Das Maskottchen des Straubenhardter Happiness-Festivals: Ist das nett - oder rassistisch? | Foto: Baier

Ist „Happianer“ rassistisch?

Petition gegen Straubenhardter Festival-Maskottchen

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Kopfschmuck und Kriegsbemalung: Ist das Maskottchen des Straubenhardter Happiness-Festivals rassistisch? Das behaupten die Initiatioren hinter einer Online-Petition. Sie argumentieren: „Indigene Kultur ist kein Partyprinzip“. 

Nachdem es diesen Sommer im Nachgang an das Happiness-Festival in der Enzkreis-Gemeinde Straubenhardt einigen Unmut gab – Besucher berichteten unter anderem von überforderten Ordnern und aggressiven Gruppen, die mit „Sieg-Heil“-Rufen über das Gelände gezogen seien – beginnt der Ärger für die Organisatoren nun schon ein halbes Jahr vor dem eigentlichen Festival-Start. Denn seit Dienstagvormittag läuft im Internet eine Petition gegen die Veranstalter auf der Plattform change.org, die bereits über 140 Unterstützer unterzeichnet haben. Unter dem Titel „Indigene Kultur ist kein Partyprinzip“ kritisiert Initiatorin Helena Leucht das stilisierte Symbol des „Happianers“, mit dem auf der Festival-Homepage für die Veranstaltung im Juli 2019 geworben wird.

Petition auf der Internetseite change.org | Foto: Screenshot/Baier

Dieses bediene sich mit Kopfschmuck und angedeuteter „Kriegsbemalung“ eines vereinfachten Stereotyps der amerikanischen Ureinwohner und sei dadurch latent rassistisch. „Auch wenn dabei „Indianer*innen“ positive Eigenschaften zugeschrieben werden, ist klar, dass diese Bilder auf westlichen Erzählungen wie denen Karl Mays und auf einer weißen, westlich dominierten Filmindustrie basieren und nicht der Realität entsprechen“, begründet Leucht ihre Aktion. Der Vielfalt an Kulturen der indigenen Völker werde die Darstellung nicht nur nicht gerecht, sondern ignoriere diese komplett.

Gute Laune, große Künstler: Die Fans des Straubenhardter Festivals pilgern jeden Sommer zu Tausenden in die Enzkreis-Gemeinde. | Foto: Archiv zac

Indigene Kultur ist kein Partyprinzip

Helena Leucht, Initiatorin der Online-Petition

Der Vorstoß dürfte ein kontroverses Echo nicht nur unter den Fans des überregional ausstrahlenden zweitägigen Happenings nach sich ziehen, das regelmäßig viele Tausend Besucher nach Straubenhardt lockt. Beispielsweise zur Frage nach der Verhältnismäßigkeit der Kritik – denn das Symbol des „Happianers“ nimmt auf der Homepage eigentlich einen wenig prominenten Platz ein. Auf dem Startbildschirm der Homepage ist es gar nicht aufzufinden, sondern besetzt lediglich eine Kachel unter dem Reiter „Line up“.
Leucht fordert dennoch eine Änderung des Designs der Holzmaske sowie ein Überdenken der Selbstbezeichnung als „Happianer“. Außerdem möchte sie eine offizielle Stellungnahme der Macher.
Eine Kurier-Anfrage an die Festival-Veranstalter bezüglich eines Statements zur Angelegenheit blieb bislang noch unbeantwortet.