Rund 10 000 Besucher erlebten den närrischen Zug, der sich am Sonntag durch Ittersbach bewegte. | Foto: Weber

75 Gruppen marschieren mit

Umzug Ittersbach: Spektakel bei Schneefall

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Von Gustl Weber

Heiße Rhythmen sorgten trotz Schneefalls beim Umzug in Ittersbach für beste Stimmung. Die seit 34 Jahren bestehende Narrenzunft bietet damit seit Jahren einen der Höhepunkte der Straßenfasnacht in der Region. Mehr als 10.000 Besucher säumten auch in diesem Jahr die zwei Kilometer lange Umzugstrasse im Karlsbader Ortsteil. Immerhin 75 Gruppierungen mit insgesamt über 2.000 Teilnehmern, darunter 1.600 Hästräger, zelebrierten Brauchtum vom Feinsten.

Neue Formationen dabei

Der Ittersbacher Zunft gelingt es immer wieder, bei diesem Spektakel neue Formationen begrüßen zu können. Dies ist ein Verdienst der eigenen Hästräger mit Hexengruppe, den „Jaköblen“ und „Stöckmädlen“; die alljährlich zahlreiche Umzüge, Narrentreffen und Brauchtumsabende auch in den Hochburgen der schwäbisch-alemannischen Fasnacht bereichern, was mit Gegenbesuchen honoriert wird. So waren in diesem Jahr erstmals in Ittersbach mit dabei die historische Zunft aus Adelsberg im Kreis Lörrach mit ihren „Zweidotter-Hühnern“ und die noch junge Zunft aus Gaggenau-Freiolsheim mit den grimmigen und lachenden Masken der „Holzschuhbohrer Freisle“.

Schaurige Hexen erschreckten so manchen Narr an der Strecke. | Foto: Weber

Schwäbisch-alemannische Tradition

Neu waren beim Umzug auch die „Bad-Herrenalber Klosterdämonen, die „Rheinwald-Hexen“ aus Ersingen und die Lahrer mit ihren sagenumwobenen Gestalten, den „Grusilochzottli“. Die auch beim Veranstalter in Ittersbach seit jeher gepflegte schwäbisch-alemannische Brauchtumsfasnacht wurde sehr eindrucksvoll repräsentiert unter anderem durch die gruseligen „Forlewald Wolfshexen“ aus Kenzingen, die für bunte Rauschwaden sorgenden „Feuerseehexa mit Deifel“ aus Gechingen, wie auch durch die vielprämierte „Hexenzunft Rötenberg“ mit Fell und Fuchsschwanz im Häs.

Kein Umzug ohne die schrägen Töne der zahlreichen Guggenmusiker. | Foto: Weber

Guggenmusiker machen Radau

Für den richtigen Marschrhythmus und schunkelnde Zuschauerreihen und Stimmung am Straßenrand sorgten die zahlreichen „schrägen Klangkörper“ wie die heimischen „Guggugs-Gugge“, die „Radaugugge“ aus Spessart, die „Russegugge“ aus Auerbach oder die „Chaos Moggel“ aus Schöllbronn. Mit dabei die „Buschbachgugge“ aus Oberweier und die „Dannazäpfle“ aus Schielberg, als erste Gugge-Musik im Albtal, sowie der Fanfarenzug Schwann. Zu den Gruppierungen aus dem Raum Karlsruhe/Ettlingen gehörten die Narrenzunft Schöllbronn mit „Retzberghexen“ und „Moggel“, die „Bernbacher Dorfhexen“, die „Waldbronner Hexen“, bis zu den „Schlosseulen“ der Narrengilde Ettlingen. Seit Jahren mit dabei die Ettlinger „Horrbachdeifl“ der historischen Bürgerwehr.

Hexen aus dem Raum Pforzheim

Eindrucksvoll präsentierten sich beim Ittersbacher Umzug die Narren-Vereine aus dem Raum Pforzheim/Enzkreis. Darunter die Huchenfelder „Keibelhexen, aus Dillweißenstein kamen die weithin gekannten „Kräheneck-Hexen“ und aus Birkenfeld die „D‘Lumba Diera Hexen“. Remchingen war mit dem „Pfinztroll“ einem „blaugrünen Zottelding“, vertreten und aus Wilferdingen kamen die „Keltereck-Esel“ unter einer sehr schönen Häs mit 700 Filzläppchen. Nicht fehlen dürfen in Ittersbach die „Ebbtrolls“ aus Bilfingen und die noch junge Zunft aus der Nachbargemeinde Straubenhardt mir ihrer Hexengruppe. Am Straßenrand wurde so mancher „kleine Angsthase“ mit einem Bonbon belohnt. Am Rathausplatz hat Zunftsprecher Daniele Antonicelli die Zünfte näher vorgestellt. Als Bereicherung hatten örtliche Vereine entlang der Umzugstraße Buden und Stände zur Versorgung der vielen Gäste aufgebaut. Unter Sicherheitsaspekten waren die Zufahrten mit Lkw zugestellt.

Diverse junge Alkoholisierte

Bedenklich stimmen muss die große Zahl alkoholisierter Minderjähriger, die trotz deutlicher Polizeipräsenz und Ordnerdiensten ständig die Umzugstrecke querten. Unter anderem wurde ein 13 Jahre altes Mädchen mit 2,2 Promille Alkohol von der Polizei aufgegriffen. Ein 16-Jähriger kam mit 3,6 Promille ins Neuenbürger Krankenhaus. Sein Zustand ist kritisch.