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Anklage im Fall Simon Paulus: Vier Verdächtigen müssen sich wegen des Tods des Jägers aus Birkenfeld im Enzkreis vor dem Schwurgericht des Karlsruher Landgerichts verantworten. | Foto: Peter Steffen/Archiv

Schlimme neue Vorwürfe

Fall Simon Paulus: Staatsanwaltschaft klagt vier Männer an

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Anklage im Fall Simon Paulus: Vier Verdächtigen müssen sich wegen des Tods des Jägers aus Birkenfeld im Enzkreis vor dem Schwurgericht des Karlsruher Landgerichts verantworten.

Das hat die Staatsanwaltschaft Karlsruhe, Zweigstelle Pforzheim, bekanntgegeben. Wann das Hauptverfahren eröffnet wird, sei noch nicht bekannt.

Anfang Februar hatte die für den Fall eigens eingerichtete Soko „Wagner“ die Akten an die Staatsanwaltschaft Pforzheim zur Prüfung übergeben.

Jäger getötet und Waffen mitgenommen

Der inzwischen 30-jährige, italienische Hauptverdächtige soll Simon Paulus Ende August des vergangenen Jahres in dessen Haus in Birkenfeld mittels Gewalteinwirkung gegen den Kopf getötet haben. Danach soll der Mann rund zwei Dutzend der Schusswaffen, die der Jäger legal besaß, mitgenommen haben. Ein 42-jähriger Deutscher soll ihm dabei und beim Abtransportieren der Leiche Paulus‘ geholfen haben. Die Waffen seien bis heute unauffindbar, so die Staatsanwaltschaft.

Seit Anfang des Jahres geht die Polizei davon aus, dass der Mann Paulus alleine getötet hatte.

Ein zweites Opfer sollte sterben

Der Hauptverdächtige soll außerdem gemeinsam mit zwei 26- und 27-jährigen Mitangeklagten den Plan geschmiedet haben, eine Frau aus dem Umfeld des Jüngeren, einem Griechen, umzubringen und die Tat als Suizid vorzutäuschen. So wollte das Trio an das Erbe der Frau sowie Wertgegenstände aus ihrer Wohnung kommen, wie die Staatsanwaltschaft anklagt. Die drei sollen die Tat für die Nacht vom 14. auf den 15. Oktober des vergangenen Jahres geplant und dann doch abgebrochen haben. Der Frau passierte dabei nichts.

Der 27-jährige Deutsche soll dem Hauptangeklagten zudem beim Vergraben des Leichnams Paulus‘ geholfen haben.

An schlafender Frau vergangen?

Die Staatsanwaltschaft klagt den 30-jährigen mutmaßlichen Mörder von Paulus zudem wegen einer anderen schlimmen Tat an: Der Mann soll sich zwischen Juni 2017 und Juni 2018 insgesamt fünf Mal an einer Bekannten vergangen haben, die zum Zeitpunkt geschlafen haben soll. Seine Taten soll der Mann außerdem gefilmt haben.

Der 30-Jährige sitzt nach wie vor in Untersuchungshaft und schweige. Die Haftbefehle gegen die drei anderen Männer seien weiterhin gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt, so die Staatsanwaltschaft.

Zeitleiste im Fall Simon Paulus

Der Fall Simon Paulus bewegt seit August des vergangenen Jahres die Region. Die BNN haben in einer Zeitleiste zusammengefasst, was seither wann passiert ist.

BNN