Abstimmungsschwierigkeiten warfen die Sterne um Jasmine Thomas gegen Ashley Williams und den TSV Wasserburg zurück. | Foto: Harry Rubner

Frauenbasketball-Bundesliga

Rutronik Stars Keltern gehen beim Saisonstart gegen Wasserburg unter

Anzeige

So bedient war Christian Hergenröther, Headcoach der Rutronik Stars Keltern, schon lange nicht mehr nach einem Spiel seiner Mannschaft. „Das war heute nicht das Keltern, das wir sehen wollten“, sagte er stellvertretend für die zahlreichen enttäuschten Zuschauer in der Dietlinger Speiterlinghalle nach dem Eröffnungsspiel der neuen Frauenbasketball-Bundesligasaison gegen den TSV Wasserburg.

Steidl: „Tag zum Vergessen“ für Keltern

Von einem „Tag zum Vergessen“ sprach sogar Dirk Steidl, Vorsitzender von Sterne-Stammverein FC Nöttingen. Dabei störte weniger die Tatsache, dass der TSV eine Woche nach dem Pokalaus gegen Keltern die Neuauflage des Meisterschafts- und Pokalfinals mit 74:54 (38:36) gewann – sondern das Wie.

Markovic verwandelt einzigen Keltern-Dreier im Spiel

Die Sterne fanden niemals wirklich in ihr Spiel. Es brauchte lange vier Minuten und 13 Sekunden, bis Kapitänin Marina Markovic die ersten drei Punkte für Keltern verwandelte – den einzigen Kelterner Dreier im gesamten Spiel. Zu diesem Zeitpunkt war Wasserburg bereits mit einem Acht-Punkte-Vorsprung enteilt, den die Bayerinnen in der Folge noch ausbauten, ehe der Meister aufwachte und den Rückstand auf drei Punkte und 18:21 verkürzen konnte.

Fehlwürfe von der Linie stoppen Aufholjagd

Obwohl Kelterns Play-off-Heldin und Co-Kapitänin Jasmine Thomas sowie Renata Pudlakova in der Folge stärker wurden, konnte Keltern seinen Lauf im zweiten Viertel nicht fortsetzen. Das war auch den vielen Fouls und entsprechend vielen Freiwürfen geschuldet – bei fünf Fehlwürfen von der Linie (TSV: 1).

Keltern geht in Halbzeit zwei gegen Wasserburg unter

Es wäre also alles angerichtet gewesen für eine spannende zweite Halbzeit. Doch daraus wurde nichts, weil den Sternen nun überhaupt nichts mehr gelang. Nur acht Punkte holte man im dritten Viertel – davon vier nach Offensivrebounds. An der Freiwurflinie ging weiterhin nichts, wie auch von der Drei-Punkt-Linie. Unfassbare sechs Prozent Wurfquote von außerhalb hatten die Sterne zum Schluss zu verzeichnen. Es fehlte an Abstimmung, an Präzision, sowohl bei den Würfen, als auch bei den Pässen. Oft genug traf man nicht einmal den Ring.

Hergenröther: „Nicht wie Champions gespielt.“

„Wir sind da in einen Strudel geraten, aus dem wir uns nicht mehr befreien konnten“, fasste Hergenröther zusammen. „Es fehlte uns an beiden Enden des Spielfelds an Abstimmung. Wir haben heute nicht wie Champions gespielt.“

Wasserburg demütigt Kelterns Sterne

Entsprechend lag Wasserburg vor dem Schlussviertel mit zwölf Punkten in Front (56:44). Und es kam noch schlimmer: Der TSV führte die Sterne regelrecht vor, gleich fünf Spielerinnen holten mehr als zehn Punkte – bei Keltern waren es nur zwei. So baute man den Vorsprung im Schlussviertel auf 20-Punkte aus. „Es hat zwar ein paar kleinere Änderungen bei Wasserburg gegeben im Vergleich zum Pokalspiel – aber das haben wir uns heute selbst zuzuschreiben“, analysierte Hergenröther.