Nicht mehr hergeben wollte Hernes Beatrica Attura den Ball gegen Jasmine Thomas (links) und Rebecca Tobin (rechts). | Foto: Rubner

Frauen-Basketball

Meisterfrage zwischen Rutronik Stars Keltern und Herner TC vertagt

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Sprachlos hinterlassen haben die Rutronik Stars Keltern ihre Fans in der Dietlinger Speiterlinghalle. Magere 41 Punkte haben die Sterne in Spiel vier um die deutsche Meisterschaft im Frauenbasketball erzielt. Noch nie, seit man in der Bundesliga verweilt, war eine Kelterner Offensive so ungefährlich wie am Mittwoch, als man eigentlich gegen den Herner TC alles klar machen wollte in Sachen Meisterschaft.

Herne am Samstag in der Favoritenrolle

Einen Sieg brauchte es nur noch, und zu Hause war man bis dato noch ungeschlagen gegen Herne. Das ist nun anders, seit der HTC sich mit dem 55:41 das Break vom Sonntag zurückholte und nun alle Trümpfe in der Hand hält, um am Samstag (18 Uhr) daheim den Titel zu gewinnen.

Keltern setzt sich früh ab

Dabei ging es gut los für die Sterne. Herne wirkte im ersten Viertel unsicher, ließ Räume, die vor allem die Centerinnen Kimberly Pierre-Louis – die alle ihre sechs Punkte im ersten Viertel holte – und Rebecca Tobin (mit vier von insgesamt sieben) zu nutzen wussten. Dann aber stellte Herne-Coach Marek Piotrowski in der Defensive um. Plötzlich rannte Herne die Sterne nicht mehr früh an, sondern bildete unter dem Korb eine undurchdringliche rote Wand, die die Sterne sichtlich überforderte.

Zweites Viertel zum Vergessen – Herne defensiv stark

17:9 lagen die Sterne bereits in Front, ehe im zweiten Viertel nichts mehr zu funktionieren schien. Vier Minuten dauerte es, eher Kristina Rakovic erstmals traf – da war Herne bereits auf 17:17 herangeeilt. Bezeichnend dabei war eine Szene, als Pierre-Louis nicht weniger als drei Offensivrebounds hintereinander holte, der Korb aber weiterhin unerreichbar blieb. Und das waren auch gefühlt die einzigen Rebounds der Sterne in dieser Zeit, schon zur Pause führte Herne mit 27:19 in dieser Statistik, am Ende waren es 45:31. Den nächsten Sterne-Treffern konnten die Fans dann erst fünf weitere Minuten später durch Jasmine Thomas bejubeln, es war das 21:31 zur Halbzeit.

Keltern kommt nur kurz zurück ins Spiel

Viertel drei begann dann mit einer kleinen Drangphase der Sterne und kurzzeitig war man wieder auf fünf Punkte dran. Doch spätestens, als Joyce Bettonvil einen Dreier zum 40:30 versenkte, war dieser kurze Anfall von Hoffnung auch wieder verflogen. Das dritte Viertel gewannen die Sterne schließlich „nur“ mit 13:11, gingen mit acht Punkten Rückstand ins Schlussviertel – und mussten dort Herne endgültig gewähren lassen. Magere 29 Prozent traf man bei den Zwei-Punkt-Würfen, 18 waren es bei den Dreiern.

„Es war eine Spirale“

„Im zweiten Viertel hatten wir die Würfe“, bilanzierte Sterne-Coach Christian Hergenröther, „sie sind aber nicht reingefallen. Und dann war es eine Spirale“. Sein Gegenüber Piotrowski hingegen jubelte, „dass wir Keltern vor Rätsel gestellt haben, die sie nicht lösen konnten.“