Tauschten sich beim Treffen des Regionalverbands über Wohnen und Windkraft aus: Winfried Abicht, Bürgermeister von Mühlacker, Klaus Kluge, Vize-Bürgermeister von Illingen, OB Frank Schneider und Verbandsdirektor Matthias Proske (von links).
Tauschten sich beim Treffen des Regionalverbands über Wohnen und Windkraft aus: Winfried Abicht, Bürgermeister von Mühlacker, Klaus Kluge, Vize-Bürgermeister von Illingen, OB Frank Schneider und Verbandsdirektor Matthias Proske (von links). | Foto: Ochs

Abgeordnete fordern neuen Plan

Windatlas liegt auf Eis: Regionalverband Nordschwarzwald informiert über Wohnraum

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Erst mal auf Eis gelegt hat der Regionalverband Nordschwarzwald seine Planungen zur Windkraft. „Das Verfahren ist gestoppt, solange der Windatlas überarbeitet wird“, sagt Verbandsdirektor Matthias Proske. Knackpunkt ist der Streit um die Abstände der Windkraftanlagen zur Wohnbebauung.

Die vom Bund vorgeschlagene 1.000-Meter-Mindestabstandsregelung stößt unter anderem bei der Windindustrie auf Widerstand und auf Gruppierungen, die dadurch die Energiewende erschwert sehen.

OB Schneider wagt Prognose

Frank Schneider, Oberbürgermeister von Mühlacker, wagte am Mittwoch bei der Informationsveranstaltung des Regionalverbands im Rathaus eine Prognose: Die Bundespolitik werde sich auf einen geringeren Abstand einigen und alle damit verbundenen Aufgaben den Städten und Gemeinden überlassen – die dann wiederum die geballten Proteste abbekommen. Der Regionalverband sei das Scharnier dazwischen. „Der bei der Rückkehr zum Status quo den achtfachen Stresse abbekommt“, so Proske.

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Die beiden Landtagsabgeordneten Erik Schweickert und Hans-Ulrich Rülke fordern in einer Pressemitteilung, alle Windenergievorhaben im Nordschwarzwald auf Eis zu legen. Die Planungen für mögliche Flächen für Windenergie in der Region müssten neu vorgenommen werden, weil bei der Ausweisung viele Informationen gefehlt hätten – unter anderem wurde der Rotmilan nicht berücksichtigt.

Im Grunde heißt das, dass der Regionalverband für die Windkraftplanungen wieder bei Adam und Eva anfangen muss.

Hans-Ulrich Rülke, Landtagsabgeordneter

Die Berechnungsmethode, die bei der Erstellung des Windatlas 2019 verwendet wurde, habe darüber hinaus zu einer Verachtfachung möglicher Flächen für Windenergie geführt, so die Abgeordneten. „Im Grunde heißt das, dass der Regionalverband für die Windkraftplanungen wieder bei Adam und Eva anfangen muss“, so Rülke. Im mittleren Bereich des Regionalverbands, zu dem Mühlacker, Sternenfels, Knittlingen, Ötisheim, Illingen und Maulbronn zählen, war im alten Plan nur eine Fläche für Windkraft ausgewiesen: in Großglattbach.

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Eine besondere Herausforderung

Außer über das weitere Vorgehen bei der Windkraft hat der Regionalverband Vertreter der genannten Gemeinden auch über die Fortschreibung des Regionalplans informiert und Studien zum Thema Wohnraum vorgestellt. Mühlacker stehe, was den Bedarf nach Wohnraum gehe, vor einer besonderes Herausforderung, was mit dem starken Zuzug zusammenhänge, so OB Schneider.

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Mehr Mehrfamilienhäuser

In der Kernstadt werde der Anteil von Mehrfamilienhäusern ansteigen. Mühlacker habe hier ihre Hausaufgaben gemacht, was sich auf dem Areal der Alten Ziegelei zeige. Verbandsdirektor Proske sieht eine „Nachfrageverschiebung“ hin zu Drei- und Vier-Zimmer-Wohnungen. Über den aktualisierten Regionalplan soll die Öffentlichkeit ab Ende April informiert werden. Bürger können über die Internetseite des Verbandes Anregungen geben und sagen, was im Plan berücksichtigt werden sollte.