Kimberley Pierre-Louis (grün) war die überragende Frau bei den Sternen. | Foto: Fehrmann

Frauen-Basketball

Rutronik Stars Keltern werfen Titelverteidiger Wasserburg im Pokal raus

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Die Rutronik Stars Keltern haben für einen Paukenschlag im Basketball-Pokal gesorgt. Der deutsche Meister revanchierte sich mit 74:62 beim Titelverteidiger und Vizemeister TSV Wasserburg für die Finalpleite im Vorjahr. In den vergangenen Jahren standen sich Keltern und Wasserburg stets in den Finals gegenüber, sowohl in der Meisterschaft als auch im Pokal. Entsprechend galt der Sieger des Duells als möglicher Titelfavorit.

Wasserburg in der ersten Halbzeit stärker

Diese Rolle weist Sterne-Coach Christian Hergenröther allerdings von sich: „Wir haben noch nicht so gespielt, dass wir sagen können: Wir sind eine Übermacht.“ Gerade zu Beginn sah es gar nicht nach einem Erfolg der Sterne aus. Auch ohne die Spitzenspielerinnen des Vorjahrs wie Monique Reid oder Rebecca Tobin konnte Wasserburg das erste Viertel klar für sich entscheiden (21:15). Den Vorsprung baute man bis zur Pause sogar noch auf ein Zehn-Punkte-Polster aus (39:29). „Die Punkte von Jasmine Thomas und Kim Pierre-Louis haben uns da am Leben gehalten“, sagt Hergenröther, der den Rest der Mannschaft kritisiert. „Da haben wir nicht gut gespielt, viele Würfe nicht getroffen. Wir haben nicht hart genug gespielt.“

Aufholjagd im dritten Viertel

Dann aber startete Keltern eine fulminante Aufholjagd im dritten Viertel. Die mündete gar in einer knappen Führung von 53:52 vor dem Schlussviertel. Und das nur, weil Wasserburgs Jennifer Schlott mit der Schlusssirene einen Dreipunkt-Wurf versenkte. „Das hatte aber nichts mit Taktik oder Strategie zu tun. Das war purer Kampf“, sagt Hergenröther. „Die Mannschaft hat gezeigt, dass die Chemie stimmt.“ Mehr aber auch nicht.

Kelterns Sterne finden im Schlussviertel die richtigen Antworten

Und so war es dann auch keine Dominanz, die Keltern im Schlussviertel auszeichnete, sondern eher Coolness. „Ich habe den Mädels gesagt: Wir haben viel Lauftraining gemacht, wir sind fit. Das ist unser Viertel“, sagt Hergenröther. Und so kam es auch: Kristina Rakovic und Mante Kvederaviciute brachten den Sternen erstmals eine Sechs-Punkte-Führung. Wann immer Wasserburg wieder heranzukommen drohte, verwandelten die Distanzschützinnen im Team von Trainer Christian Hergenröther eiskalt. Sei es nun Kapitänin Marina Markovic oder Neuzugang Marta Tudanca. Statt einer dramatischen Schlussphase sahen die Zuschauer in Bayern die Sterne davonziehen. Es war der ersten Kelterner Sieg im Pokal gegen Wasserburg überhaupt.

Stern Kimberley Pierre-Louis überragend

Überragende Akteurin war Kimberley Pierre-Louis von den Sternen. Mit 17 Punkten war sie die Top-Scorerin der Partie, zehn Reboundes (sechs defensiv, vier offensiv) sind ebenfalls absoluter Spitzenwert beider Teams. Ihr gelangen zudem mit drei von sieben Team-Blocks genauso viele wie allen Wasserburgerinnen zusammen.

„Wir sind mit einem blauen Auge davon gekommen“, sagt Hergenröther. „Es war heute eine Lotterie“, sagt er in Hinblick auf die geringe Vorbereitungszeit. „Das hätte in jeder Zeit in die andere Richtung gehen können.“

Nun wollen die Sterne ihren Sieg beim Oktoberfest feiern, „aber nicht im Bierzelt“, stellt Hergenröther klar. Denn ein Wiedersehen mit Wasserburg gibt es gleich wieder am Freitag. Dann startet die Liga in die neue Saison – und die Sterne machen ausgerechnet gegen den Noch-Pokalsieger und entthronten Meister den Auftakt.