. Noch zwei Sekunden auf der Uhr. Doch Stach hat noch einen Wurf. Und der sitzt auch. Keltern führt mit 74:73 in Herne. Der TC hat den Anwurf, aber keine Zeit mehr, der Verzweiflungswurf geht weit am Korb vorbei. Der Rest geht unter in einem grünen Freudenmeer.

TC Herne schon auf zehn Punkte weg

Dabei sah es lange Zeit nach dem nächsten Erfolg für Herne aus nach dem 55:53 und 1:1-Ausgleich nach Spielen am Freitag. Die noch einmal verbesserte Karin Kuijt (16 Punkte) sowie Natalie Burton (15/7 Rebounds) und Emina Karic (15) wirbelten die Sterne schwindelig und sorgten über ein 18:18 im ersten Viertel für eine 36:30-Halbzeitführung. Und damit nicht genug, lag man zwischenzeitlich gar mit 44:34 in Front, also mit zehn Punkten.

Sterne-Coach Christian Hergenröther: „Habe nie geglaubt, dass wir das verlieren“

„Es gab da mehrere Momente wo ich dachte, das wird eng. Aber ich habe nie geglaubt, dass wir das verlieren“, sagt Hergenröther. Denn in Spiegelung des Freitagsspiels, als die Sterne sogar 44:33 in Front waren, drehte nun Keltern auf, kam durch die starke Ezinne Kalu (21 Punkte) und eine traumhafte Freiwurfquote von 100 Prozent wieder heran. Ins Schlussviertel ging Herne noch mit einer 60:53-Führung, 6,5 Minuten später führte Keltern erstmals seit dem ersten Viertel wieder, angeführt von der immer stärker werdenden Jasmine Thomas, die endlich ihre Paradewürfe, die weiten Zweier, verwandelte. Und so wurde es packend bis zur letzten Sekunde.

Staunen über Stachs Nerven

„Es war brutal. Da war wirklich alles dabei“, beschreibt Hergenröther das dramatische Finish. Dass ausgerechnet Stach nach dem gestohlenen Korb zur Heldin wird? „Verrückt, oder? In dem Moment hat sie wohl das richtige Gefühl gehabt“, lobt Hergenröther seine „beste Freiwurfschützin“.

Macht Keltern am Mittwoch alles klar?

Als Schlüssel bezeichnet er, dass „wir als Team gespielt haben, nicht wie in Spiel zwei. Das war heute eine absolute Top-Leistung“, lobt der Coach. Denn er weiß genau: Wenn die Sterne das am Mittwoch (16 Uhr) daheim noch einmal abrufen, sind sie wieder deutscher Meister.