Alles muss rein: Geschleppt wird auch an diesem Freitag noch allerlei Material ins historische Ettlinger Rathaus, das während vieler Monate Baustellenzeit nicht genutzt werden konnte. | Foto: Rainer Obert

Führungsspitze kehrt zurück

2,5 Millionen Euro investiert: Baustellen-Endspurt im historischen Rathaus Ettlingen

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Das historische Ettlinger Rathaus wird nach rund 15 Monaten Baustellenzeit mit aufwendigem Umbau und Sanierung wieder für Führungsspitze und Verwaltungsmitarbeiter zum Arbeitsplatz. Obwohl es quasi ein Rück-Umzug über den Hof ist – Interimsdomizil war das Sparkassengebäude schräg gegenüber – ist es eine logistische Herausforderung. Und noch ist nicht alles fertig im altehrwürdigen Gebäude.
Edgar Kern von der Umzugsfirma MK schleppt zentnerweise was er kann. Immer wieder rein und raus, hoch und runter. „Ich bin 36 Jahre dabei – man gewöhnt sich dran.“ Die schwersten Kartons wuchtet er auf die Schulter, das sei besser fürs Kreuz. Auch an diesem Freitag werden noch Kisten geschleppt. Den eingebauten Fahrstuhl kann man für den Umzug nicht „missbrauchen“, den muss der TÜV erst noch abnehmen.

Zwischenlager Lehrschwimmbecken

Teils gibt es neue Möbel, teils werden die alten aus der „Versenkung“ geholt, die im stillgelegten Lehrschwimmbecken der Thiebauthschule gelagert waren. Ambitioniert fällt einem zum Zeitplan ein, dass OB Arnold und Co am Montag an ihren Schreibtischen sitzen sollen, denn im Rathaus sieht vieles noch recht

Noch einiges zu tun ist auf der Baustelle historisches Rathaus, wo ab Montag wieder die Verwaltung einziehen soll.

unfertig aus. Dass auf dem Gang von einer Mitarbeiterin mit den Worten „Ich habe auch keinen Beistelltisch mehr“ die Tatsache bemängelt wird, fällt da weniger ins Gewicht. Dass die Stuckdecke teils nochmals herunter kam, wo künftig der einladende Empfangsbereich im Entrée des Rathauses die Bürger willkommen heißt, schon eher.

Material hat teils „Füße bekommen“

Ärgerlich ist laut Arnold, dass Material auf der Baustelle „teils Füße bekommen hat“. Wegen des Diebstahls musste für die Haustechnik nachbestellt werden. „Wie mir erzählt wurde, kommt das immer wieder auf Baustellen vor.“ Im Bürgersaal wird noch gespachtelt. Der wird wie geplant erst später fertig, so Hauptamtsleiter Andreas Kraut. Die sensible neue Medientechnik dürfe erst eingebaut werden, wenn es staubfrei ist im Haus. In vier Wochen soll es soweit sein. Einige Wochen werde sicher auch noch das ein oder andere im Gebäude komplettiert. Knapp 20 Leute

Noch nicht fertig ist der Bürgersaal, wo künftig wieder die Gemeinderatssitzungen stattfinden sollen. | Foto: Rainer Obert

werden im historischen Rathaus arbeiten. Neue Räume entstanden etwa im Dachgeschoss, mit einem großen Besprechungsraum und schönem Aufenthaltsraum in der einstigen „Rumpelkammer“, wo in staubigem Ambiente etwa Geschenke an die Stadt lagerten.

2,5 Millionen Euro investiert

Rund 2,5 Millionen Euro wurden investiert, etwa die Hälfte kommt vom Land. Der Denkmalschutz sprach ein gehöriges Wörtchen bei den Arbeiten mit. So musste etwa überall wo Holz war, dieses auch erhalten werden. Mit dem Tag der offenen Tür zur Besichtigung des historischen Rathauses ist die Stadt noch vorsichtig. Geplant ist im Moment der 8. Juni, um den Bürgern die Räumlichkeiten zu präsentieren.