Fahrradfan und vom Erfolg der E-Tretroller überzeugt: Johannes Kloppenborg vom ADFC Ettlingen. | Foto: hei

ADFC-Gruppe Ettlingen

„Wir begrüßen die Zulassung der E-Tretroller“

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Auf Radwegen und Straßen in Ettlingen und andernorts könnte es künftig enger zugehen. Denn es gibt – seit der Bundesrat die Erlaubnis erteilt hat – mit dem E-Tretroller einen weiteren Mitbewerber um vorhandenen Platz.

ADFC-Gruppe Ettlingen gegründet

„Wir begrüßen die Zulassung ab Sommer grundsätzlich, weil wir im E-Scooter eine Chance sehen, Staub und schlechte Luft in der Stadt zu verringern“, sagt Johannes Kloppenborg. Er ist zusammen mit Klaus Wolfrum Sprecher der ADFC-Gruppe Ettlingen, die sich vor rund anderthalb Jahren gegründet hat. Davor gab es für Ettlinger Radfahrer nur die Möglichkeit, sich im Kreisverband Karlsruhe des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs zu engagieren.

Neue  Zweiradmobilität braucht Platz

Wie der ADFC-Bundesgeschäftsführer Burkhard Stork, so ist auch Kloppenborg davon überzeugt, dass eine Verlagerung vom Auto auf den E-Roller nur dann funktionieren wird, „wenn die neue Zweiradmobilität ausreichend Platz und eine gute Infrastruktur bekommt“. Auch mache der Einsatz von E-Scootern nur unter der Prämisse Sinn, dass sie anstelle des Autos genutzt werden. Und nicht nur etwa „auf der letzten Meile in die Stadt oder an den Arbeitsplatz“.

Ein intelligentes Fortbewegungsmittel

Die maximal 20 Kilometer schnellen E-Tretroller seien ein „wendiges, intelligentes Fortbewegungsmittel“, daher glaube er an ihren Erfolg, so Johannes Kloppenborg im Gespräch mit den BNN. Damit sich E-Tretroller, Pedelecs und Fahrräder im Verkehr vertragen, bräuchten sie aber ausreichend Platz im Straßenraum, wo immer noch das Auto 60 Prozent belege.

Redwegesituation könnte  besser sein

Der im flachen Münsterland aufgewachsene ADFC-Mann lebt seit 1994 in Ettlingen. Er  hält die Radwegesituation  hier  zwar für nicht schlecht, es gebe aber durchaus „Luft nach oben“. Vor einiger Zeit erarbeitete der ADFC daher diverse Verbesserungsvorschläge und leitete sie ans Rathaus weiter. Unter anderem kritisierte der ADFC den Zustand so manches Radwegs (Stichwort: holprige Piste) und, dass vorgeschriebene Mindestbreiten bei vielen benutzungspflichtigen Radwegen in der Stadt unterschritten würden.

Streifen für Fahrräder zu schmal

So gebe es Gefahren für Radler, etwa durch gestrichelte Markierungen, die „einen Fahrradstreifen vorgaukeln“, der aber zu schmal sei. Beispiel des ADFC: Huttenkreuzstraße zwischen Kreisel Karlsruher Straße und Kreisel Durlacher Straße, beide Fahrtrichtungen, oder auch Goethestraße zwischen Kreuzung Schleinkoferstraße und Karl-Friedrich-Straße, ebenfalls beide Fahrtrichtungen. Das Planungsamt hat die vorgebrachten Punkte zwischenzeitlich geprüft und, wo erforderlich, Handlungsmöglichkeiten ausgelotet.

Pforzheimer Straße problematisch

Ein wichtiges Anliegen ist dem ADFC  eine Verbesserung in der Pforzheimer Straße. Hier soll sich mit der Bebauung des Feuerwehrareals etwas tun. In der Schillerstraße hat der Gemeinderat jüngst beschlossen, Parkplätze am Roten Rathaus zu opfern, um den Radlern vom Lauerturmkreisel Richtung Rheinstraße ein verbessertes Angebot zu machen.

Höhenstadtteilanbindung macht Sinn

Grundsätzlich begrüßt der ADFC die städtischen Anstrengungen in Sachen Anbindung Höhenstadtteile ans Radwegenetz. „Den Ausbau der Alten Steige (durch den Wald, Anmerkung der Redaktion) halten wir für eine gute Idee“, sagt Kloppenborg. Erfreulich sei nicht zuletzt, dass sich Ettlingen dem Radverleihsystem von KVV und nextbike anschließe und sowohl am Wasen als auch am Stadtbahnhof und in Ettlingen-West demnächst Leihräder bereit stehen – zwar keine E-Bikes, aber immerhin.

Der ADFC trifft sich alle zwei Monate am ersten Mittwoch um 18.30 Uhr im K 26 in der  Ettlinger Kronenstraße.  E-Mail: ettlingen@adfc-bw.de