Respektvoll Abstand gelassen haben die Göttingerinnen um Jennifer Crowder (rechts) bei der Gala von Kimberley Pierre-Louis (am Ball), die mit 32 Punkten in einer eigenen Liga spielte.

Basketball-Play-offs

Rutronik Stars Keltern spielen mit Göttinger BG Flipper beim 100:52

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Beim Automatenspiel Flipper geht es darum, einem Ball den nötigen Schubs zu geben und dann zuzuschauen, wie er fast von alleine das Punktekonto erhöht, durch Banden und Poller immer wieder ins Spiel gebracht. Die Aufgabe dieser Banden übernahmen gewissermaßen die Göttinger BG flippo Baskets am Sonntag. Die Niedersächsinnen hatten Spalier zu stehen für den furiosen amtierenden deutschen Basketballmeister der Rutronik Stars Keltern beim 100:52(53:25) im ersten Spiel des Play-off-Viertelfinals – der die heimische Speiterlinghalle in ein Tollhaus mit regelrechter Fußballstadion-Stimmung verwandelte.

Kalu und Pierre-Louis treffen für Keltern öfter als Göttingen insgesamt

Die schärfsten Waffen des Flipperspielers sind die beiden Hebel. Für Sterne-Coach Christian Hergenröther waren das Kimberley Pierre-Louis (32 Punkte) und Ezinne Kalu (22). Sie schalteten und walteten nach Belieben und trafen zusammen öfter als die komplette gegnerische Mannschaft. Auch wenn Hergenröther nach dem Spiel betonte: „Wir haben den Ball generell gut bewegt.“ Dass Kristina Rakovic (mit 12 Punkten auch noch besser als die beste Göttingerin) mit einem Freiwurf den 100. Punkt erzielte, war hochverdient nach 40 dominanten Minuten des Titelverteidigers, der sich bereit für das Saisonfinale zeigte.

Rutronik Stars überragen flippo Baskets bei Rebounds und Dreierquote

Die BG Göttingen, zur Erinnerung, war die Mannschaft, die die Sterne in der Hinrunde noch düpiert hatte. Doch der Tabellensiebte präsentierte sich von Beginn an überfordert gegen defensiv gut organisierte und aggressive Sterne. Allein die Rebound-Statistik ist mit 40:28 deutlich, angeführt bei Keltern auch hier von der furiosen Pierre-Louis (11), die auf eine Traum-Trefferquote von 86 Prozent kam – und auf ungewohnte 100 Prozent von der Dreipunkt-Linie. Neunmal trafen die Sterne aus der Distanz bei einer Teamquote von 56,25 Prozent.

Göttingen schaut bei Shooter-Duell zwischen Pierre-Louis und Kalu zu

Zu Beginn war noch Kalu der Star unter den Stars, ihr Treffer zum zwischenzeitlichen 39:18 war bereits ihr 16. Danach entwickelte sich ein Shooter-Duell zwischen der Kanadierin Pierre-Louis, die schnell aufschloss, und der US-Nigerianerin Kalu. Pierre-Louis setzte sich schließlich durch, wenngleich ihr im Schlussviertel ihr einziger Fehlwurf aus dem Spiel heraus gelang. „Sowas passiert. Schade“, sagte sie mit einem Lächeln auf der Pressekonferenz. Göttingen, man muss es so hart sagen, war zum Zuschauen und anwerfen verdammt, hatte im Schlussviertel nur den 50. Punkt als Ziel. Spielerin Alissa Pierce erklärte dann auch nach der Partie: „Man hatte das Gefühl, dass wir nicht vorbereitet waren.“

Sterne-Coach Hergenröther schwärmt von erster Halbzeit

Ganz anders war die Gemütslage bei Hergenröther: „Ich muss meinen Mädels heute ein Lob aussprechen. Die erste Halbzeit von uns war Bombe“, attestierte der sonst kritische Übungsleiter, der neben Marina Markovic und Romina Ciappina auf Renata Pudlakova und Marta Tudanca verzichten musste.