Die Parkplatzsituation an der umgestalteten Kurpromenade Bad Herrenalb ärgert so manchen dort ansässigen Einzelhändler. | Foto: Graeff-Rau

Herrenalber Einzelhändler

Ärger über Parksituation an der Kurpromenade

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Noch immer können sich Einzelhändler mit der Gesamtsituation des Verkehrs an der neuen Bad Herrenalber Kurpromenade nicht anfreunden. Umgebaut wurde hier wegen der Gartenschau 2017.  Einige Gewerbetreibende sehen  ihre Wünsche  hier zu wenig  berücksichtigt. Jens Haas vom Naturkost- und Biogeschäft Göhringer und Kropp und Jutta Weber von der Bäckerei Nussbaumer halten das Anhalteverbot zum Be- und Entladen  nicht für  sachgerecht. Sie ärgern sich auch, dass auf der Geschäftsseite auch Kurzparken verboten ist. Der Gemeindevollzugsdienst reagiere  zu rigoros, wenn Autofahrer  mal kurz auf der verbotenen Seite stehen. Etwa, um Kisten einzuladen.

Wunsch nach Gespräch mit der Stadtverwaltung

Haas wünscht  ein neuerliches Gespräch zwischen Gewerbetreibenden  und Stadtverwaltung„weil Kistenschleppen über die Straße hinweg kreuzgefährlich ist.“ Ebenso überfordere das Rückwärtsausparken auf den neuen, vertikalen Parkplätzen auf  Kurparkseite gerade die älteren Kunden. Auf ein Schreiben in der Sache habe das Rathaus seit Dezember nicht reagiert.

Keine Infos über neuerliche Baustelle

Weber wie Haas beklagen auch,  über die neuerliche Baustelle im Bereich Ettlinger Straße nicht schriftlich informiert worden zu sein. Dort wird eine neue Bushaltestelle eingerichtet. Nach der langen Bauphase, in der die Kurpromenade monatelang gesperrt gewesen ist, reagiere der Kunde auf jede Kleinigkeit auf der Bad Herrenalber Durchgangsstraße ausgesprochen sensibel. Durch die Langzeitbaustelle in der Kurpromenade sei die Zahl der Kunden um 40 bis 60 Prozent zurückgegangen.

Warten auf versprochenes Eröffnungsfest

Von der alten Kundenzahl  ist man aktuell weit entfernt. Man habe erwartet, dass die Kurstadt als nicht nur Ausgleichszahlungen leistet.  Vielmehr warte man auf das versprochene Eröffnungsfest und regional werbewirksame Publikationen, die darüber informieren, dass die Kurpromenade jetzt ein attraktives Kleid habe.  Wenig erbaut sei man auch darüber, dass Kämmerin Sabine Zenker für eine einheitliche Bepflanzung von mobilen Pflanzenkästen einen Mietpreis pro Pflanze zwischen 80 Euro und 150 Euro im Jahr will.  Erbost sind  die Geschäftsleute insbesondere über einen  Passus  im  Bestellschein, wonach  sich – wenn keine Kündigung bis zu einer bestimmten Frist erfolgt – die Miete sich automatisch um ein Jahr verlängert. Auch über  die  neuen Parkautomaten in der Kurpromenade wäre man vor einem Beschluss im Gemeinderat gern persönlich informiert worden. Sie kommen im Frühjahr.  Teilnehmen können man an Ratssitzungen nicht, weil „in der Zeit unsere Läden offen sind.“

Kämmerin  von Kritik überrascht

Kämmerin Zenker reagiert überrascht auf die Kritik. Die Pflanzkübel-Aktion etwa für bis zu zwei Meter hohe Gewächse wie Olivenbäume oder Oleander sei nur gut gemeint gewesen. Der Mietpreis ergebe sich auch aus der Überwinterung durch eine externe Firma. „Wenn einer nicht will, muss er ja keinen nehmen.“ Im Rathaus werde man sich nun kurz schließen, um die Frustration der Händler zu erörtern. Als Eröffnungsfest kann sie sich spontan ein Frühlingsfest mit verkaufsoffenem Sonntag vorstellen. „Man kann doch über alles reden“.