KTV Straubenhardt: Daniel Woerz. Foto: Rolf Ruppenthal/ 17. Nov. 2018 | Foto: Ruppenthal

Deutsche Turnliga

KTV Straubenhardt trotz Niederlage gegen TG Saar im Finale

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Das Minimalziel ist erreicht für die Kunstturner der KTV Straubenhardt. Zwar reichte es für den deutschen Mannschaftsmeister im abschließenden Wettkampf der deutschen Turnliga bei Vorjahresfinalist TG Saar nur zu einem 32:50 und damit der zweiten Niederlage in Serie. Doch die Teilnahme am Meisterschaftsfinale am 1. Dezember in Ludwigsburg ist dank vier Gerätepunkten aus eigener Kraft geglückt.

KTV Straubenhardt beendet Vorrunde auf Platz eins

Auch ein 0:12 nach Gerätepunkten hätte letztendlich gereicht, da Konkurrent SC Cottbus seinen Heimvorteil gegen den Siegerländer KV (33:38) nicht nutzen konnte und dadurch nicht an den Straubenhardtern vorbeizog. So sind die drei Ersten nach der Vorrunde punktgleich, die Nordschwarzwälder haben allerdings sechs Gerätepunkte mehr als Finalgegner KTV Obere Lahn und 26 mehr als Cottbus, das im kleinen Finale auf die TG Saar trifft.

KTV Ersatzgeschwächt zur TG Saar

„Das war kein schönes Ding im Saarland“, fasst KTV-Teammanager Dirk Walterspacher den Auftritt seiner Schützlinge am Samstag zusammen. Die Straubenhardter traten stark ersatzgeschwächt an. Kapitän Andreas Bretschneider fällt bis Saisonende verletzt aus, Marcel Nguyen konnte wegen eines Wettkampfs in Zürich nur ein Gerät turnen, wie auch Anton Fokin aus Verletzungsgründen. Und der Russe David Belyavskiy war gar nicht erst engagiert worden. Dafür stieß Ilie Daniel Popescu wie schon gegen Cottbus zum Team.

Popescu fährt zum falschen Dillingen

Beziehungsweise: Das hatte er vor. Doch er hatte im Navigationssystem das falsche Dillingen angegeben und fuhr erst einmal nach Bayerisch-Schwaben, bis er seinen Fehler merkte. „Er ist dann angekommen, als wir schon mit dem Bodenwettkampf begonnen hatten“, berichtet Walterspacher. Man habe ganz unkompliziert eine Lösung gefunden, wie er sich noch warm machen könne. Geschadet hat das den Straubenhardtern nicht: Am Pauschenpferd sammelte er fünf Scorepunkte und selbst gegen den bärenstarken Nikita Nagornyy (17 Scores) hätte es zu Punkten gereicht. „Das weiß man leider vorher nicht“, kommentiert Walterspacher die Aufstellung. So unterlag man nach der erwartbaren Niederlage am Boden (5:8) auch am Pferd (5:12).

Davtyan gelingt eine 15,0 an den Ringen

Entscheidend aber waren die Ringe. „Wir wollten dieses eine Gerät gewinnen“, berichtet Walterspacher. Und das gelang auch. Vahagn Davtyan turnte eine blitzsaubere 15,0 und damit die höchste Wertung des Tages, Nguyen legte eine 14,1 nach. Chancenlos hingegen waren die Straubenhardter beim Sprung (0:14), beim Barren (5:7) profitierte de TG Saar von einem Fehler des Straubenhardters Ivan Rittschik.

 

Walterspacher lobt Wörz

Ein positives Erlebnis hatte die KTV allerdings noch beim Reck-Auftritt von Daniel Wörz. Ihm und Rittschik gelangen zusammen sieben Scores, was zum Gewinn dieses Gerätes reichte. „Das Reck mit dieser Mannschaft zu gewinnen, war nicht schlecht“, kommentiert Walterspacher, der vor allem Wörz’ Leistung hervorhebt: „Da kommt was nach am Reck.“

Kommt Hambüchen für das Finale zurück?

Dadurch, dass nicht Wunschgegner SC Cottbus im Finale wartet, sondern die KTV Obere Lahn, mag sich Walterspacher noch nicht auf die Favoritenrolle um die Meisterschaft festlegen. Vieles hänge von den ausstehenden drei Tagen ab und der Frage, ob Fabian Hambüchen bei den Hessen nachgemeldet wird. „Er trainiert, er ist fit“, weiß Walterspacher. „Dieser Mann macht ja Rampazamba und hat alle Kampfrichter auf seiner Seite. Der hat diese Aura.“

Walterspacher: „Das ist Motivation pur“

Ein Comeback des Ex-Straubenhardters Hambüchen für einen Wettkampf ist auch deshalb möglich, weil es ein besonderer für die KTV Obere Lahn ist. Der Verein zieht sich nach Ablauf dieser Saison aus der deutschen Turnliga zurück, es ist wohl erst einmal das letzte Finale für die Biedenkopfer für lange Zeit. „Das ist für diese Mannschaft natürlich eine doppelte Motivation“, warnt entsprechend Walterspacher: „Ich weiß, dass ich meine Mannschaft abmelde, aber kann vorher noch einmal Meister werden. Das ist Motivation pur.“
Die KTV wiederum hat die Motivation, die vierte Meisterschaft in Folge zu feiern und ihrem Ruf als „Bayern München des Turnens“ gerecht zu werden. Eines allerdings schließt Walterspacher aus: „Es wird kein Turner für die Obere Lahn weniger geben, nur weil er vielleicht von uns angefragt wurde.“