Beinahe doch noch zum Sieg gereicht hat es für den FC Nöttingen im Derby. Doch Tolga Ulusoy (violett) traf in der Nachspielzeit den Pfosten. | Foto: Rubner

Fußball-Oberliga

Packendes Derby zwischen FC Nöttingen und 1. CfR Pforzheim ohne Sieger

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Von dieser Chance wird Tolga Ulusoy noch lange träumen. In der Nachspielzeit im Derby zwischen dem FC Nöttingen und dem 1. CfR Pforzheim in der Fußball-Oberliga hätte er sich zum Helden des FCN schießen können, ja, schießen müssen. Doch der Ball wollte einfach nicht ins leere Tor und zudem stand er wegen eines vermeidbaren Stellungsfehlers im Abseits und so endete das Derby mit 1:1 (1:1).

Cristescu bringt CfR früh in Führung, Kolbe kontert für den FCN

Aber der Reihe nach: Zunächst wurde der FCN vor 1126 Zuschauern in der heimischen Kleiner-Arena kalt erwischt. Einen Kopfball von Daisuke Ando konnte FCN-Torwart Robin Kraski noch zur Ecke abwehren (2.). Doch Johnathan Zinram spielte diese perfekt auf Bogdan Cristescu, der per Aufsetzer sein drittes Saisontor köpfte (3.).

Gegen die schnellen Stürmer der Pforzheimer fanden die Nöttinger in der Folge nicht immer ein Mittel. Zumal der CfR in einer ungewohnten 4-4-2-Formation gegen das 4-2-3-1 des FCN antrat und mit dem türkischen Erstligakicker Hakan Aslantas einen spontanen Neuzugang auf der rechten Abwehrseite präsentierte. Doch es war der FCN, der die nächste zwingende Aktion hatte. Ein Eckball wurde an den zweiten Pfosten verlängert, wo Kolbe ins Glück grätschte (17.) und den Ausgleich erzielte.

Ratifo trifft für den CfR – aber das Tor zählt nicht

Pforzheim kontrollierte zunächst weiter das Geschehen. In der 28. Minute musste Kraski sowohl gegen Ratifo als auch Aslantas aus kürzester Distanz retten. In der 43. Minute zappelte der Ball zwar im Netz, doch nach einer Dreifachchance durch Tim Oman, Zinram und Ratifo entschied der Schiedsrichter auf Abseits. Auf der anderen Seite waren Timo Brenner (39.) und Ulusoy (44.) aus der Distanz gefährlich.

FC Nöttingen kommt stärker aus der Kabine

Was auch immer FCN-Coach Michael Wittwer seinen Jungs in der Pause gesagt hatte, es zeigte Wirkung. Die Lila-Weißen machten einen stabileren Eindruck – auch weil CfR-Mittelfeldregisseur Joao Tardelli zur Pause verletzt ausgewechselt wurde. Holger Fuchs hätte nach einem Ulusoy-Freistoß in der 63. Minute bereits das 2:1 köpfen können. In der 74. Minute scheiterte Jimmy Marton an CfR-Torwart Manuel Salz. Und in der 79. verzog Jonas Marten aus fünf Metern. Brenner (84.) und Mario Bilger (87.) hatten weitere große Chancen. Bei Pforzheim strahlte nur Ratifo noch Gefahr aus. In der 84. Minute konnte er den Ball freistehend im Strafraum nicht kontrollieren, in der 90.+3 scheiterte er aus der Distanz.

Ulusoy vergibt die Monsterchance für Nöttingen

Dann kam Ulusoys Moment: Salz hatte einen Neziraj-Schuss vor die Füße von Ulusoy prallen lassen. Der konnte sich die Ecke aus fünf Metern vorm leeren Tor, aussuchen – und traf den linken Innenpfosten. Sein Glück war, dass der Schiedsrichter ohnehin auf Abseits erkannt hatte. Das hätte Ulusoy allerdings leicht vermeiden können, eine Riesenchance auf den Ausgleich war es dennoch.

FCN-Trainer Wittwer kritisiert Chancenverwertung

„Am Ende geht das Ergebnis in Ordnung“, bilanziert CfR-Trainer Gökhan Gökce. „Die Verletzung von Joao Tardelli hat natürlich einiges beeinflusst.“ Sein Kollege Wittwer sieht es ebenfalls als faires Ergebnis an. „In den letzten 20 Minuten habe ich uns stärker gesehen.“ Er kritisiert allerdings: „Wir müssen unsere Chancen besser nutzen. Man hat gesehen, warum beide Mannschaft da stehen, wo sie stehen.“