Vizeweltmeisterin Samantha Whitcomb war mit 31 Punkten die Topscorerin gegen Keltern. | Foto: Rubner

Frauen-Basketball Eurocup

Montpellier lässt Rutronik Stars Keltern keine Chance

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Am liebsten hätten sie Samantha Witcomb wohl gleich da behalten. Sie, das sind die Rutronik Stars Keltern, immerhin deutscher Meister im Frauenbasketball. Ob man Whitcomb für das Eurocup-Spiel gegen Lyon kommende Woche ausleihen könnte, fragte der Sterne-Vorsitzende Dirk Steidl nach dem 46:94 (17:49) gegen Whitcombs BLMA Montpellier augenzwinkernd. Die sagte darauf zwar nichts, auf die Frage, ob die Sterne gegen Lyon denn gewinnen würden, antwortete sie aber: „Ja klar!“

Whitcomb wechselte vom WNBA-Sieger nach Montpellier

Whitcomb – die einst für Chemnitz und Wolfenbüttel in der Bundesliga spielte – würde das Budget der Sterne sprengen. Die australische Vizeweltmeisterin wurde in der vergangenen Saison mit Seattle Champion der Frauen-NBA. Dass sie nun in Montpellier mit der halben Nationalmannschaft des WM-Fünften Frankreich spielt, zeigt die Ambitionen von BLMA, für das der Auftritt in Keltern entsprechend eine Pflichtaufgabe war. Dass der so mühelos verlief, war auch Whitcomb mit ihren 31 Punkten und 72,7 Prozent Dreierquote zu verdanken. „Wir haben heute leichte Würfe bekommen. Und das war heute so ein Tag, wo die auch alle reingehen“, sagte Whitcomb fast entschuldigend.

Keltern trifft einmal, Montpellier dreimal

Dabei ist es nicht an den Gästen, sich zu entschuldigen. Die spielten von Beginn an so, wie es erwartet und befürchtet war und hielten bis ins Schlussviertel einen Dreifach-Vorsprung. Das bedeutet: Punktete Keltern zweimal, trafen Whitcomb und Co. sechsmal.

Pikciute bewahrt Kelterns Sterne vor einer Demütigung

Erst im Schlussviertel konnte Keltern seine eigene Klasse zeigen. Angeführt von der starken Lina Pikciute (15 Punkte) gelang ein wenig Schadenbegrenzung, sodass Montpellier weder die 100-Punkte-Marke knackte, noch den Vorsprung auf über 50 Punkte ausbauen konnte. „Ich bin stolz, dass meine Mannschaft über 40 Minuten lang gekämpft hat“, sagte entsprechend Sterne-Coach Christian Hergenröther. Und auch sein Gegenüber Rachid Meziane sprach seine „Glückwünsche“ für den Kampf Kelterns aus.

Große Unterschiede bei Dreipunkt-Würfen

Geglänzt haben die Sterne dennoch nicht. Keltern wirkte von Anfang an verunsichert, leistete sich unnötige Turnovers und Fehlwürfe. Die Sterne versuchten, die Französinnen (und die Australierin) zu schwierigen Würfen von der Dreipunkt-Linie zu zwingen. Das klappt in der deutschen Liga regelmäßig, für BLMA kam es einer Einladung gleich bei 47,2 Prozent Team-Dreierquote (Keltern: 5,8 Prozent oder 1/18).

Montpelliers Defensive kaum zu überwinden

Und vorne? Wirkte Keltern oftmals ideenlos und nervös gegen die Luftüberlegenheit von Héléna Ciak (1,97 Meter) oder Marielle Amant (1,90 Meter). Die schlechte Dreierquote ist allerdings nicht nur das Verdienst der Französinnen. Wie es anders geht, zeigte Whitcomb. Und damit auch, warum sie dem deutschen Basketball entwachsen ist.