Szenen wie beim Goßeinsatz: Doch die 50 Feuerwehrleute aus Keltern und ihre Kollegen aus Birkenfeld mussten nur einmal durchlüften. | Foto: Ehmann

Standpauke vom Bürgermeister

Schafsfüße auf dem Grill im Keller: Feuerwehreinsatz in Flüchtlingsunterkunft im Enzkreis

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Schafsfüße auf dem Grill: Eine eher ungewöhnliche Speise hat in einer Flüchtlingsunterkunft in Keltern (Enzkreis) für einen Großeinsatz der Feuerwehr gesorgt. Die Bewohner hatten den Elektrogrill in den Keller gestellt. Von dort machte sich beißender Gestank breit. Der Bürgermeister war gar nicht begeistert.

Es war eine mehr als ungewöhnliche Gemengelage, die in der Nacht auf Sonntag die Feuerwehr in Ellmendingen mit einem Großaufgebot auf den Plan gerufen hat. Rauch und beißender Gestank aus dem Keller des Flüchtlingsheims ließen Schlimmes befürchten. Doch es gab kein Feuer und keine Verletzten. Was die Einsatzkräfte aber als Ursache auf einem erkaltenden Elektrogrill im Keller entdeckten, konnten sie kaum glauben: Schafsfüße.

Feuerwehrleute können es kaum glauben

Vom Huf aufwärts waren die Teile etwa 20 Zentimeter lang, so beschreibt es der stellvertretende Kelterner Feuerwehrkommandant Patrick Wurster. Als seine Leute aus dem Keller kamen und ihm die Szene schilderten, dachte er, sie erlauben sich einen Scherz. Doch die Szene war echt. Die Feuerwehr hatte längst alles für einen größeren Löscheinsatz vorbereitet. Stattdessen ging alles unspektakulär zu Ende: Einmal durchlüften, dann war die Unterkunft für die unversehrten Bewohner wieder frei.

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Für die Gemeinde war die Sache damit noch längst nicht beendet. Bürgermeister Steffen Bochinger war vor Ort. Auch er war wegen des großen Alarms informiert worden. „In der Nacht habe ich den Bewohnern klar und deutlich gesagt, dass das nicht mehr vorkommen darf.“ Im Keller gebe es eine Kochstelle, damit sei für alles gesorgt. Dort noch einen Elektrogrill hinzustellen, verbiete sich. Das dürfe man nur draußen.

Gemeinde will Rechnung für Einsatz an Verursacher weiterreichen

Woher die Schafsfüße stammen, ob sie auf erlaubtem Weg in den Besitz der Bewohner kamen, das weiß man bei der Gemeinde Keltern nicht. Ein klares Zeichen will man aber unbedingt setzen. Grillen im Keller darf sich nicht wiederholen. Deswegen geht zum einen nach der Standpauke des Bürgermeisters noch ein Schreiben an alle Hausbewohner. Zum anderen soll den Verursachern der Einsatz in Rechnung gestellt werden.

Und da kommt einiges zusammen. Die Feuerwehr Keltern war komplett vor Ort, das macht etwa 50 Leute. Die Kollegen aus Birkenfeld waren mit großen Fahrzeugen dabei. Rettungsdienst und Polizei standen mit mehreren Autos vor dem Haus. Grob überschlagen schätzt Bochinger 1.000 Euro, die man weitergeben könnte. Ob die Bewohner das überhaupt zahlen können, ist offen. Das Signal, das mit der Rechnung kommt, ist Bochinger aber wichtig.