Redebedarf sieht Michael Wittwer nach der schwachen Vorstellung seines Teams. | Foto: Rubner

Fußball-Oberliga

Wittwer-Verlängerung zeichnet sich beim FC Nöttingen trotz 0:4 in Freiberg ab

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Wollte man eine gute Nachricht für den FC Nöttingen nach der krachenden 0:4(0:1)-Niederlage beim SGV Freiberg in der Fußball-Oberliga finden, dann wäre es wohl diese: Die Mannschaft kann sich nun voll auf das Halbfinale im bfv-Pokal gegen Waldhof Mannheim am übernächsten Mittwoch konzentrieren. Denn in der Liga ist der Aufstiegszug wohl erst einmal abgefahren.

Und es gibt sogar noch eine spannende Entwicklung. „Dass Michael Wittwer bei uns Trainer bleibt, ist eine reine Formalität“, sagt Club-Vorsitzender Dirk Steidl dem Pforzheimer Kurier. „Die Ampeln stehen auf Grün.“ Vermutlich könne schon in einer Woche die endgültige Verlängerung bekanntgegeben werden.

FC Nöttingen erwischt „Tag, an dem einfach gar nichts läuft“

Der hatte allerdings erst einmal andere Sorgen als die Verlängerung seiner Tätigkeit bei den Lila-Weißen. „Im Fußball gibt es solche Konstellationen, wo du mit einem Gegner einfach nicht zurecht kommst“, sagt Wittwer über die Partie beim Angstgegner aus Württemberg. „Es war so ein Tag, an dem einfach gar nichts läuft. Sowas muss irgendwann kommen.“ Und doch sind diese Sätze nur die Ouvertüre zu einer typischen Wittwerschen Kritik an seiner Mannschaft.

Sökler trifft doppelt für SGV Freiberg

Die hat nur eine nennenswerte Torchance in der ersten Halbzeit durch Riccardo di Piazza hervorgebracht in einem generell chancenarmen Spiel. „Das ist untypisch für die Mannschaft. Da glauben wohl einige, sich zu sehr auf die individuelle Klasse verlassen zu können.“ Blöd nur, dass die Freiberger mit Marcel Sökler gewissermaßen die Verkörperung der individuellen Klasse in der Liga auf dem Platz hatte, der sodann seine Saisontore 21 und 22 folgen ließ. Da erste fiel nach einem Abstimmungsfehler zwischen Francisco Rodriquez Carmona und Ernesto de Santis, den die Gastgeber zum Durchstarten nutzten (36.). Das zweite war der Treffer zum Endstand.

Nöttinger Slapstick vor dem 0:2

Eine regelrechte Slapstick-Einlage erlaubten sich die Nöttinger dann direkt nach der Pause (49.). Nach einer Ecke des FCN trafen sowohl Mario Bilger als auch Dennis Schneider bei ihrem Schussversuchen den Ball nicht richtig, der prompt bei einem Freiberger landete. „Dann haben sie uns drei gegen eins ausgekontert“, beschreibt Michael Wittwer das weitere Geschehen. Denis Latifovic traf dann den Ball satt genug zum 2:0.

FC Nöttingen macht Räume auf, Freiberg erhöht

Nöttingen musste in der Folge die Räume öffnen und setzte auf Offensive. „Wir haben ja das Fußballspielen nicht aufgehört“, sagt Wittwer. So kam Freiberg zu weiteren Konterchancen. Spetim Muzliukaj (61.) erhöhte auf 3:0, Sökler machte in der 73. den Deckel drauf.

FCN-Trainer Wittwer kritisiert Rasenauswahl

„Der Sieg ging auch in dieser Höhe völlig in Ordnung“, sagt Wittwer, der allerdings den SGV in einer Hinsicht kritisierte. „Wir hätten auch auf dem normalen Rasenplatz spielen können statt auf Kunstrasen.“ Das solle nicht als Ausrede herhalten, und doch sehe er eine „Wettbewerbsverzerrung. Der SSV Reutlingen hat wegen seiner Problemfans nur auf dem normalen Rasen spielen dürfen.“ Da belohne man seitens des Verbandes die Falschen.

Wittwer fordert Sieg fürs Selbstvertrauen

Nun gelte es, nach dem dritten sieglosen Spiel in Folge, wieder in die Spur zu kommen, Selbstvertrauen zu tanken, möglichst mit einem Sieg am Samstag gegen Ravensburg. „Man kann nicht einfach den Schalter umlegen und an einem Mittwoch mal Waldhof Mannheim schlagen“, sagt Wittwer.