Sterne-Coach Christian Hergenröther nennt den Sieg "Balsam für die Seele". | Foto: Harry Rubner

Basketball Eurocup der Frauen

Nach dramatischer Schlussphase: Rutronik Stars Keltern siegen in Ungarn 81:80

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Zwei Sekunden sind noch zu Spielen, als Jasmine Thomas die letzte Chance der Gastgeber von CEKK Cegléd per Steal zunichtemacht, um den Rutronik Stars Keltern bei ihrem Frauenbasketball-Eurocup-Autakt doch noch eine Niederlage beizubringen. Denn es ist der Schlusspunkt einer verrückten Schlussphase, dank der die Grünen Sterne mit viel Dusel einen 81:80(48:47)-Sieg mit nach Deutschland nehmen.

Keltern-Coach Hergenröther: „Ich hoffe, dass uns das pusht.“

„Der Sieg ist Balsam für die Seele, egal wie knapp er war“, sagt Headcoach Christian Hergenröther. Keltern war mit zwei Ligapleiten in Serie angereist. „Ich hoffe, dass uns das pusht. Für viele im Team war das der erste Eurocup-Sieg ihrer Karriere.“

Keltern und Cegléd über das gesamte Spiel auf Augenhöhe

In den ersten 39 Minuten waren sich beide Teams auf Augenhöhe begegnet. Im ersten Viertel brannten sie ein Offensivfeuerwerk ab, das die Sterne mit 29:28 für sich entscheiden konnten. Zur Pause konnten die Ungarinnen das Ergebnis nur minimal korrigieren. Im dritten Viertel schien sich Keltern dann etwas Luft verschaffen zu können. Emma Stach brachte Keltern zwischenzeitlich auf sechs Punkte im Schlussviertel weg. Doch dann wurde es noch einmal richtig spannend.

Pikciutes Foul leitet dramatische Schlussphase ein

Die Ouvertüre in diesem Nervenkrimi war Lina Pikciute vorbehalten, die ein Fastbreak per Foul stoppte. Den Einsatz von Kelterns litauischer Centerin beim Stand von 80:78 nur 55 Sekunden vor dem Ende bewerteten die Schiedsrichterinnen als unsportlich – und gaben zwei Freiwürfe plus Ballbesitz für die Ungarn. Die überragende Leia Dongue (20 Punkte) verwandelte die Freiwürfe zum 80:80, verfehlte dann aber den folgenden Zweier. Noch 40 Sekunden. Weitere zehn Sekunden später hätte Thomas ihrerseits mit zwei Freiwürfen den Druck auf CEKK erhöhen können, traf allerdings nur einmal. Und die Ungarn hatten noch einen kompletten Angriff übrig (27 Sekunden), um den Rückstand gar in einen Sieg zu drehen.

Cegléd versemmelt Doppelchance, Kelterns Pierre-Louis ihre Freiwürfe

Was folgte, war Drama pur: Erst verwarf Ketia Swanier (noch elf Sekunden), dann holte Jovana Popovic den Offensivrebound (noch sieben Sekunden) – und scheiterte ebenfalls. Die Cegléder foulten sofort Kim Pierre-Louis, die den Rebound geholt hatte – und die nun (noch sechs Sekunden) die Entscheidung in den Händen hatte. Jedoch bei beiden Würfen scheiterte. So war es am Ende Thomas, die mit dem abgefangenen Pass den letzten Angriff von Cegléd unterband. „Sie sind individuell schon sehr stark“, lobte Hergenröther, „aber wir hatten die bessere Bank“.