CDU-Spitzenkandidatin Susanne Eisenmann wurde beim Neujahrsempfang der CDU in Straubenhardt von Bürgermeister Helge Viehweg, CDU-Ortsvorsitzendem Matthias Iser, Kreisvorsitzendem Gunther Krichbaum und JU-Vorsitzendem Philipp Dörflinger (vorne von links) begrüßt.
CDU-Spitzenkandidatin Susanne Eisenmann wurde beim Neujahrsempfang der CDU in Straubenhardt von Bürgermeister Helge Viehweg, CDU-Ortsvorsitzendem Matthias Iser, Kreisvorsitzendem Gunther Krichbaum und JU-Vorsitzendem Philipp Dörflinger (vorne von links) begrüßt. | Foto: Ehmann

Wahlkampf im Enzkreis

Susanne Eisenmann beschwört bei der CDU in Straubenhardt die Kraft der Ideen

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Bodenständig, rechtschaffen, zukunftsoffen: So lässt sich das Bild beschreiben, das Susanne Eisenmann bei ihrem Kampf um den Stuhl des Ministerpräsidenten von sich vermitteln will. Sie tut es in Straubenhardt auf Einladung des CDU-Ortsverbands mit Erfolg, wie der Applaus zeigt.

Baden-Württembergs Kultusministerin ist nicht die einzige, die an diesem Samstagnachmittag in der Festhalle Conweiler für sich wirbt. Auch der Vorsitzende der miteinladenden Jungen Union Enzkreis/Pforzheim, Philipp Dörflinger, nutzt den Neujahrsempfang, sich zunächst parteiintern zu empfehlen.

Aber es mangelt nicht an Konkurrenz um die Spitzenkandidatur in den Wahlkreisen 42 (Pforzheim, Birkenfeld, Engelsbrand, Ispringen, Kieselbronn) und 44 (Enzkreis), wie der Blick ins Publikum zeigt. Aus Pforzheim und aus dem Enzkreis ist manches Parteimitglied zu sehen unter den rund 100 Gästen, dem eine Landtagskandidatur zugetraut wird.

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„Goldene 20er Jahre“ im Blick

Allen gemeinsam ist, dass sie den gleichfalls angereisten Calwer Landtagsabgeordneten Thomas Blenke „entlasten wollen“: Straubenhardts CDU-Vorsitzender Matthias Iser unterstreicht den Anspruch, wieder direkt in Stuttgart vertreten zu sein, ebenso wie der Kreisvorsitzende Gunther Krichbaum.

Eisenmann nimmt ihre Parteifreunde nachfolgend mit in „hoffentlich goldene 20er Jahre, in denen wenig so bleiben wird, wie es ist“ und wirbt dafür „die Herausforderungen mit Optimismus als Chance zu begreifen und anzugehen“.

Meine Omi ist keine Umweltsau

Susanne Eisenmann

Die 55-Jährige blickt auf ein von „starker Unsicherheit geprägtes Jahrzehnt“ zurück, in dem man „verlässliche Partnerschaft mal kurz per Twitter kündigen kann“ und fordert für die Zukunft „mehr Achtsamkeit, mehr Respekt, mehr Wertschätzung“.

Eisenmann beklagt „hohe Grundaggression“

Sie beklagt eine „hohe Grundaggression und eine Verrohung im sprachlichen Umgang“. Ihre Omi sei keine Umweltsau, sondern eine Frau, die Socken gestopft, eine, die den Wohlstand überhaupt erst mit ermöglicht habe.

Die Wahlkämpferin freut sich, dass „mein oberster Schüler im Publikum sitzt“ – gemeint ist der Vorsitzende des Landesschülerbeirats, Leandro Karst aus Birkenfeld – und „findet es gut“, dass Jugendliche sich einbringen, wenn auch nicht unbedingt zu Zeiten des Unterrichts.

Baden-Württemberg ist stark, weil es klugen Köpfen immer die Möglichkeit gegeben hat, sich zu entwickeln

Susanne Eisenmann

Auch Straubenhardts Bürgermeister Helge Viehweg nimmt Eisenmann mit. In einer Kommune gelte es, das Umfeld mit Pragmatismus zu gestalten. Elf Jahre als Bürgermeisterin in Stuttgart und zwölf Jahre als Gemeinderätin seien hierfür eine gute Schule gewesen.

In dieses derart umrissene Selbstverständnis setzt Eisenmann die großen Herausforderungen für das Land als „eine der wirtschaftsstärksten Regionen in der EU“. Da sei Druck vorhanden bei den Fragen zur Mobilität der Zukunft, den Rahmenbedingungen für den Mittelstand der Zukunft. Politik dürfe der Automobilindustrie nicht den Antrieb vorschreiben, entscheidend sei vielmehr die Durchsetzungskraft der Ideen.

„Baden-Württemberg ist deshalb stark, weil es klugen Köpfen immer die Möglichkeit gegeben hat, sich zu entwickeln.“ Das Land brauche Technologieoffenheit, einen starken Ausbau der Schiene – „was Deutschland hier bietet, ist peinlich“– und eine schnellere Planung.

Auch die Straubenhardter „Mäusle“ haben einen Auftritt

„Ich bekenne mich zur deutschen Rechtschreibung“, sagt die Kultusministerin in Abgrenzung zum amtierenden Ministerpräsidenten. Sie setze auf ein differenziertes Schulsystem: „Nicht jedes Kind ist fürs Abitur geeignet.“ In Richtung Kommunen lässt sie wissen, dass das Land eine Verpflichtung habe, Schulsanierungen zu unterstützen.

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Auch die „Mäusle“, die sich in Straubenhardt in der benachbarten Schulhalle eingenistet haben, finden Platz in Eisenmanns Rede. Bildung definiert sie im Weiteren mit Pestalozzi als Trias von Kopf, Herz und Hand zu einer Persönlichkeitsentwicklung. Schule könne aber nicht der Reparaturbetrieb der Gesellschaft sein. Auch das sei eine Herausforderung, die Verantwortung jedes Einzelnen.

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